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	<description>Theologie. Apologetik. Freude am Wort.</description>
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	<title>Joel Barthel</title>
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		<title>Bibelstudium – Ein Leitfaden für Autodidakten [2026]</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mail@joelbarthel.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2026 12:06:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bibelstudium]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bibelstudium ist ein Wort, das wir ständig nutzen, aber unterschiedlich meinen. Häufig wird es genutzt, um sich auf das regelmäßige Bibellesen oder -hören zu beziehen, abseits jeglichen Studiums im eigentlichen Sinne des Wortes. Hilfreich ist die ursprüngliche lateinische Bedeutung von&#160;studere, die das Lernen eher als&#160;Sich ernsthaft bemühen, streben nach oder eifern betrachtet⁠. Wer im ursprünglichen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bibelstudium ist ein Wort, das wir ständig nutzen, aber unterschiedlich meinen. Häufig wird es genutzt, um sich auf das regelmäßige Bibellesen oder -hören zu beziehen, abseits jeglichen <em>Studiums </em>im eigentlichen Sinne des Wortes.</p>



<p>Hilfreich ist die ursprüngliche lateinische Bedeutung von&nbsp;<em>studere</em>, die das Lernen eher als&nbsp;<em>Sich ernsthaft bemühen, streben nach </em>oder <em>eifern </em>betrachtet⁠. Wer im ursprünglichen Sinne studiert, tut dies aus innerem Antrieb, aus einem ersten Verlangen auf der Suche nach der Wahrheit in welcher Sache auch immer, die man&nbsp;<em>studiert</em>. Sicher ist diese Definition der ideale Ausgangspunkt, um etwas so Essentielles zu lernen wie die Bibel.&nbsp;</p>



<p>Wenn wir also von <em>Bibelstudium</em> sprechen, so meine ich in diesem Artikel die tiefe, bereichernde und ewige Freude schenkende Beschäftigung mit dem Wort Gottes. Deshalb ist mein Blog auch mit <strong>Freude am Wort</strong> beschriftet – Bibelstudium ist der treibende Faktor hinter jedem meiner Artikel. Dass&nbsp;<em>Bemühung</em> und&nbsp;<em>Eifern</em> im Kontext des Bibelstudiums keine Fremdwörter sein sollten, macht Paulus unmissverständlich in seinem zweiten Brief an Timotheus klar:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-plain is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>Befleißige dich, dich selbst Gott als bewährt darzustellen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen hat, der das Wort der Wahrheit recht teilt.</em></p>



<p class="has-text-align-left has-small-font-size">– 2. Timotheus 2,15</p>
</blockquote>



<p>In diesem Leitfaden zeige ich Schritt für Schritt auf, wie ich dies nach ein paar Jahren als Hauskreisleiter tue und was ich bisher dabei gelernt habe. Ich hoffe, vielen Lesern damit zu helfen, ihr eigenes Bibelstudium mit zahlreichen Tipps und Ressourcen zu bereichern, und vielleicht hilft mir ja der eine oder andere erfahrene Leser, mein eigenes Wissensrepertoire zu erweitern!</p>



<p>Motiviert wurde ich zu diesem Beitrag, weil ich es persönlich am hilfreichsten finde, zu sehen, <em>wie</em>&nbsp;andere arbeiten und welche Mittel sie dabei nutzen und empfehlen.</p>



<p>Ich glaube, dass jeder Leser hier etwas mitnehmen können wird – am meisten, wenn man selbst noch nicht weiß, wo man überhaupt anfangen soll. Aber auch, wenn man bereits im Studieren des Wortes etabliert ist: Es gibt eine Fülle an großartigen Ressourcen, von denen du sicher noch nicht alle kennst oder bei denen ich Überzeugungsarbeit leisten darf!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Inhaltsverzeichnis</h2>


<div class="wp-block-aioseo-table-of-contents"><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-bibelstudium-ist-auch-fur-dich-10">Bibelstudium ist auch für dich</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-bevor-du-die-bibel-studierst-15">Bevor du die Bibel studierst…</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-hilfreiche-vorkenntnisse-17">Hilfreiche Vorkenntnisse</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-englisch-18">Englisch</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-die-sprachen-der-bibel-20">Die Sprachen der Bibel</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-jede-ubersetzung-ist-eine-auslegung-25">Jede Übersetzung ist eine Auslegung</a></li></ul></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-vermeide-diese-fehler-25">Vermeide diese Fehler</a></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-schritt-nr-1-lesen-lesen-lesen-35">Schritt Nr. 1 – Lesen, lesen, lesen.</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-welche-ubersetzung-38">Welche Übersetzung?</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-bibelsoftware-accordance-43">Bibelsoftware: Accordance</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-accordance-vs-logos-49">Accordance vs. Logos</a></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-induktives-bibelstudium-55">Induktives Bibelstudium</a></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-schritt-nr-2-einfuhrungen-71">Schritt Nr. 2 – Einführungen</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-schritt-nr-3-kommentare-80">Schritt Nr. 3 – Kommentare</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-technische-vs-pastorale-kommentare-83">Technische vs. Pastorale Kommentare</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-wie-wahle-ich-einen-kommentar-91">Wie wähle ich einen Kommentar?</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-fallbeispiel-galater-103">Fallbeispiel: Galater</a></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-schritt-nr-4-notizen-schreiben-115">Schritt Nr. 4 – Notizen schreiben</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-schritt-nr-5-sekundare-kommentare-119">Schritt Nr. 5 – Sekundäre Kommentare</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-griechische-urtexte-127">Griechische Urtexte</a></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-schritt-nr-6-wortstudien-131">Schritt Nr. 6 – Wortstudien</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-schritt-nr-7-ki-uberprufung-machtig-aber-nur-mit-vorsicht-147">Schritt Nr. 7 – KI-Überprüfung. Mächtig, aber nur mit Vorsicht!</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-ein-hilfsmittel-kein-ersatz-fur-arbeit-149">Ein Hilfsmittel, kein Ersatz für Arbeit</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-wie-ich-ki-sicher-und-effektiv-einsetze-154">Wie ich KI sicher und effektiv einsetze</a></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-die-kosten-des-bibelstudiums-179">Die Kosten des Bibelstudiums</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-software-apps-182">Software &amp; Apps</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-bibelubersetzungen-190">Bibelübersetzungen</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-lehrmaterial-videos-203">Lehrmaterial &amp; Videos</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-lexika-210">Lexika</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-urtexte-begleitmaterial-215">Urtexte &amp; Begleitmaterial</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-kommentare-222">Kommentare</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-unter-dem-strich-231">Unter dem Strich</a></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-abschliessende-worte-237">Abschließende Worte</a></li></ul></div>


<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-bibelstudium-ist-auch-fur-dich-10">Bibelstudium ist auch für dich</h2>



<p>Wie, wann und wie viel man die Bibel studiert, ist eine sehr persönliche Frage. Niemand sollte Bibelstudium in seinem Leben abweisen. Doch wenn du Hausfrau und Mutter bist, wirst du in der Praxis nicht dieselbe Zeit haben, und in geringerem Maße dazu berufen sein, als etwa die Ehemänner. Diese sind am Ende des Tages dazu beauftragt, ihre Frauen im <em>Wasserbad des Wortes zu waschen</em> (Epheser 5,26). </p>



<p>Gewiss fällt uns Ehemännern und Vätern mehr&nbsp;gottgegebene Verantwortung zuteil als den Frauen und Kindern, die wir in unseren Häusern belehren sollen, das <em>Wort der Wahrheit recht zu teilen</em>&nbsp;(2. Timotheus 2,15). Wir studieren nicht nur für uns selbst, sondern tragen ebenso Verantwortung für das geistliche Wachstum anderer Seelen, die Gott uns beauftragt hat, zu leiten.</p>



<p>Dennoch besteht ein universeller Auftrag über alle Geschlechter- und Hierarchie-Grenzen hinweg – auch Frauen sind (wenn auch begrenzter, was ihr Amt betrifft) dazu geboten, zu lehren, zu ermahnen und zu korrigieren. Auch Kinder, die in christlichen Elternhäusern aufwachsen, führen Gespräche mit anderen Kindern. Unsere Berufung, das Evangelium in die ganze Welt hinauszutragen, ist allgemein, und wir können diese nicht vom gesamten Ratschluss Gottes trennen.</p>



<p>Kurzgefasst: Wenn du Christ bist, <em>brauchst</em>&nbsp;du Bibelstudium. Und für niemanden kann es zu viel davon geben. Wenn du mehr Zeit hast und mehr Verantwortung trägst (wie ich als Ehemann, Vater und Hauskreisleiter), solltest du dich umso eifriger darum bemühen!</p>



<p>Bevor es in den praktischen Teil geht, möchte ich noch ausführen, welche Vorkenntnisse hilfreich&nbsp;sind. Ich sage <em>hilfreich</em>, weil ich niemanden davon abhalten möchte, die Bibel sofort in die Hand zu nehmen und zu studieren. Aber zwei, drei Dinge gibt es zu beachten, um gewisse Hürden aus dem Weg zu räumen und die häufigsten Fehler zu vermeiden, die viele beim Bibelstudium machen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-bevor-du-die-bibel-studierst-15">Bevor du die Bibel studierst…</h2>



<p>Bibelstudium erfordert viel Zeit und Energie. Ich möchte dir einmal die wichtigsten Tipps mit auf den Weg geben, bevor du dich in die wunderbare Reise des Bibelstudiums begibst, die du für den Rest deines Lebens bestreiten wirst.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-hilfreiche-vorkenntnisse-17">Hilfreiche Vorkenntnisse</h3>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-englisch-18">Englisch</h4>



<p>Wenn du diesen Beitrag liest, wirst du feststellen, dass ich mich fast exklusiv auf englischsprachige Ressourcen beziehe. Der Grund ist simpel: In der deutschen Sprache gibt es viel, viel weniger Literatur, besonders wenn wir vom feinsten Material reden, das die Gemeinde in den letzten Jahrzehnten produziert hat. Von Bibelkommentaren, Lexika und hilfreichem Video- und Audiomaterial kommst du früher oder später nicht darum herum, die englische Sprache zu beherrschen. Bibelforschung und theologischer Diskurs findet heutzutage vorwiegend in dieser Sprache statt.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-die-sprachen-der-bibel-20">Die Sprachen der Bibel</h4>



<p>Die Sprachen (Griechisch, Hebräisch und ggf. Aramäisch) lernt man natürlich, um die Bibel in ihrer ursprünglichen Form lesen zu können, aber der Student braucht sie in erster Linie, um zu verstehen, was der Autor eines Kommentars mit den ganzen Fachbegriffen meint, wenn er Syntax und Grammatik analysiert.</p>



<p>Griechisch lesen kann man schnell lernen, zumindest brüchig. Das <em>Auswerten</em> von Kommentaren (gute Informationen von weniger guten unterscheiden) ist ein andauernder Lernprozess. Kein Mittel wird dich hier weiter bringen als das Lernen der Sprachen. Man kann hier bei Null anfangen – lerne das griechische oder hebräische Alphabet (eine Sache von wenigen Tagen), um die größte Hürde bei deinem ersten tiefen Studium eines Buches zu entfernen.</p>



<p>Wer in 1-2 Jahren mit 10-20 Minuten täglichem Aufwand eine der biblischen Sprache lernen möchte, ist mit der Biblingo-App bestens bedient. Es gibt auch viele Textbücher, welche die Inhalte der ersten zwei Semester an einer Hochschule zum Selbststudium ermöglichen (mein Favorit ist <em>Beginning Greek</em> von&nbsp;Benjamin L. Merkle und Robert L. Plummer).</p>



<h5 class="wp-block-heading" id="aioseo-jede-ubersetzung-ist-eine-auslegung-25">Jede Übersetzung ist eine Auslegung</h5>



<p>Jeder, der nur wenige Wochen Griechisch oder Hebräisch lernt, stellt fest: Übersetzen ist eine durch und durch theologische Arbeit. Kein Übersetzer kommt darum herum, Vers für Vers zwischen einer Fülle an möglichen Definitionen von Wörtern zu wählen und diese Entscheidungen an eine systematischen Theologie anzuknüpfen, damit sein Werk kohärent bleibt. Wer die Bibel nackt, also ohne menschlichen Einfluss lesen möchte, genau so, wie der Heilige Geist ihn eingegeben hat, kommt nicht um die Originalsprachen herum. Rein mechanisches Übersetzen ist gar nicht so schwierig, führt aber ohne theologischen Einfluss zu einem völlig unlesbaren Produkt.</p>



<p>Ich erwähne diesen Punkt, weil ich schon öfters folgenden Gedanken gehört habe: </p>



<p class="has-text-align-left">„<em>Verlass dich nicht auf Menschenwerk, wenn du die Bibel studierst. Lasse dich vom Heiligen Geist leiten und Er wird dir offenbaren, was die Wahrheit ist.</em>“ </p>



<p>Wenn das dein Denken ist, so sei es. Aber dann sei auch konsequent und höre auf, die Bibel in irgendeiner Übersetzung zu lesen! Jede Übersetzung ist <em>Menschenwerk</em>. Keine Übersetzung kommt an Theologen vorbei, die dahinter stehen. Dieselben Theologen, die die Kommentare schreiben, die du ablehnst.</p>



<p>Wenn du noch besser verstehen möchtest, wie wertvoll, wenn auch nicht <em>essentiell</em>, das Lernen der Sprachen ist, lies <em>Greek For Life</em>&nbsp;(oder <em>Hebrew For Life</em>) von&nbsp;Benjamin L. Merkle and Robert L. Plummer. Es enthält pro Kapitel ein ausführliches Fallbeispiel anhand des Urtextes. Für mich war das Buch die entscheidende Motivation, mit dem Lernen anzufangen. Biblingo war das entscheidende Tool, um dranzubleiben.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-vermeide-diese-fehler-25">Vermeide diese Fehler</h3>



<p>Wenn du sonst nichts mitnimmst, dann bitte das hier: Hab Demut. Wenn du die Bibel in etwa so studierst, wie ich es in diesem Beitrag aufzeige, gehörst du zu einer Minderheit in der Gemeinde. Es ist garantiert, dass du früher oder später in <em>manchen </em>Bereichen&nbsp;ein tieferes Wissen erlangt haben wirst als ein Ältester, der sonntags predigt. Wissen kann unglaublich bereichernd sein, aber es kann auch unser Fleisch durch Stolz und ein Verlangen nach Anerkennung füttern. </p>



<p>Neues Wissen kann uns auch zur Selbstüberschätzung führen. Dass du nun besser Johannes 6 auslegen kannst als dein Pastor, gibt dir immer noch nicht die jahrelange Erfahrung in Wort und Lehre, die zu seiner umfangreichen theoretischen und praktischen Weisheit führt, die seinen Dienst ausmacht.</p>



<p>Sei gewiss, dass hinter jeder Anstrengung, die du unternimmst, das Wort besser zu verstehen, der Geist Gottes steht, und behalte immer die Demut, dies anzuerkennen. Ich denke an meinen Pastor Edmund Coronel Jr., der bei jedem Lob zu seinem Bibelwissen ohne zu zucken auf Gott verweist, da er kein Lob für sich behalten möchte.</p>



<p>Demut heißt auch, korrigierbar zu bleiben. Zuversicht ist etwas Gutes, aber wenn wir meinen, alles erkannt zu haben, liegen wir grundsätzlich falsch. Natürlich sollen wir korrigieren und ermahnen, und dafür brauchen wir das&nbsp;Wissen, das wir im Wort empfangen; gleichzeitig sollten&nbsp;wir immer offen sein, Neues zu lernen und uns korrigieren zu lassen, wenn wir doch einmal falsch liegen, da wir nun mal fehlbare Wesen sind. Mein Rat also: Prüfe dein Wissen! Erst, wenn du neue Erkenntnisse an genauso enthusiastischen Brüdern „getestet“&nbsp;hast, kannst du ihrem Wert gewiss sein.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="841" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:841/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image.jpeg" alt="" class="wp-image-1228" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:841/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image.jpeg 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:246/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image.jpeg 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:631/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image.jpeg 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1218/h:1000/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image.jpeg 1218w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1218/h:1000/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image.jpeg 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Eine Streitfrage aus dem Talmud (Carl Schleicher, 19. Jahrhundert)</em></figcaption></figure>



<p>Es gibt nämlich <em>sehr</em>&nbsp;viele Fehler, die man in der Bibelauslegung machen kann. Es wäre peinlich, hier aufzulisten, welche ich zuvor schon alle gemacht habe, und manche davon öffentlich im Hauskreis. Anstatt hier ausführlich auf die beliebtesten Fehler einzugehen, rate ich jedem Studenten, <em>Exegetical Fallacies</em>&nbsp;von D. A. Carson zu lesen (auch&nbsp;<a href="https://cbuch.de/Carson-Stolpersteine-der-Schriftauslegung/175979?srsltid=AfmBOortI4PRiX2kJrIeQhWXP7-UL7_hRC3tXG_GmG6xMGti5Qa8IrSR">auf Deutsch</a>&nbsp;verfügbar), bevor er sich ins Bibelstudium begibt. Wäre ich Dozent, so würde ich dieses Buch als verpflichtende Grundlage als Hausaufgabe aufgeben, bevor ich mit meinen Studenten den ersten Bibeltext durchgehe. Es zeigt so ziemlich jeden Fehler auf, den man machen kann, wenn man die Bibel auslegt. Lies es bloß, um gedemütigt zu werden.</p>


  
  
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<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-schritt-nr-1-lesen-lesen-lesen-35">Schritt Nr. 1 – Lesen, lesen, lesen.</h2>



<p>Das erste, was ich tun möchte, wenn ich ein Buch studiere, wird nicht überraschend klingen: es in meiner bevorzugten Übersetzung lesen. Dieser Schritt ist <em>simpel</em>, aber gar nicht so einfach: Die Versuchung ist groß, schon mitten in der Lesephase einzelne Wörter im Lexikon nachzuschlagen oder bestimmte Formulierungen verstehen zu wollen. Ich bin aber abgeneigt, zu behaupten, dies sei ein Problem. Anderen Geschwistern, die ich für ihre Auslegungsfähigkeiten sehr respektiere, scheint es ebenfalls schwer zu fallen.</p>



<p>Dennoch: Wenn Paulus einen Brief an eine Gemeinde geschrieben hat, ist es nicht falsch, zu versuchen, ihn so wie die ursprünglichen Empfänger zu lesen (oder vorgelesen zu bekommen): Einmal durch.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-welche-ubersetzung-38">Welche Übersetzung?</h3>



<p>Da ich mich mit der Bibel primär auf Englisch beschäftige, lese ich hauptsächlich die <strong>LSB</strong>-Übersetzung, die für eine präzise, wenn auch manchmal etwas starre, Wort-für-Wort-Überlieferung bekannt ist. Für den sofortigen deutschen Vergleich lese ich die <strong>CSV Elberfelder</strong> oder die <strong>Revidierte Elberfelder 1985</strong>, über die man das Gleiche sagen kann. Im sprachlichen Vergleich werden erste interessante Unterschiede in der Wortwahl deutlich, oft auch über verschiedene Übersetzungen hinweg.&nbsp;</p>



<p>Wenn ich die <strong>LSB </strong>und <strong>CSV</strong>&nbsp;gelesen habe, vergleiche ich während des laufenden Studiums noch vier weitere Übersetzungen: Die <strong>ESV</strong>, da sie genauso wörtlich ist, aber hier und da anders übersetzt und so einen ersten Hinweis gibt, wo es Interpretationsschwierigkeiten geben könnte. </p>



<p>Die <strong>NIV</strong> ist eine freiere Übersetzung, die aber besonders gut darin ist, den heute verständlichen Sinn wiederzugeben und zusätzliche Interpretationshinweise liefert. </p>



<p>Die <strong>NET&nbsp;</strong>ist eine oft sonderbare und von dem Mainstream abweichende Übersetzung, die gerade deswegen einen für diesen ersten Teil des Studiums interessanten Blickwinkel liefert. Diese Übersetzung wird später besonders hilfreich sein, wenn ich tiefer in den Text eintauche, da sie für besonders ausführliche und hilfreiche Fußnoten bekannt ist. Zuletzt nutze ich die <strong>Menge 2020</strong>&nbsp;als deutsche Vergleichsbibel, da sie ebenfalls akademisch sehr präzise formuliert ist und manche <strong>CSV</strong>-Entscheidungen herausfordert.</p>



<p>Das Wechseln zwischen diesen Übersetzungen tue ich aufgrund meiner hohen Neugier und mangelnden Geduld&nbsp;<em>nicht</em>, bevor ich weitere Ressourcen abrufe, sondern ist ein wiederkehrender Prozess im laufenden Studium, gekoppelt mit allen anderen Mitteln, die ich hier im weiteren Verlauf beschreibe.</p>



<p>Für weitere Details und Gedanken zu verschiedenen Übersetzungen in der deutschen Sprache, und eine Erklärung, warum die beliebte Schlachter-Bibel hier nicht aufgeführt ist, verweise ich auf meinen Artikel:</p>



<p><a href="https://joelbarthel.de/welche-bibeluebersetzung-ist-die-beste/">Welche Bibelübersetzung ist die beste?</a></p>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-bibelsoftware-accordance-43">Bibelsoftware: Accordance</h3>



<p>Ich arbeite fast ausschließlich digital. Meine bevorzugten Übersetzungen kann ich Seite an Seite in der Bibelsoftware-App <strong>Accordance</strong> lesen:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="617" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:617/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-7.png" alt="" class="wp-image-1235" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:617/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-7.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:181/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-7.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:463/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-7.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1536/h:926/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-7.png 1536w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1320/h:796/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-7.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1659/h:1000/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-7.png 1659w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1659/h:1000/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-7.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>



<p>Wie man hier sieht, habe ich links den Originaltext, daneben drei englische Übersetzungen und ganz rechts die Revidierte Elberfelder 1985 als deutschen Vergleich (leider gibt es die CSV Elberfelder nicht in Accordance – diese lese ich aber <a href="https://www.csv-bibel.de/start">online</a>, und Gott sei Dank ist sie auch mobil verfügbar). Die Übersetzungen laufen immer parallel, egal, welche ich lese. Wenn ich meine Maus über ein Wort bewege, wird es in allen Texten hervorgehoben. So kann ich Wort für Wort schnell sehen, wie es jeweils übersetzt wird.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="164" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:164/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-4.png" alt="" class="wp-image-1230" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:164/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-4.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:48/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-4.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:123/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-4.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1536/h:246/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-4.png 1536w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1920/h:307/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-4.png 2048w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1320/h:212/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-4.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1920/h:307/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-4.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-accordance-vs-logos-49">Accordance vs. Logos</h4>



<p>Accordance ist für mich <em>die</em> Bibelsoftware schlechthin. Logos hat nach einigen objektiven Faktoren die Nase vorn, aber subjektiv und für den Alltagsgebrauch brilliert Accordance in entscheidender Hinsicht:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das Team hinter Accordance ist klein und besteht nur aus bibeltreuen Geschwistern.</li>



<li>Accordance funktioniert auf jedem Rechner blitzschnell, weil es auf das Mindeste fokussiert ist und ohne Schnickschnack auskommt.</li>



<li>Die Preisgestaltung ist deutlich benutzerfreundlicher und planbarer: Accordance ist lebenslang mit einem zweistelligen Einmalkauf (zu besonderen Zeiten sogar völlig kostenlos) erhältlich. Logos funktioniert wie ein teures Netflix-Abo, dessen Preis sich durch aggressives Marketing und eine Fülle an überflüssigen Funktionen rechtfertigen lässt. Nur wer das teuerste Abo „Max“ wählt, bekommt überhaupt alle Funktionen.</li>



<li>Accordance verkauft nichts von Joyce Meyer.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-induktives-bibelstudium-55">Induktives Bibelstudium</h3>



<p>An dieser Stelle kann ich das sog. <em>induktive Bibelstudium</em> nicht unerwähnt lassen. Es gibt viele Modelle, die einen bestimmten Weg vorgeben, <em>wie</em> man die Bibel liest und welche Fragen man sich dabei stellen sollte, bevor man den ersten Kommentar aufschlägt. Dazu gehören essentielle hermeneutische Fragen wie z. B.:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wer hat diesen Text geschrieben, und wann?</li>



<li>Was war der kulturelle Kontext?</li>



<li>Um welche Textform handelt es sich (Brief, Poesie, Narrative, Weisheitsliteratur…)?</li>
</ul>



<p>Persönlich fällt es mir schwer, Anleitungen zu befolgen. Aus diesem Grund kann ich diesem Thema nicht viele Zeilen widmen. Ich sehe es nicht als Problem, schon früh einen Kommentar aufzuschlagen, wenn man dies unbedingt möchte. Neugier muss nicht durch strenge Systeme gedämpft werden.&nbsp;</p>



<p>Induktiv studieren beinhaltet i. d. R. auch selbstständiges Auslegen des Textes. Das kann äußerst spannend und erbauend sein, aber wenn es ein Problem gibt, das die moderne Gemeinde immer wieder plagt, ist es ein irreführendes Vertrauen in eine biblisch unbegründete Form der „Leitung des Geistes“ abseits des Handwerks, das wir durch vom Geist geleitete Arbeiter im Wort erhalten haben.</p>



<p>Man bedenke, dass in der großen in Nehemia beschriebenen, von Gott bewirkten Erweckung, bei der sich das ganze Volk versammelte, das Auslegen des Wortes von Lehrern ein essentieller Bestandteil war, damit das Volk das Wort verstand:</p>



<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em><em>Und Jeschua und Bani und Scherebja, Jamin, Akkub, Schabbetai, Hodija, Maaseja, Kelita, Asarja, Josabad, Hanan, Pelaja und die Leviten belehrten das Volk über das Gesetz; und das Volk <small>stand</small> an seiner Stelle. Und sie lasen in dem Buch, in dem Gesetz Gottes, deutlich und <strong>gaben den Sinn an, so dass man das Gelesene verstand.</strong></em></em></p>



<p class="has-text-align-left has-small-font-size">– Nehemia 8,7-8</p>



<p>Damit sage ich nicht, induktives Bibelstudium sei in irgendeiner Weise schlecht – wer problemlos viel lesen und beobachten kann, sollte dies auf jeden Fall tun, bevor er externe Ressourcen hinzufügt. Gleichzeitig sollte man nicht hochmütig meinen, durch intensives Lesen und Beobachten nun Dinge erfasst zu haben, die vielleicht völlig falsch deduziert sind.</p>



<p>Selbst die weisesten unter uns wären ohne die Hilfe externer Ressourcen aufgeschmissen; Weisheit zeichnet sich nicht durch eine besonders hohe Auffassungsgabe aus, sondern durch die Anerkennung der eigenen Unfähigkeit und der Demut, sich Hilfe anderer vom Geist geführten Autoren zu holen.</p>



<p>Das Fundament jeder induktiven Anleitung ist aber essentiell: Gott um Weisheit und Leitung bitten. Dies ist Schritt 0 eines jeden Studiums und sollte jeden weiteren begleiten. Gebet hilft auch dabei, unseren Kopf nicht von unserem Herzen zu trennen, wenn wir uns in die Tiefe der Bibelauslegung begeben.</p>



<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em><em><em>Öffne meine Augen, damit ich Wunder schaue in deinem Gesetz!</em></em></em></p>



<p class="has-text-align-left has-small-font-size">– Psalm 119,18</p>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-schritt-nr-2-einfuhrungen-71">Schritt Nr. 2 – Einführungen&nbsp;</h2>



<p>Bevor ich mich ab Schritt 3 ins tiefe Studium begebe und Vers für Vers durch ein Buch gehe, greife ich auf folgende Quellen zurück, um eine erste Einführung in das jeweilige Buch zu erhalten:</p>



<p id="aioseo-the-baker-illustrated-bible-background-commentary-73"><strong>The Baker Illustrated Bible Background Commentary</strong><br>Dieses Buch nutze ich in erster Linie, um meinen Hauskreis vorzubereiten; manchmal enthält es Illustrationen, die ich für diesen nutzen kann. Zudem enthält es kompakte Einführungen in alle Bücher, die mir in diesem ersten Schritt helfen, mich in den geschichtlichen und kulturellen Kontext eines Buches reinzudenken.</p>



<p id="aioseo-biblical-training-75"><strong>Biblical Training</strong><br>Diese <a href="https://biblicaltraining.org">spendenbasierte Datenbank</a> ist eine echte Goldmine. Hier gibt es tausende Stunden an hochwertigstem Lehrmaterial in Form von Videos oder Audios, das man sonst nur auf teuren Hochschulen erhält. Die selben Dozenten, die gleichen Kurse, nur eben aufgezeichnet und mit keinem Theologieabschluss verbunden. Zu jedem Buch gibt es hier mittlerweile einführende Kurse, die etwa fünf Stunden gehen. Es gibt auch tiefergehende Kurse und viele weitere zu allen Themen rund um Theologie. Hier ist für jeden was dabei.</p>



<p id="aioseo-the-gospel-coalition-kurse-esv-study-bible-77"><strong>The Gospel Coalition Kurse / ESV Study Bible</strong><br>Diese&nbsp;<a href="https://www.thegospelcoalition.org/courses/#old-testament">kostenlosen Kurse</a>&nbsp;bestehen aus den Einführungen aus der ESV Study Bible, die übersichtliche Grafiken, Karten und Inhaltsangaben enthalten.</p>



<p>Im nächsten Schritt beschreibe ich Kommentare; diese beinhalten die ausführlichsten Einführungen zu den jeweiligen Büchern, womit sich dieser Schritt mit dem folgenden überschneidet.</p>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-schritt-nr-3-kommentare-80">Schritt Nr. 3 – Kommentare</h2>



<p>Die meiste Zeit im Studium eines Buches verbringe ich mit dem Lesen von Kommentaren. Das mag für manch unerfahrene Studenten fast schon falsch klingen. Man bedenke aber, dass die Lesezeit eines Buches wie Galater etwa zehn bis fünfzehn Minuten beträgt; die Lesezeit eines 800-seitigen Kommentars dazu geht in die vielen Stunden. Man verbringt dadurch natürlicherweise viele Stunden mit dem <em>eigentlichen</em>&nbsp;Text, der an sich so kurz ist; man <em>arbeitet</em>&nbsp;mit ihm. Passage für Passage, Vers für Vers und manchmal sogar Wort für Wort.&nbsp;</p>



<p>Wer einen tiefgreifenden, exegetischen Kommentar für das Studium nutzt, kann sich auf ein wochen- bis monatelanges Unterfangen einstellen. 80 oder 90 Prozent der Erkenntnisse entstehen in diesem Schritt.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-technische-vs-pastorale-kommentare-83">Technische vs. Pastorale Kommentare</h3>



<p>Als ich begann, meinen ersten Hauskreis zu leiten, nutzte ich lediglich den frei verfügbaren Kommentar&nbsp;<a href="https://enduringword.com/commentary/">Enduring Word</a> von David Guzik, den es für die gesamte Bibel gibt. Ich schätze Guziks Arbeit sehr, konsultiere ihn aber aus zwei Gründen nicht mehr: Erstens ist er zu kompakt. Zweitens ist er ein <em>pastoraler</em> Kommentar – grundsätzlich nichts Verwerfliches, aber hier werden die theologischen Einflüsse der Calvary-Chapel-Bewegung, der Guzik angehört, oft zu einer Einschränkung.</p>



<p>Ein technischer bzw. akademischer Kommentar, den ich mittlerweile weitaus bevorzuge, lässt sowas nicht zu. Der technische Kommentator ist nämlich gezwungen, verschiedene Sichten zu kontrastieren und eine gewisse Sachlichkeit zu wahren. Seine Position darf durchschimmern, aber er muss sie in jedem Punkt exegetisch anhand der Originalsprache verteidigen können; dem Leser ist es selbst überlassen, überzeugt zu werden. Eine <em>Meinung</em>&nbsp;wird immer klar herausgestellt. Der Autor kann es sich nicht leisten, eine offensichtlich zweifelhafte Auslegung als unbestreitbaren Fakt darzustellen, ohne seine akademische Glaubwürdigkeit zu verlieren.</p>



<p>Ein pastoraler Kommentar wie Enduring Word ist frei, den argumentativen Teil zu überspringen; der Leser muss nicht herausgefordert oder überzeugt werden, sondern lediglich informiert und gefüttert. Genau so läuft es ja in einer gesunden Gemeinde, die von qualifizierten Ältesten geleitet wird. Wenn ein Pastor predigt, <em>kommentiert</em> er einen Text – nur eben <em>pastoral</em>. Er sollte nicht gezwungen sein, jeden Punkt, den er macht, akademisch zu verteidigen. Er ist für das geistliche Wachstum seiner Herde verantwortlich, und diese lebt gewissermaßen davon, dass er die notwendige Vorarbeit gründlich und mit Verantwortung geleistet hat. Bete für deine Pastoren!</p>



<p>Also kurzgesagt: Ein <em>pastoraler</em> Kommentar ist ein Balanceakt zwischen Erklärung und Predigt. Ein <em>technischer</em> Kommentar ist viel mehr darauf aus, den Text möglichst objektiv wiederzugeben. Er beginnt im Idealfall nicht mit Annahmen, die in den Text hineingelesen werden, sondern arbeitet <em>aus</em>&nbsp;dem Text heraus. Genau das nennt man Exegese. Ein ernsthaftes Bibelstudium sollte sich nicht auf unerklärte Auslegungen verlassen; wir wollen verstehen, <em>wie</em>&nbsp;es zu einer Auslegung kommt, und dabei primär den uns gegebenen Text des jeweiligen Autors betrachten.</p>



<p>Ich rate hiermit nicht pauschal davon ab, pastorale Kommentare zu nutzen. Wenn du es tust, sei nur gewiss, dass du oftmals näher an einer Predigt bist als an einem ausführlichen Kommentar. Ich lese Guziks Kommentare nun genauso wenig wie die von MacArthur in seiner zurecht vielgeliebten Studienbibel – auch dieser ist nicht bemüht, jeden Punkt ausführlich zu verteidigen. Seine Theologie gehört einfach in den Kommentar, und er wird geschrieben, als gäbe es keine zweite Meinung. Noch mal: Das ist nicht per se falsch. Aber für den Prediger oder Hauskreisleiter ist das nicht genug, um informiert zu lehren.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Kurze Zeit nutzte ich neben Enduring Word erstmal noch einen weiteren kostenlos verfügbaren Online-Kommentar namens&nbsp;<a href="https://www.kingcomments.com/de">Kingcomments</a>. Nach einigen Kapiteln stellte ich fest, dass es wenig Abweichung von Enduring Word gibt und beide Autoren sowieso theologisch zu einem großen Teil d’accord sind. Das Wechseln zwischen beiden war also selten hilfreich. Als ich dann aber erstmals einen technischen Kommentar heranzog, stellte ich fest: Alles, was ein kompakterer Kommentar wie Enduring Word, MacArthurs Studienbibel oder Kingcomments aufgreift, ist bereits in den viel ausführlicheren, technischen Kommentaren enthalten und wird mit anderen Sichten verglichen.&nbsp;</p>



<p>So habe ich mein Repertoire von irgendwann vier Kommentaren auf einen einzigen reduziert. Ich kann ein 800-seitiges Werk lesen und mir die 50 Seiten von kompakteren Kommentaren dadurch sparen. Wenn ich jedoch kompakte Kommentare lese, und seien es sogar mehrere, aber auf einen technischen Kommentar verzichte, entgeht mir vieles.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-wie-wahle-ich-einen-kommentar-91">Wie wähle ich einen Kommentar?</h3>



<p>Die Wahl des Kommentars ist kritischer als jede andere. Vor allem, wenn ich weiß, dass dieser mich und unseren Hauskreis monatelang begleiten wird.&nbsp;</p>



<p>Um eine erste Übersicht zu erhalten, nutze ich drei Anlaufstellen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>New Testament Commentary Survey von D. A. Carson (2013)</li>



<li><a href="https://bestcommentaries.com/">BestCommentaries.com</a></li>



<li>The Gospel Coalitions <a href="https://www.thegospelcoalition.org/best-commentaries/">Best Commentaries</a>&nbsp;</li>
</ul>



<p>Carsons Buch ist meine erste Anlaufstelle, weil er den Leser ausführlich durch die existierende Literatur führt. Da die siebte Edition des Buches mittlerweile 13 Jahre alt ist, enthält es nicht mehr die allerneuesten Kommentare, deshalb ziehe ich zwei weitere Quellen heran:</p>



<p><a href="https://BestCommentaries.com">BestCommentaries.com</a>&nbsp;fasst Bewertungen aus verschiedenen Plattformen zusammen; die Nutzerbewertungen finde ich allerdings meist uninteressant, und somit gewissermaßen auch die Gesamtbewertung eines Buches und manchmal folglich die Rangliste, die durch den Algorithmus zusammenkommt. Es ist genauso wie auf Amazon – auch ein Buch von Joyce Meyer kann sehr gut bewertet sein, aber mich würde es wundern, wenn Tim Challies, Ligonier oder gute Hochschulen eine Fünf-Sterne-Bewertung hinterlassen. Das sind die Rezensionen, die mich interessieren.</p>



<p>Zuletzt ist für mich die Auflistung auf The Gospel Coalition hilfreich. Interessant ist für mich nur die Kategorie „Scholarly Commentaries“, deren Kurzbeschreibung suggeriert, man müsse ein Experte der biblischen Sprachen sein, um sie lesen zu können. Ich kann bezeugen, dass dies meist <em>nicht</em>&nbsp;der Fall ist! Ein Anfängerwissen ist durchaus hilfreich, und mindestens sollte man das griechische Alphabet können, wobei manche Kommentarreihen standardmäßig den griechischen Text transliterieren, sodass dort sogar diese Voraussetzung wegfällt.</p>



<p>Meine eigenen theologischen Präferenzen sind hier nicht maßgebend – immer wieder stelle ich fest, dass die besten verfügbaren Kommentare häufig ohnehin aus der reformierten Welt kommen, der ich mich am ehesten zuordne. Ich war verblüfft, als ich auf meiner Suche nach einem dispensationalistischen Kommentar zu Galater nichts gefunden habe, das die Schlüsselpassagen in ansatzweise ähnlicher Tiefe behandelt, wie es solche von reformierten Autoren tun (<em>Leser, erleuchte mich!</em>). Nichtsdestotrotz spielt es keine große Rolle, wie der jeweilige Autor im Detail zu bestimmten bestreitbaren Themen steht – Grundlage ist für mich ein evangelikales Grundbekenntnis (Ausnahme sind ggf. jüdische Auslegungen für alttestamentliche Bücher, um besser in das ursprüngliche Verständnis einzutauchen). Für die Apostelgeschichte scheint bspw. Darrell L. Bocks Werk von 2007 <em>der</em> Kommentar schlechthin zu sein. Bock ist progressiver Dispensationalist. Selbst stark reformierte Institutionen wie Ligonier geben hier eine deutliche Empfehlung ab; dort finden wir sogar Craig Keeners 4.500-seitiges (!) Werk auf Platz 1. Sein Kommentar ist nun mal ausführlich und fair geschrieben. Die theologische Vorbelastung sollte hier kein Hindernis sein, ein Werk zu respektieren, wenn es nun mal exzellent ist!&nbsp;</p>



<p>Am Ende hat jeder ernstzunehmende Autor den selben Anspruch: Das Wort Gottes verstehen und so fair wie möglich behandeln, ohne seine eigene theologische Brille in die Auslegung zu importieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-fallbeispiel-galater-103">Fallbeispiel: Galater</h3>



<p>Hier ein Beispiel, wie ich meine bevorzugten Quellen genutzt habe, um mich für einen Galater-Kommentar zu entscheiden.</p>



<p>Zuerst habe ich Carsons Buch konsultiert. Dort habe ich einige Empfehlungen gesehen, mitunter Richard N. Longeneckers Kommentar von 1990 oder den von F. F. Bruce von 1982. Carson erwähnte eine kommende Veröffentlichung von Douglas J. Moo, die im selben Jahr (2013) erschienen ist, er aber nur vorsichtig empfehlen konnte, weil er bisher nur einen Entwurf gelesen hatte.</p>



<p>Danach habe ich beide Webseiten verglichen. Zuerst fiel mir auf, dass die Nummer 1 auf <a title="" href="https://BestCommentaries.com" target="_blank" rel="noopener">BestCommentaries.com</a>&nbsp;zwar Longeneckers Kommentar ist, aber dieser nun bereits 36 Jahre alt ist.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1018" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:1018/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-8.png" alt="" class="wp-image-1236" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:1018/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-8.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:298/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-8.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:150/h:150/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-8.png 150w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:764/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-8.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1085/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-8.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1085/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-8.png 1484w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1085/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-8.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://bestcommentaries.com/galatians/" target="_blank" rel="noopener" title="">BestCommentaries.com</a></figcaption></figure>



<p>Das bedeutet, dass das Werk nicht mehr den aktuellsten Stand der lexikalischen Erkenntnisse darstellt (das aktuelle Standard-Lexikon BDAG ist 2000 erschienen). Neuere Ideen oder Erkenntnisse von anderen Gelehrten können nicht berücksichtigt werden. Zudem hat das Buch „nur“ 442 Seiten. </p>



<p>F. F. Bruces Werk ist hier auf Platz 2, hat aber nur 325 Seiten und ist von 1982. Ein wiederholter Kritikpunkt, den ich lese, ist das Annehmen gewisser Punkte, ohne sie detailliert genug zu erklären (Bruce war Verfechter des biblischen Egalitarismus), obwohl der Kommentar anderweitig gelobt wird. </p>



<p>Ein neueres Werk, das mir ins Auge sticht, ist das von Thomas R. Schreiner, den ich ebenfalls sehr respektiere. Aber mit seinen 432 Seiten ist dieser verglichen mit Moos 848 Seiten auch nur halb so lang.</p>



<p>Halte ich lang für besser? Nicht prinzipiell – aber The Gospel Coalition merkt bei Moo positiv an, dass er sich „extensiv und nuanciert“ einem „breiten Spektrum an wissenschaftlicher Literatur zu Galater“ widmet. Bedeutet für mich: Ich werde immer da, wo es relevant ist, <em>sowieso</em>&nbsp;Longeneckers oder Bruces Meinung erhalten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="647" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:647/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-9.png" alt="" class="wp-image-1237" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:647/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-9.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:189/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-9.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:485/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-9.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1320/h:834/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-9.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1460/h:922/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-9.png 1460w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1460/h:922/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-9.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://www.thegospelcoalition.org/recommendation/best-commentaries-galatians/"><em>The Gospel Coalition</em></a></figcaption></figure>



<p>Und genauso war es! Ich entschied mich für diesen tiefgreifenden Kommentar von Douglas J. Moo und hatte wirklich selten das Bedürfnis, einzelne weitere Kommentare aufzurufen. Dieser Kommentar gibt viel mehr als nur Moos Sicht auf die Dinge: Er ist eine Art Meta-Studie der existierenden Literatur. Ich habe ein gutes Gefühl dafür bekommen, wie Longenecker, Bruce und auch andere Theologen wie J. Louis Martyn, James D. G. Dunn oder Martinus C. de Boer stellenweise anhand des Textes argumentieren</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:1024/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-6.png" alt="" class="wp-image-1234" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:1024/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-6.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:300/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-6.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:150/h:150/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-6.png 150w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:768/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-6.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1080/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-6.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1080/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-6.png 1344w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1080/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-6.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Auszug aus Galatians von Douglas Moo.&nbsp;</em></figcaption></figure>



<p>Zum Lesen nutze ich grundsätzlich Kindle. Wenn ich ein eBook woanders als auf Amazon gekauft habe, kann ich es dort importieren und die für mich essentielle Markierungsfunktion nutzen. Ich markiere Texte immer in abwechselnden Farben (ohne tiefergehendes System), um zwischen Stichpunkten zu trennen. Diese helfen mir im nächsten Schritt, meine Notizen zu erstellen. Ich lasse zwischen beiden Schritten einige Zeit verstreichen, um noch mal einen frischen Blick auf den Text werfen zu können.</p>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-schritt-nr-4-notizen-schreiben-115">Schritt Nr. 4 – Notizen schreiben</h2>



<p>Für meine Notizen nutze ich <a href="https://getupnote.com/">UpNote</a>, weil es Markdown unterstützt und (noch?) zum niedrigen Preis als Einmalkauf erhältlich ist. Es unterstützt unendlich viele Notizen und Anhänge mit je max. 20 MB Größe, was ideal ist, wenn man Grafiken, PDFs oder PowerPoint-Präsentationen in Notizen einbetten möchte, was mir für den Hauskreis sehr hilft.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="750" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:750/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-10.png" alt="" class="wp-image-1238" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:750/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-10-scaled.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:220/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-10-scaled.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:562/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-10-scaled.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1475/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-10-scaled.png 1536w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1475/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-10-scaled.png 2048w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1320/h:966/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-10-scaled.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1475/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-10-scaled.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>



<p>Nachdem ich meine Notizen anhand der Markierungen aus dem Kommentar fertiggestellt habe, folgen noch drei Schritte, um Informationen hinzuzufügen und die Notizen abzurunden:</p>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-schritt-nr-5-sekundare-kommentare-119">Schritt Nr. 5 – Sekundäre Kommentare</h2>



<p>Neben meinem <em>primären</em>&nbsp;Kommentar gibt es aktuell zwei Kommentare, die ich aufgreife, bevor ich meine Notizen abschließe:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>New Dictionary of Biblical Theology (NDBT)</li>



<li>Commentary on the New Testament Use of the Old Testament (CNTUOT)</li>
</ul>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="443" height="648" data-id="1247" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:auto/h:auto/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-11.png" alt="" class="wp-image-1247" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:443/h:648/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-11.png 443w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:205/h:300/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-11.png 205w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:443/h:648/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-11.png 2x" sizes="(max-width: 443px) 100vw, 443px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="717" height="1024" data-id="1250" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:717/h:1024/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-14.png" alt="" class="wp-image-1250" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:717/h:1024/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-14.png 717w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:210/h:300/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-14.png 210w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:756/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-14.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:755/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-14.png 1075w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:755/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-14.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:756/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-14.png 1400w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:756/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-14.png 2x" sizes="(max-width: 717px) 100vw, 717px" /></figure>
</figure>



<p>Auch wenn das <strong>NDBT</strong> nicht Buch für Buch kommentiert, so enthält es immer wieder hilfreiche Kommentare zu einzelnen Passagen, die im großen Kontext der biblischen Heilsgeschichte betrachtet werden.</p>



<p>Für das Neue Testament ist das <strong>CNTUOT</strong>&nbsp;eine sehr hilfreiche Ressource, an der viele Autoren beigetragen haben. Dieses Werk sammelt und kommentiert ausschöpfend&nbsp;<em>alle</em>&nbsp;Stellen, in denen das Neue Testament entweder aus dem Alten zitiert bzw. paraphrasiert oder ganz deutlich (und manchmal etwas weniger deutlich) darauf zurückgeht. Man kann sich denken, dass Matthäus hier mit das längste Kapitel bietet, aber man stellt fest, dass es häufig auch an weniger scheinbaren Stellen passiert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="630" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:630/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-3.png" alt="" class="wp-image-1229" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:630/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-3.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:185/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-3.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:472/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-3.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1320/h:812/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-3.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1356/h:834/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-3.png 1356w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1356/h:834/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-3.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Auszug aus Commentary on the New Testament Use of the Old Testament – hier abgebildet: Galater 4,30 und 5,14.</em></figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-griechische-urtexte-127">Griechische Urtexte</h3>



<p>So gut wie jeder technische Kommentar geht ausführlich auf jede Instanz einer umstrittenen und signifikanten Textvariante ein – also umstrittene Textgrundlagen, aus denen Bibelübersetzer wählen müssen. Standardmäßig nutzen Übersetzer den UBS-Text (bzw. NA) der Deutschen Bibelgesellschaft als Grundlage, aber Übersetzern sind nie die Hände gebunden, hier und da selbst Entscheidungen zu treffen, welche Lesart sie für wahrscheinlicher halten. Genauso ist es für den Autor eines Kommentars; Moo etwa stellt eine ganz eigene Übersetzung des Galaterbriefes bereit, auf dessen Basis er kommentiert. Das ist völlig normal, da ein technischer Kommentar ohnehin den griechischen Text betrachtet und nicht irgendeine Übersetzung.</p>



<p>Um Entscheidungen im Kommentar besser nachzuvollziehen, nutze ich zusätzlich das THGNT (<em>Tyndale House Greek New Testament</em>). Dieses stimmt in weiten Teilen mit dem UBS6-Text überein, entscheidet hier und da aber doch anders. Leider werden einzelne Entscheidungen hier nicht erklärt, anders als beim UBS6-Text, wo jede theologisch signifikante Variante in einem Begleitwerk kommentiert wird. Außerdem enthält der UBS6-Text in seinen Fußnoten Bewertungen von A bis D und einem Gleichstand, je nachdem, wie viel Einigkeit es innerhalb des akademischen Gremiums hinter dem Text gibt (A steht für volle, D für nur leicht überwiegende Einigkeit).</p>



<p>Der UBS6-Text ist übrigens erst vor wenigen Monaten erschienen. Neue Übersetzungen und Editionen werden nun einige Jahre brauchen, bis sie auf den aktuellsten Stand der Textkritik angepasst sind. Es ist also die beste Zeit, Griechisch zu lernen!</p>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-schritt-nr-6-wortstudien-131">Schritt Nr. 6 – Wortstudien</h2>



<p>Nachdem ich meine Kommentare abgeklappert habe, begebe ich mich ins Wortstudium. Eine Passage, bei der dies auf jeden Fall notwendig war, ist Galater 4,19-23 – die <em>Werke des Fleisches</em> und <em>Frucht des Geistes</em>. Hier eröffnen sich mehr als ein Dutzend Wortstudien in nur fünf Versen.</p>



<p>Die folgende Grafik schlägt eine sinnvolle Reihenfolge für das Wortstudium vor:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="699" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:699/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-5.png" alt="" class="wp-image-1232" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:699/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-5.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:205/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-5.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:524/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-5.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1320/h:900/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-5.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1422/h:970/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-5.png 1422w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1422/h:970/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-5.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Screenshot aus <a href="https://www.biblicaltraining.org/learn/institute/nt203-greek-tools-for-bible-study/nt203-11-greek-word-studies">„Greek Tools For Bible Study –&nbsp;Lesson 11“</a>&nbsp;von Bill Mounce</em>.</figcaption></figure>



<p>Ein sehr häufiger Fehler, auf den D. A. Carson auch in seinem Buch <em>Exegetical Fallacies</em> hinweist, ist die Annahme, dass jeder Autor der Bibel ein Wort in jeder Instanz auf gleiche Weise nutzt. Den Fehler nennt man „Illegitimate Totality Transfer“. Das hier gezeigte Beispiel ist großartig – denn Paulus würde Jakobus widersprechen, wenn es so wäre. Er schreibt nämlich:</p>



<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em><em><em>Denn wenn Abraham aus Werken gerechtfertigt worden ist, <small>so</small> hat er etwas zum Rühmen – aber nicht vor Gott. Denn was sagt die Schrift? „Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.“</em></em></em></p>



<p class="has-text-align-left has-small-font-size">– Römer 4,2-3</p>



<p>Jakobus schreibt jedoch:</p>



<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em><em><em>Ist nicht Abraham, unser Vater, aus Werken gerechtfertigt worden, da er Isaak, seinen Sohn, auf dem Altar opferte? Du siehst, dass der Glaube mit seinen Werken zusammen wirkte und <small>dass</small> der Glaube durch die Werke vollendet wurde. Und die Schrift wurde erfüllt, die sagt: „Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet“, und er wurde Freund Gottes genannt.</em></em></em></p>



<p class="has-text-align-left has-small-font-size">– Jakobus 2,21-23</p>



<p>Wenn wir ein Wort studieren, müssen wir also erst einmal betrachten, <em>was</em>&nbsp;dieses Wort bedeutet – wir stellen dann häufig fest: Nicht nur eine Sache. <em>Gerechtigkeit</em>&nbsp;hat in der Bibel eine Fülle an Bedeutungen, und Kontext ist maßgeblich entscheidend, um uns zu helfen, die richtige zu finden. Deshalb bewegen wir uns dann in die Vers-Ebene, und dann in die Passagen-Ebene, und dann schauen wir, wie Paulus, Jesus oder Johannes ein Wort sonst verwendet. Das nennt man <em>Hermeneutik</em>, die rechte Auslegung von Texten. Die Betrachtung eines Textes in seinem Kontext ist eine ihrer obersten Regeln.</p>



<p>Ein Blick in die deutsche Sprache gibt uns beispielhaft vor, wie viele Definitionen ein Wort haben kann: Ein Zug kann eine Eisenbahn meinen, vielleicht aber auch die nächste Handlung in einem Schachspiel, einen Luftstrom in einem Raum, oder es deutet auf eine Charaktereigenschaft. Der Kontext hilft mir, die richtige Bedeutung zu finden.</p>



<p>Neben vielen anderen Dingen ist es auch wichtig, die Nutzung eines Wortes im ungefähren Zeitraum der Erstellung der neutestamentlichen Texte zu berücksichtigen. Wir sollten hier genauso wenig standardmäßig eine 800 Jahre alte Definition verwenden wie wir es im Deutschen tun wollen. </p>



<p>Diesen Fehler sieht man erstaunlich oft, und im schlimmsten Fall werden daraus geistliche Lektionen gezogen, die der Autor nie macht. So impliziert mancher Prediger, weil προσκυνέω (proskuneo) im primitivsten Sinne auf <em>küssen</em> zurückgeht, wahre Anbetung bedeute, sich niederzubeugen, bis man den Boden berührt; ein Pfingslerfavorit ist es, die δύναμις (dynamis) des Heiligen Geistes auf <em>explosive Kraft</em> zurückzuführen, wobei das Dynamit, das wir heute kennen, erst 1800 Jahre später erfunden wurde. Interessanterweise wird sogar gesagt, „daher haben wir das Wort Dynamit“, und offenbart damit seine unglückliche Ignoranz. </p>



<p>Das sind Dinge, auf die der Weiseste von uns schnell reinfallen kann. Wortstudium erlaubt viele Fehler, und verlangt entsprechend besondere Vorsicht.</p>



<p>Zum Studieren eines Wortes nutze ich das NIDNTTE, ein massives Bibellexikon. Da ich kürzlich einen ausführlichen Beitrag zum Thema Bibellexika geschrieben habe, verweise ich an dieser Stelle darauf:</p>



<p><a href="https://joelbarthel.de/das-bibellexikon-problem/">Das Bibellexikon-Problem</a></p>



<p>Ich fasse es für diesen praktischen Teil aber noch einmal kurz zusammen. Das NIDNTTE (<em>New International Dictionary of New Testament Theology and Exegesis</em>) enthält alles, was man für ein ausführliches Wortstudium braucht: Alle Bedeutungen im Neuen Testament, die Nutzung in der weltlichen-griechischen sowie die in der jüdischen Literatur. Es enthält pro Wort eine ausführliche Kategorisierung und Querverweise durch die ganze Schrift hinweg; außerdem werden semantisch verwandte Wörter gebündelt. Dieses Lexikon macht so viel Spaß zu nutzen, dass es fast verboten klingt, ihm einen so langweilig klingenden Namen zu verleihen! Es wäre sogar als ziellose Lektüre auf dem Kaffeetisch geeignet.</p>



<p>Für&nbsp;δικαιοσύνη (Gerechtigkeit) kann ich als Prachtexemplar kaum aufzählen, wie viele Definitionen es gibt – dieses Wort ist so umfangreich, dass das NIDNTTE es zwischen Autoren trennt, da sie es so unterschiedlich verwenden. Allein für Paulus gibt es noch mal fünf Unterdefinitionen. Wie du siehst, kann man sehr viel Zeit damit verbringen, Wörter zu studieren.</p>



<p>Durch Accordance ist die Nutzung dieses massiven Lexikons kinderleicht. Ich klicke auf ein Wort und es öffnet sich automatisch sowohl im BDAG (das akademische Standard-Lexikon mit ausgiebigen Definitionen) als auch im NIDNTTE (das Lexikon, das ich tatsächlich&nbsp;auch nutze und ohnehin auf die Definitionen des BDAG aufbaut).</p>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-schritt-nr-7-ki-uberprufung-machtig-aber-nur-mit-vorsicht-147">Schritt Nr. 7 – KI-Überprüfung. Mächtig, aber nur mit Vorsicht!</h2>



<p>Wenn ich mein Wortstudium abgeschlossen habe, sind meine Notizen fertig. Als letzten Schritt nehme ich genau diese Notizen und füttere sie meiner personalisierten KI-Umgebung, um anhand der selben bisher genannten Quellen Flüchtigkeitsfehler festzustellen, auf potenzielle Denkfehler oder inhaltliche Lücken hinzuweisen und ggf. noch letzte Zitate von Luther, Spurgeon und Co. hinzuzufügen. Mehr dazu gleich.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-ein-hilfsmittel-kein-ersatz-fur-arbeit-149">Ein Hilfsmittel, kein Ersatz für Arbeit</h3>



<p>Es darf nicht unerwähnt bleiben, wie gefährlich unzuverlässig KI-Chatbots sein können (und oft mit einer scheinbaren Zuversicht, dass man kaum zweifeln kann, dass sie „recht haben“). Genau deshalb bin ich besonders im Bibelstudium <em>extrem</em>&nbsp;vorsichtig, wie ich KI einsetze. Es wäre jedoch dumm, ihren immensen Wert außer acht zu lassen.</p>



<p>Zuallererst: Keine KI kann einem das Denken abnehmen. Es tut mir weh, wenn ich Geschwister im Gottesdienst sehe, die KI nutzen, um irgendeinen biblischen Punkt zu klären. Bibelstellen suchen? Ja. Bibelstellen erklären? Auf <em>gar keinen</em>&nbsp;Fall. Das ist oft genauso hilfreich wie googeln. Wollen wir uns wirklich unsere Quellen für diesen heiligsten, geistlichen Zweck wie das Verständnis von Gottes Wort von einer weltlichen Plattform vorgaukeln lassen?</p>



<p>KI sollte ebenso auf keinen Fall dafür genutzt werden, ausführliche, technische Kommentare zusammenzufassen, um mir die Denkarbeit und Lesezeit zu sparen. Wenn jemand wie Douglas Moo jahrelang an einem 800-seitigen Kommentar für Galater gearbeitet hat, dann mit dem Ziel, dass Leser es…&nbsp;<em>lesen.&nbsp;</em></p>



<p>Kurzgefasst: Wenn KI Denkarbeit oder das Sammeln und Zusammensetzen der Informationen ersetzt, von denen du lernen möchtest, förderst du damit Faulheit und lernst nicht annähernd so nachhaltig. Wenn sie jedoch das Durchsuchen von Quellen vereinfacht oder Informationen konsolidiert, die du bereits manuell bearbeitet hast, kann sie ein hilfreicher Zeitsparer sein.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-wie-ich-ki-sicher-und-effektiv-einsetze-154">Wie ich KI sicher und effektiv einsetze</h3>



<p>Wo KI aber durchaus eingesetzt werden darf: Als intelligente Suche und Zusammenfassungstool für Bücher, die ich bereits gelesen habe, gut kenne und bei denen ich deshalb feststellen kann, ob der generierte Inhalt korrekt und ausschöpfend ist. Dann wird sie zu einem mächtigen Werkzeug, dem ich nicht mehr vertrauen muss. Noch besser: Ich lasse die KI für jede Aussage Originalzitate aus demselben Werk liefern. So wird sie vielmehr ein zeitsparendes <em>Suchtool</em> als ein <em>Denktool</em>. Die KI muss gebändigt werden.</p>



<p>Mein bevorzugtes Tool, um das Bändigen meiner KI sicherzustellen, ist <strong>NotebookLM</strong> von Google, genau genommen in der kostenpflichtigen Variante mit einem AI-Pro-Abo. Dort kann ich dutzende Quellen pro Notizbuch hinzufügen. So sieht z. B. mein Notizbuch für Galater aus:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="854" height="1024" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:854/h:1024/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image.png" alt="" class="wp-image-1225" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:854/h:1024/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image.png 854w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:250/h:300/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image.png 250w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:921/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:900/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image.png 1202w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:900/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image.png 2x" sizes="(max-width: 854px) 100vw, 854px" /></figure>



<p>Die Quellen beinhalten Moos Kommentar sowie die zuvor erläuterten sekundären Kommentare, die beiden griechischen Texte und das NIDNTTE-Lexikon. Nur auf diese Texte greift NotebookLM zu, wenn ich eine Frage eingebe.</p>



<p>Hier nur ein paar Beispiele für sinnvolle Zwecke und entsprechende Prompts:</p>



<p><strong>Quellen durchsuchen</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Welche Passagen von Jesaja werden direkt, und welche indirekt, von Paulus in Galater aufgegriffen?</li>



<li>Auf welcher Seite in Moos Kommentar wird beschrieben, dass…</li>
</ul>



<p><strong>Textkritik vergleichen</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Welche Textvarianten enthält Galater 4 laut UBS6, und welche Variante bevorzugen die Kommentare jeweils? Nutze Originalzitate.</li>



<li>Wo im Galaterbrief unterscheidet sich THGNT von UBS6?</li>
</ul>



<p><strong>Prüfung</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Überprüfe meine Notizen auf Vollständigkeit anhand deiner Quellen. Fehlen wichtige Infos?</li>



<li>Prüfe folgende Liste mitsamt Parallelstellen auf Vollständigkeit. Fülle die Lücken und zeige jeweils auf, warum deine Quellen sie für wichtig halten.</li>
</ul>



<p>Letzteres ist ein praktisches Beispiel aus meinem echten Leben; siehe hier einen Teil der Antwort. Es ging darum, meine Liste an Identifizierungen der Gemeinde mit Israel im Galaterbrief samt Parallelstellen auf Vollständigkeit zu prüfen:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="991" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:991/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-1.png" alt="" class="wp-image-1226" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:991/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-1.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:290/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-1.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:743/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-1.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1050/h:1016/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-1.png 1050w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1050/h:1016/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-1.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>



<p>Die rund umkreisten Zahlen lassen sich anklicken, um den entsprechenden Absatz in der Originalquelle aufzuzeigen, aus dem NotebookLM seine Info bezogen hat. So kann ich doppelt sicherstellen, dass die KI nicht halluziniert, bevor ich Informationen in meine Notizen übernehme.</p>



<p>In NotebookLM pflege ich noch ein weiteres Notizbuch allein für meine Lexika und Zusatzkommentare, um allgemeine Anfragen zu bearbeiten. Zudem habe ich ein Notizbuch, das ich mit klassischen, gut zitierbaren Autoren wie Luther, Calvin und Spurgeon füttere, damit es mir bei der Eingabe einer Passage alle relevanten Zitate gibt, die ich ggf. noch in meine Notizen einfügen kann.&nbsp;</p>



<p>Neben NotebookLM haben klassische Chatbots natürlich auch ihren Nutzen. Wenn z. B. Moo in seinem Kommentar relevante Passagen nennt, aber nicht ausschreibt, habe ich nun zwei Möglichkeiten, um diese herauszufinden: Sie manuell suchen (was bei außerbiblischen Quellen noch mal etwas länger dauert) oder einfach einen Screenshot auswerten und die Passagen ausschreiben lassen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="818" height="1024" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:818/h:1024/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-2.png" alt="" class="wp-image-1227" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:818/h:1024/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-2.png 818w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:240/h:300/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-2.png 240w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:961/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-2.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:862/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-2.png 1227w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:862/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-2.png 1232w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:862/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/04/image-2.png 2x" sizes="(max-width: 818px) 100vw, 818px" /></figure>



<p>Nachdem mir nun die KI für den letzten Feinschliff meiner Notizen geholfen hat, kann ich mit voller Zuversicht in den Hauskreis gehen.</p>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-die-kosten-des-bibelstudiums-179">Die Kosten des Bibelstudiums</h2>



<p>Neben Zeit und Energie muss natürlich noch berücksichtigt werden, was das Studieren kostet. Die gute Nachricht: Bis auf die KI-Tools, die zwar <em>hilfreich</em>, aber nicht <em>essentiell</em> sind, ist jede Ressource frei von Abonnements, sodass die Kosten gut planbar sind.</p>



<p>Hier eine konkrete Auflistung anhand aller hier genannten Ressourcen für das aktive Bibelstudium (deutsche Preise sind umgerechnet und aufgerundet, Stand: 03.04.2026):</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-software-apps-182"><strong>Software &amp; Apps</strong></h4>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Accordance </strong>Bibelsoftware<br>0€ bis 43€ (zum Jahresbeginn wurde es kostenlos angeboten, sogar mit einigen Inhalten im Wert von hunderten Euros).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Kindle </strong>zum Lesen<br>Kostenlos.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Upnote</strong> für Notizen<br>Einmalig ca. 35 Euro.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>NotebookLM</strong> mit Google AI Pro Abonnement (optional)<br>21,99€/Monat.</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-bibelubersetzungen-190">Bibelübersetzungen</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>CSV Elberfelder</strong><br>Kostenlos digital verfügbar (<a href="https://www.csv-bibel.de/start">csv-bibel.de</a>).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Menge 2020</strong><br>33€ bis 45€ (je nach Edition).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Legacy Standard Bible (LSB)</strong><br>Kostenlos (<a href="https://www.accordancebible.com/product/legacy-standard-bible-with-strongs-numbering/">Accordance</a>).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>English Standard Version (ESV)</strong><br>13€ (<a href="https://www.csv-bibel.de/start">Accordance</a>).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>New English Translation (NET) inkl. Notes</strong><br>17€ (<a href="https://www.csv-bibel.de/start">Accordance</a>).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Revidierte Elberfelder 1985</strong><br>17€ (<a href="https://www.accordancebible.com/product/german-elberfelder-bible/">Accordance</a>).</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-lehrmaterial-videos-203">Lehrmaterial &amp; Videos</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>BiblicalTraining.org<br></strong>Kostenlos.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>The Gospel Coalition Kurse und Kommentarempfehlungen<br></strong>Kostenlos.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>BestCommentaries.com</strong><br>Kostenlos.</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-lexika-210">Lexika</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>BDAG &amp; HALOT</strong><br>207€ (<a href="https://www.accordancebible.com/product/bdag-and-halot-add-on/">Accordance</a>; aktuell für 155€ im Sale, Stand: 03.04.2026).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>NIDNTTE</strong><br>217€ (<a href="https://www.accordancebible.com/product/new-international-dictionary-of-new-testament-theology-and-exegesis/">Accordance</a>).</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-urtexte-begleitmaterial-215">Urtexte &amp; Begleitmaterial</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>UBS6</strong><br>78€ (<a href="https://www.accordancebible.com/product/ubs6-greek-new-testament-with-apparatus-crossreferences-and-tagging/">Accordance</a>).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>UBS6 Houghton’s Textual Commentary</strong><br>26€ (<a href="https://www.accordancebible.com/product/houghton-textual-commentary-on-ubs6-greek-new-testament/">Accordance</a>).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>THGNT</strong><br>35€ (<a href="https://www.accordancebible.com/product/the-greek-new-testament-produced-at-tyndale-house-cambridge-with-apparatus-and-tagging/">Accordance</a>).</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-kommentare-222">Kommentare</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Bspw. Galatians von Douglas Moo</strong><br>35€ (als eBook).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>The Baker Illustrated Bible Background Commentary</strong><br>46€.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Commentary on the New Testament Use of the Old Testament (CNTUOT)</strong><br>65€ (<a href="https://www.accordancebible.com/product/commentary-on-the-new-testament-use-of-the-old-testament/">Accordance</a>).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>New Dictionary of Biblical Theology (NDBT)</strong><br>31€ (<a href="https://www.accordancebible.com/product/new-dictionary-of-biblical-theology/">Accordance</a>).</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-unter-dem-strich-231">Unter dem Strich</h3>



<p>Die <strong>Gesamtkosten</strong> aller Ressourcen, die ich einmal für das wiederkehrende Studium gekauft habe, belaufen sich auf <strong>830€</strong>.&nbsp;Preisnachlässe sind nicht berücksichtigt, durch die der Preis in meinem Fall noch niedriger war. Etwa die Hälfte dieses Geldes geht in die drei großen Lexika.</p>



<p><strong>Pro Buch</strong> muss ich einen maximal mittleren zweistelligen Betrag, etwa <strong>30-40€</strong> einplanen, um einen passenden Kommentar dazu nutzen zu können.</p>



<p>In meinem Fall kommen <strong>21,99€</strong> im Monat für die Nutzung von NotebookLM und Gemini Pro dazu, um KI als nützlichen und zeitsparenden Assistenten einzusetzen. Diese Ressource ist empfehlenswert, aber optional. Es gibt für beides auch kostenlose Varianten mit kleineren Kontextfenstern, mit denen man bereits viel machen kann.</p>



<p>Mit <strong>weniger als 1000€</strong>&nbsp;Gesamtinvestition kann man also ohne qualitative Kompromisse die Bibel studieren.</p>



<p>Geld soll aber keine Hürde sein. Wer nicht viel ausgeben, aber dennoch ein hochqualitatives Bibelstudium durchführen möchte, kann auf jegliche Bibelsoftware mitsamt den Ressourcen verzichten. Auch frei verfügbare Notizen-Apps tun ihren Dienst. Lediglich der textbezogene Kommentar ist essentiell – wer diesen Beitrag gelesen hat, wird sowieso festgestellt haben, dass dieser 80-90% der Informationen liefert. Die darauf folgenden Schritte fügen vereinzelt Dinge hinzu, aber ein ausführlicher Kommentar gibt dir ohnehin die wichtigsten Wortstudien aus denselben Lexika, die ich hier empfehle. Weitere Ressourcen können im Laufe der Jahre hinzugefügt werden, wie es das Bankkonto erlaubt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-abschliessende-worte-237">Abschließende Worte</h2>



<p>Es hat einige Jahre gebraucht, bis ich lernte, welche Ressourcen wirklich im Alltag zählen, und welche, zumindest für mich, überflüssig sind. Ich hoffe, dass ich mit diesem ausführlichen Leitfaden besonders solchen Geschwistern helfen konnte, tiefer in die Bibel einzutauchen. Für erfahrene Studenten hoffe ich, dass auch sie noch ein paar wenige Tipps mitnehmen können.</p>



<p>Meine Erfahrung mit dem Bibelstudium beläuft sich nur auf wenige Jahre, und kein Jahr davon in Vollzeit. Ich bin also für jeden Hinweis dankbar, der mir hilft, diesen Leitfaden für die Zukunft noch weiter zu optimieren (und folglich auch mein eigenes Bibelstudium). Gibt es Zusatzkommentare, die ich unbedingt in meinem Repertoire haben sollte? Bin ich bei den Lexika nicht auf dem aktuellen Stand? Jeder Tipp ist willkommen!</p><p>The post <a href="https://joelbarthel.de/bibelstudium-ein-leitfaden-fuer-autodidakten-2026/">Bibelstudium – Ein Leitfaden für Autodidakten [2026]</a> first appeared on <a href="https://joelbarthel.de">Joel Barthel</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Das Bibellexikon-Problem</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mail@joelbarthel.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2026 16:19:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bibelstudium]]></category>
		<category><![CDATA[Wortstudie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es mag viele Mittel und Methoden geben, die Bibel zu studieren, doch kein Weg führt um Wörterbücher oder Lexika herum, um den (oft zahlreichen) Bedeutungen der mindestens zweitausend Jahre alten Wörter auf den Grund zu gehen, mit denen wir es in jedem einzelnen Vers zu tun haben. Es ist gerade das Wortstudium, das uns die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es mag viele Mittel und Methoden geben, die Bibel zu studieren, doch kein Weg führt um Wörterbücher oder Lexika herum, um den (oft zahlreichen) Bedeutungen der mindestens zweitausend Jahre alten Wörter auf den Grund zu gehen, mit denen wir es in jedem einzelnen Vers zu tun haben. Es ist gerade das Wortstudium, das uns die Welt, Kultur und Theologie der Autoren des Alten und Neuen Testaments eröffnet.</p>



<p>In diesem Beitrag zeige ich auf, welche die wichtigsten und bekanntesten Lexika sind, bevor ich aufzeige, wie man diese für das Bibelstudium nutzt. Ich fokussiere mich hier nur auf solche, die das griechische Neue Testament betrachten. Im Fazit nenne ich die äquivalenten Favoriten für das Alte Testament, Hebräisch und Aramäisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Inhaltsverzeichnis</h2>


<div class="wp-block-aioseo-table-of-contents"><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-der-mangelhafte-mainstream-3">Der mangelhafte Mainstream</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-die-geschichte-der-lexika-9">Die Geschichte der Lexika</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-kurzer-uberblick-uber-lexika-18">Kurzer Überblick über Lexika</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-theologische-lexika-32">Theologische Lexika</a></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-fazit-51">Fazit</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-weiterfuhrende-ressourcen-54">Weiterführende Ressourcen</a></li></ul></div>


<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-der-mangelhafte-mainstream-3">Der mangelhafte Mainstream</h2>



<p>Der Bibelstudent muss keinen Cent ausgeben, um Zugriff auf die besten Bibelübersetzungen in allen Sprachen zu haben (mehr dazu in <a href="https://joelbarthel.de/welche-bibeluebersetzung-ist-die-beste/">meinem letzten Artikel</a>). Bibel<em>lexika</em> haben jedoch ein großes&nbsp;Problem im digitalen Zeitalter: Alles, was kostenlos online zur Verfügung steht, ist alt – so alt, dass es sich bereits in der Public Domain befindet, die diese Ressourcen kostenfrei macht. Diese sieht vor, dass der Autor eines Werkes seit mindestens 70 Jahren verstorben ist. Die Folge: Die meisten von uns nutzen Wörterbücher aus dem 19. Jahrhundert!&nbsp;</p>



<p>Für keine tote Sprache ist dies ein größeres Problem als für Koine-Griechisch, die Sprache des Neuen Testaments: Diese Lexika sind entstanden, bevor die meisten antiken Handschriften in ebendieser Sprache ausgegraben und erforscht worden sind, zu denen wir heute Zugang haben und die uns massiv hilfreiche Infos dazu liefern, was Wörter bedeuten und wie sie in welchen Zusammenhängen genutzt wurden.</p>



<p>Das meistbenutzte Wörterbuch ist zweifellos das Strong’s. Der Grund ist simpel: Die Strong<em>-Konkordanz&nbsp;</em>ist ein hilfreiches, bis heute standardmäßig genutztes System zur Kategorisierung der griechischen Vokabeln. Das dazugehörige Wörterbuch, das sich auf einfache Definitionen begrenzt, wird von Plattformen wie BlueLetterBible, Bible Hub oder der YouVersion-Bibel-App mitgegeben. Dieses Wörterbuch wurde 1890 veröffentlicht.&nbsp;</p>



<p>Die berühmten Alternativen heißen Thayer’s Greek Lexicon (1889), Brown-Driver-Briggs für Hebräisch/Aramäisch (1906) und Vine’s Expository Dictionary (1939-1940). All diese Optionen finden wir auf BlueLetterBible – und nichts aktuelleres. Macht es das zu einer schlechten Plattform? Auf keinen Fall; sie ist kostenlos und ihre Entwickler können somit einfach keine besseren, aktuellen Ressourcen zur Verfügung stellen. Es liegt am Bibelstudenten, zu wissen, wie er damit umgeht. Genau dafür ist dieser Beitrag da.</p>


  
  
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<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-die-geschichte-der-lexika-9">Die Geschichte der Lexika</h2>



<p>Im frühen 16. Jahrhundert wurde das erste Bibellexikon, die <em>Complutensische Polyglotte</em>, veröffentlicht, bestehend aus sagenhaften 75 Seiten von Wörtern mit ihren lateinischen Äquivalenten. Im Mittelalter war das Lernen der griechischen Sprache kein akademischer Standard. Die Bibel wurde in ihrer lateinischen Übersetzung studiert; das Gleiche galt für griechische Philosophie.</p>



<p>1868 gab es den ersten signifikanten Sprung, als&nbsp;Carl Ludwig Wilibald Grimm das 1839 erschienene Lexikon von Christian Gottlob Wilke überarbeitete. Dieses Lexikon war es, das Joseph H. Thayer als deutsche Grundlage nutzte, um 1886 sein englisches Lexikon zu veröffentlichen.</p>



<p>Die neutestamentliche Lexikographie des 19. Jahrhunderts war von einem gutgemeinten Irrglauben geprägt, das Neue Testament sei in einem „Heiliger-Geist-Griechisch“ geschrieben worden. Der Theologe Hermann Cremer etwa schrieb 1866 als Vorwort zu seinem Lexikon:</p>



<p>„<em>Man kann in der That mit gutem Fug von einer <strong>Sprache des Heiligen Geistes </strong>reden. Denn es liegt in der Bibel offen vor unsem Augen, wie der in der Offenbarung wirksame göttliche Geist jedesmal aus der Sprache desjenigen Volkskreises, welcher den Schauplatz jener ausmacht, sich eine ganz eigentümliche religiöse Mundart gebildet hat, indem er die sprachlichen Elemente, die er vorfand, ebenso wie die schon vorhandenen Begriffe zu einer ihm eigentümlich angemessenen Gestalt umformte.</em>“</p>



<p>Thayer, dessen Lexikon 1886 erschien, stimmte diesem Gedanken zu. Er listete etwa 300 Wörter auf, die nur in der Bibel und nirgendwo sonst in der antiken Literatur auffindbar waren. Dies ist nicht korrekt – besser hätte er dies zu seiner Zeit allerdings auch nicht wissen können. Erst kurze Zeit später nämlich, in den 1890ern, entdeckte man antike Manuskripte, die die Möglichkeiten der Lexikographie massiv verbesserten. Was deutlich wurde: Das Neue Testament wurde in einem ganz alltäglichen, für die Masse verständlichen Griechisch geschrieben. Rodney J. Decker kommentiert zurecht: „<em>Es ist bedauerlich, dass seine (Thayers) umfangreichen Bemühungen so schnell hinfällig wurden.</em>“</p>



<p>Thayer war zudem Unitarier. Das ist in sich für eine wissenschaftliche Arbeit kein Problem; leider sind seine Definitionen zum Teil sichtbar davon geprägt, dass er die Dreieinigkeit nicht für biblisch hielt. Bereits in seinem Vorwort gibt er diesen Einfluss bekannt, sein Wörterbuch sei explizit ein <em>theologisches</em>. Geprägt sind hierdurch elementare Einträge wie&nbsp;υἱός (Sohn) oder&nbsp;θεός (Gott). Bei&nbsp;πνεῦμα (Geist) heißt es im Lexikon grundsätzlich „It“ und nicht „He“, sodass die Identifikation mit Gott nicht besteht.</p>



<p>1910 veröffentlichte Erwin Preuschen das erste Lexikon, das das neue Wissen aus den ersten der vielen noch zu erforschenden Manuskripte (ein Prozess, der noch heute währt) inkludierte. 1928 war es aber, als Walter Bauer auf Preuschens Werk aufbaute. 1952 veröffentlichte er seine vierte Edition. 1957 wurde diese von William F. Arndt und F. Wilbur Gingrich ins Englische übersetzt und überarbeitet, woraus die <strong>BAG</strong> entstand. 1958 erschien Bauers fünfte und letzte Edition, mit viel neuen Informationen, die eine neue englische Revision veranlassten, die 1979 erschien: Das <strong>BAGD</strong> (Bauer Arndt Gingrich Danker). Dieses massive Lexikon übertraf Bauers Werk inhaltlich noch einmal deutlich, und nutzte neue Informationen aus Manuskripten. 2000 erschien dann das <strong>BDAG</strong>, woran allein F. William Danker arbeitete, da Arndt und Gingrich bereits verstorben waren.</p>



<p>Das 2000 erschienene BDAG ist also das aktuellste Standard-Lexikon, das wir heute besitzen. Kein deutsches Lexikon kommt diesem im Umfang nur ansatzweise nahe – genau genommen hinkt es schon 68 Jahre hinterher, da nach Bauer kein deutschsprachiger Theologe dasselbe Unterfangen wagte wie er.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-kurzer-uberblick-uber-lexika-18">Kurzer Überblick über Lexika</h2>



<p>Um es zu vereinfachen, hier eine Liste der wichtigsten und/oder bekanntesten Lexika und ihre Einordnung:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das <strong>BDAG </strong>(2000)&nbsp;ist der unbestrittene, objektivste König unter den Bibelwörterbüchern. Wer alle Definitionen zu einem Wort erhalten möchte, mit einer ausschöpfenden Auflistung <em>aller</em>&nbsp;Vorkommnisse mit der jeweiligen Bedeutung (hier kommt der Lexikograph nicht um eine gewisse Wertung herum!), wird nichts annähernd so Zuverlässiges finden. Nicht nur das Neue Testament, sondern auch die Septuaginta (also das griechische Alte Testament) und eine massive Datenbank an frühkirchlichen und antiken weltlichen Schriften sind hier mit eingeschlossen, was das Studium eines Wortes in scheinbar unendlicher Tiefe ermöglicht.</li>



<li>Die <strong>Strongs-Konkordanz </strong>(1890) ist zweifellos das meistbenutzte „Wörterbuch“, aber eigentlich kein Lexikon und längst veraltet und unzuverlässig.</li>



<li>Das <strong>Thayer-Lexikon&nbsp;</strong>(1889) ist veraltet und stark theologisch mitunter durch den Unitarismus geprägt.</li>



<li><strong>Abbott-Smith</strong> (1937) ist veraltet.</li>



<li><strong>Vine’s&nbsp;Expository Dictionary</strong>&nbsp;(1996) ⁠ist oft auf Etymologie fokussiert und liegt oftmals nachweisbar falsch.</li>



<li><strong>Louw and Nida</strong> &nbsp;(1989) ist deutlich aktueller als die meisten Optionen, dient aber einem anderen Zweck (semantische Gruppierung der Wörter).</li>



<li><strong>Liddell and Scott/LSJ&nbsp;</strong>(1996) ist ein akademisch respektiertes Lexikon, aber kein <em>Bibellexikon</em>, sondern fokussiert auf Altgriechisch – wodurch dennoch die LXX und das NT eingeschlossen sind.</li>



<li><strong>Newman’s Dictionary </strong>(2010) ist aktuell, aber nur für Anfänger gedacht und bietet lediglich einfache Übersetzungen, keine detaillierten Definitionen (weshalb es ein Wörterbuch und kein Lexikon ist).</li>
</ul>



<p>Rodney Decker fasst zusammen: „<em>Kauf dir BDAG (falls nötig, verkaufe dein Auto!) und lerne, es zu nutzen. Du wirst deinen Kauf nicht bereuen.</em>“ (Ins Deutsche übersetzt). </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1042" height="1000" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:auto/h:auto/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-4.png" alt="" class="wp-image-1217" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1042/h:1000/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-4.png 1042w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:288/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-4.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:983/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-4.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:737/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-4.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1042/h:1000/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-4.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Auszug aus dem BDAG-Lexikon.</figcaption></figure>



<p>Für eine ausführliche Anleitung zur Nutzung des BDAG ist&nbsp;<a href="https://www.logos.com/grow/wp-content/uploads/2023/03/DeckerRodneyAnIntroductionToBDAG.pdf">diese PDF</a>&nbsp;von Rodney J. Decker, aus der ich viele Informationen für diesen Beitrag entnommen habe, Gold wert.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-theologische-lexika-32">Theologische Lexika</h3>



<p>Zusätzlich zu regulären Lexika gibt es noch sog. <em>theologische</em> Lexika. Diese Werke geben nicht bloß die Definition wieder, sondern erklären, wie ein Wort seitens der verschiedenen Autoren verwendet wird, statt nur eine möglichst genaue kompakte Definition zu liefern. Die Einträge ähneln eher Aufsätzen. </p>



<p>Der Standard in diesem Fall ist das <em>New International Dictionary of New Testament Theology and Exegesis</em> (NIDNTTE) von Moisés Silva. Über Bibelsoftware beläuft sich der Preis auf&nbsp;$250 (~220€), eine Investition, die nur teuer erscheint, wenn man noch nicht weiß, wie massiv und ausschöpfend dieses 5-teilige Werk ist. Wie wir sehen, ist das Veröffentlichen signifikanter neuer Lexika kein häufiges Ereignis in der Geschichte. Da das NIDNTTE 2014 veröffentlicht wurde, wird es sicher noch mindestens die nächsten zwei Jahrzehnte das Standardwerk in diesem Umfang bleiben.</p>



<p>Neben Kommentaren ist das NIDNTTE mein meistgelesenes Referenzwerk, wenn ich ein Buch studiere.</p>



<p>Hier bspw. ein Auszug aus dem Eintrag für&nbsp;<strong>γενεά</strong>:</p>



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<p>Wie man sieht, ist es hier unmöglich, den gesamten Eintrag auf einem Screenshot einzufangen. Es ist aber genug, um einen guten Eindruck zu geben, was das Lexikon bietet.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="548" height="278" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:auto/h:auto/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-1.png" alt="" class="wp-image-1214" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:548/h:278/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-1.png 548w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:152/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-1.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:548/h:278/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-1.png 2x" sizes="(max-width: 548px) 100vw, 548px" /></figure>



<p>Wie wir hier sehen, wird&nbsp;γενεά⁠ mitsamt seinen semantisch verwandten Wörtern gelistet; der Eintrag umfasst in diesem Fall also alle fünf relevanten Vokabeln. Daneben erhalten wir jeweils eine schnelle Übersicht der möglichen direkten Übersetzungen des Wortes.</p>



<p>Weiter unten sehen wir, unter welchen Konzepten das Wort im Inhaltsverzeichnis gelistet ist. Wenn ich z. B. auf&nbsp;<em>Family</em> klicke, sehe ich alle in diese Kategorie passenden Wörter, z. B. <em>Vater</em>, <em>Schwester</em>, <em>Bruder</em>, <em>Nachkomme</em>, <em>Erstgeborener</em>, etc.:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="968" height="1024" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:968/h:1024/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-3.png" alt="" class="wp-image-1216" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:968/h:1024/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-3.png 968w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:284/h:300/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-3.png 284w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:812/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-3.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1020/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-3.png 1452w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1021/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-3.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1020/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-3.png 1728w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1020/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-3.png 2x" sizes="(max-width: 968px) 100vw, 968px" /></figure>



<p>Zurück zum Eintrag für&nbsp;γενεά: Sofern zutreffend, gibt es jeweils einen Eintrag für <em>Klassische Griechische Literatur</em>&nbsp;bzw. „General Literature“ (<strong>GL</strong>), <em>Jüdische Literatur</em> (<strong>JL</strong>) und <em>Neues Testament </em>(<strong>NT</strong>):</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1684" height="620" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:auto/h:auto/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-2.png" alt="" class="wp-image-1215" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1684/h:620/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-2.png 1684w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:110/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-2.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:377/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-2.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:283/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-2.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1536/h:566/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-2.png 1536w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1320/h:486/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-2.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1684/h:620/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image-2.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>



<p><strong>GL</strong>&nbsp;umfasst die Nutzung eines Wortes in der vorklassischen Zeit bis zum endgültigen Ende des römischen Zeitalters, also etwa 800 v. Chr. bis 600 n. Chr. Darin eingeschlossen sind bspw. häufig die berühmten Werke von Homer. Das Wissen aus dem LSJ-Lexikon, das ich weiter oben mit aufgezählt habe, wird hier oft angezapft.</p>



<p>Wichtig ist diese Kategorie häufig, um den kulturellen griechisch-römischen Kontext, in dem die Autoren des Neuen Testaments gelebt haben, besser zu verstehen. Es gibt zahlreiche Beispiele, in denen Jesus, Paulus oder Johannes Wörter radikal neu definieren – aber gerade diese Radikalität erst ersichtlich ist, wenn man versteht, wie sie im weltlichen Kontext verstanden wurden . Ein perfektes Beispiel dafür ist φιλοξενία (Gastfreundschaft), wozu ich bereits <a href="https://joelbarthel.de/der-radikale-ruf-zur-gastfreundschaft/">einen Beitrag</a> geschrieben habe – dieser wäre ohne die Hilfe von NIDNTTE nicht annähernd so ausführlich geworden.</p>



<p><strong>JL</strong> umfasst die LXX (Septuaginta), also das griechische Alte Testament, aus dem die Autoren des Neuen Testaments oft zitieren, und einige rabbinische Quellen, Historiker wie Josephus und z. B. die Qumran-Schriften.</p>



<p>Neben der LXX werden hilfreicherweise auch die hebräischen und aramäischen Äquivalente berücksichtigt.&nbsp;</p>



<p><strong>NT</strong> umfasst ganz simpel das Neue Testament. Dies ist logischerweise meist der ausführlichste Teil, mit vielen verschiedenen Ober- und Unterdefinitionen von Wörtern. Das BDAG dient hier neben Louw and Nida als zentrale Informationsquelle.</p>



<p>Da wir von theologischen Lexika sprechen, kann ich das simplere, aber durchaus hilfreiche&nbsp;<em>New Dictionary of Biblical Theology</em> (NDBT) aus dem Jahre 2000 nicht unerwähnt lassen, das aber eher durch <em>Konzepte</em>&nbsp;führt und darin viele Vokabeln sammelt als dass man es ein Lexikon nennen könnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-fazit-51">Fazit</h2>



<p>Wer Predigten, Hauskreise oder theologische Beiträge in irgendeiner Form vorbereitet, kommt für maximale Zuversicht nicht um das BDAG-Lexikon herum. Auch wer Kommentare liest, wird feststellen, dass kein Autor der letzten Jahrzehnte auf irgendetwas anderes setzt als BDAG oder eine der früheren Editionen, wenn der Kommentar vor der Jahrtausendwende erschienen ist. Das genauso unbestrittene hebräisch-aramäische Äquivalent für das Alte Testament ist <em>Hebrew and Aramaic Lexicon of the Old Testament</em> (HALOT). Zur Veröffentlichung dieses Beitrags sind beide <a href="https://www.accordancebible.com/product/bdag-and-halot-add-on/">als Paket</a> für 179$ (~155€) auf Accordance, meiner bevorzugten Bibelsoftware (mehr dazu in einem folgenden Beitrag), im Angebot (regulär sind es 239$). Es gibt hier keine nennenswerte Konkurrenz; wenn auch das Nutzen des BDAG einen beliebig tiefen Umfang erreichen kann, so ist es genauso in der simpelsten Form nutzbar, also lediglich die einzelnen Definitionen eines Wortes zu betrachten, ohne sich mit den Quellen und tiefergehenden Erläuterungen darin zu beschäftigen, wodurch simplere Alternativen wie das ansonsten gute Newman’s Dictionary hinfällig werden.</p>



<p>Das NIDNTTE ist ein Zusatz (kein <em>Er</em>satz) für alle, die neben einem Lexikon auch noch tiefgreifenden Kommentar haben möchten. Dieses Werk ist <em>massiv </em>und es gibt hier nichts Vergleichbares. Aufgrund der starken Nutzung des BDAG, den zusätzlichen Informationen, die es enthält und der übersichtlichen Darstellung, nutze ich dieses häufiger als das BDAG selbst. Das hebräisch-aramäische Äquivalent, ebenfalls von Zondervan herausgegeben, ist das New International <em>Dictionary of Old Testament Theology and Exegesis</em> (NIDOTTE) aus 1997.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-weiterfuhrende-ressourcen-54">Weiterführende Ressourcen</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Der größte Teil der hier gegebenen Informationen stammen aus Rodney Deckers sehr ausführlicher Anleitung, die <a href="https://www.logos.com/grow/wp-content/uploads/2023/03/DeckerRodneyAnIntroductionToBDAG.pdf">hier</a> als PDF verfügbar ist.</li>



<li>D. A. Carsons Buch <em>Exegetical Fallacies </em>(auf Dt.<em> Stolpersteine der Schriftauslegung</em>)&nbsp;geht durch eine große Liste an Fehlern, die man machen kann, wenn man Wörter studiert. Darunter zählt auch das Nutzen unzuverlässiger Wörterbücher, die Nutzung von Definitionen, die für die Zeit des Neuen Testaments keine Relevanz mehr haben und eine Fülle an Beispielen von falschen Wortauslegungen, die bis heute auf großen Bühnen wiederholt werden (wie „Agape ist die Gottesliebe“, „die <em>ekklesia</em> steht für Herausgerufene“ oder „<em>dynamis</em> bedeutet <em>explosive Kraft</em>, weil wir daher das Wort Dynamit haben“.</li>
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		<title>Welche Bibelübersetzung ist die beste?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mail@joelbarthel.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Mar 2026 14:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bibelstudium]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der deutschen Sprache sind zurzeit etwa 75 Bibelübersetzungen erhältlich (wycliffe.ch). Im Englischen sind wir laut den meisten Angaben schon bei etwa 900. Wer soll da durchblicken? Diese Zahlen mögen groß klingen, doch wenn wir von ernsthaftem Bibelstudium sprechen, wird die Zahl der relevanten Übersetzungen schon deutlich kleiner. Es folgt ein kleiner Überblick über die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In der deutschen Sprache sind zurzeit etwa 75 Bibelübersetzungen erhältlich (<a href="https://de.wycliffe.ch/wie-viele-deutsche-bibeluebersetzungen-gibt-es/">wycliffe.ch</a>). Im Englischen sind wir laut den meisten Angaben schon bei etwa 900. Wer soll da durchblicken?</p>



<p>Diese Zahlen mögen groß klingen, doch wenn wir von ernsthaftem Bibelstudium sprechen, wird die Zahl der relevanten Übersetzungen schon <em>deutlich</em> kleiner. Es folgt ein kleiner Überblick über die Übersetzungen, die ich für deutschsprachige Studenten des Wortes empfehlen kann und welche <em>nicht</em>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Inhaltsverzeichnis</h2>


<div class="wp-block-aioseo-table-of-contents"><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-deutsche-bibeln-3">Die 75 deutschen Bibeln</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-was-ist-besser-58">Was ist besser?</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-lange-rede-kurzer-sinn-75">Lange Rede, kurzer Sinn</a></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-textgrundlagen-vorsicht-bei-schlachter-luther21-82">Textgrundlagen – Vorsicht bei Schlachter &amp; Luther21</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-welche-ist-es-nun-99">Welche ist es nun?</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-fazit-108">Fazit</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-weiterfuhrende-ressourcen-112">Weiterführende Ressourcen</a></li></ul></div>


<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-deutsche-bibeln-3">Die 75 deutschen Bibeln</h2>



<p>Wenn wir uns die <a href="https://www.siegiochs.de/biblia/bib_1.pdf">Liste dieser 75 deutschen Bibeln</a> ansehen, die aktuell erhältlich sind, stellen wir fest, dass viele davon entweder Septuaginta-Übersetzungen (also Übersetzungen der griechischen Übersetzung des hebräischen Alten Testaments), verschiedene Editionen derselben Übersetzung (z. B. Elberfelder 1905, Elberfelder 2006, Elberfelder Edition CSV Hückeswagen…), Kinderbibeln, Interlinearübersetzungen, Sektenbibeln (Neue Welt Übersetzung der Zeugen Jehovas, anthroposophische Bibeln), sowie offensichtliche Nicht-Übersetzungen wie die Volxbibel („<em>Jesus ist besser als McDonald’s</em>“) und stark ideologische Werke wie die „Bibel in gerechter Sprache“ sind.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://bibelcenter-minden.de/"><img decoding="async" width="768" height="1024" data-id="1205" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:auto/h:auto/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/Giftschrank-Bibelcenter-Minden-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1205" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:1024/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/Giftschrank-Bibelcenter-Minden-scaled.jpg 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:225/h:300/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/Giftschrank-Bibelcenter-Minden-scaled.jpg 225w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:810/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/Giftschrank-Bibelcenter-Minden-scaled.jpg 1152w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:810/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/Giftschrank-Bibelcenter-Minden-scaled.jpg 1536w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:810/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/Giftschrank-Bibelcenter-Minden-scaled.jpg 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:810/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/Giftschrank-Bibelcenter-Minden-scaled.jpg 1920w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:810/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/Giftschrank-Bibelcenter-Minden-scaled.jpg 2x" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Der „Giftschrank“ im <a href="https://bibelcenter-minden.de/" title="">BibelCenter Minden</a>.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large is-style-default"><a href="https://bibelcenter-minden.de/"><img decoding="async" width="768" height="1024" data-id="1207" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:auto/h:auto/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/Bibel-in-gerechter-Sprache-–-Giftschrank-Bibelcenter-Minden-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1207" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:1024/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/Bibel-in-gerechter-Sprache-–-Giftschrank-Bibelcenter-Minden-scaled.jpg 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:225/h:300/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/Bibel-in-gerechter-Sprache-–-Giftschrank-Bibelcenter-Minden-scaled.jpg 225w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:810/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/Bibel-in-gerechter-Sprache-–-Giftschrank-Bibelcenter-Minden-scaled.jpg 1152w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:810/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/Bibel-in-gerechter-Sprache-–-Giftschrank-Bibelcenter-Minden-scaled.jpg 1536w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:810/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/Bibel-in-gerechter-Sprache-–-Giftschrank-Bibelcenter-Minden-scaled.jpg 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:810/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/Bibel-in-gerechter-Sprache-–-Giftschrank-Bibelcenter-Minden-scaled.jpg 1920w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:810/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/Bibel-in-gerechter-Sprache-–-Giftschrank-Bibelcenter-Minden-scaled.jpg 2x" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a></figure>
</figure>
</div>
</div>
</div>



<p><br>Wenn ich die Liste anhand dieser Ausschlusskriterien reduziere, dann komme ich auf <strong>16 Bibeln</strong> und habe somit eine deutlich übersichtlichere Liste, die wir für diese Analyse betrachten und vergleichen können:</p>



<p><strong>Vollbibeln</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Elberfelder CSV Hückeswagen Edition</li>



<li>Schlachter 2000&nbsp;</li>



<li>BasisBibel</li>



<li>Bruns-Bibel</li>



<li>Einheitsübersetzung 2016</li>



<li>Gute Nachricht Bibel</li>



<li>Herder-Bibel</li>



<li>Hoffnung für Alle (HfA)</li>



<li>Luther21</li>



<li>Menge-Bibel</li>



<li>NeÜ – Neue evangelistische Übersetzung</li>



<li>Neues Leben Bibel</li>



<li>Zürcher Bibel</li>
</ul>



<p><strong>Teilbibeln</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>NGÜ – Neue Genfer Übersetzung</li>



<li>Jörg Zink (Neues Testament und Altes Testament in Auswahl)</li>



<li>Das Buch (Roland Werner)</li>
</ul>



<p>Die Liste ist hiermit nicht&nbsp;ausschöpfend. Es gibt historische Übersetzungen, die heute kaum noch in Gebrauch sind. Wenn du als Leser eine kennst, die ich übersehen habe, aber fürs Bibelstudium deiner Meinung nach unabdingbar ist, bin ich für einen Hinweis sehr dankbar!</p>



<p>Dr. Benedikt Peters arbeitet momentan in Kooperation mit dem EBTC und der CLV an einer sog. Arbeitsbibel mit dem Namen <em>EsraBibel</em>. Diese betrachte ich hier noch nicht, da bisher weder das Neue noch das Alte Testament vollständig veröffentlicht worden sind. Diese Bibel wird aber zweifellos ganz weit oben in die Kategorie der wörtlichen Bibeln fallen.</p>



<p>Im nächsten Schritt unterteile ich diese 16 Bibeln in drei Kategorien, wobei die letzten beiden Kategorien etwas schwieriger zu trennen und somit etwas subjektiv sind:</p>



<p><strong>Wort für Wort</strong><br>Diese Bibeln zeichnen sich durch eine besonders wörtliche Übersetzung aus.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Elberfelder CSV Hückeswagen Edition</li>



<li>Schlachter 2000</li>



<li>Luther21</li>



<li>Menge 2020</li>



<li>Zürcher Bibel</li>
</ul>



<p><strong>Funktionale Äquivalenz</strong><br>Die Übersetzer nehmen sich zum Ziel, den <em>Sinn</em>&nbsp;des Textes möglichst nah am zeitgenössischen Verständnis mit modernem Vokabular wiederzugeben.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>NeÜ – Neue evangelistische Übersetzung</li>



<li>NGÜ – Neue Genfer Übersetzung</li>



<li>Einheitsübersetzung 2016</li>



<li>Herder-Bibel</li>



<li>Das Buch (Roland Werner)</li>
</ul>



<p><strong>Paraphrase / Freie Übersetzung</strong><br>Diese Bibeln modernisieren nicht nur den Sinn, sondern nehmen oftmals jeglichen Raum weg, den Text zu interpretieren, indem sie <em>ihre</em> Interpretation bereits in die Übersetzung einbrennen. Hierzu passen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Hoffnung für Alle (HfA)</li>



<li>Neues Leben Bibel (NLB)</li>



<li>Gute Nachricht Bibel (GNB)</li>



<li>BasisBibel</li>



<li>Bruns-Bibel</li>



<li>Jörg Zink (Neues Testament und Altes Testament in Auswahl)<br></li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-was-ist-besser-58">Was ist besser?</h2>



<p><em>Wort-für-Wort-Übersetzungen </em>bieten grundsätzlich den Vorteil, dass die Übersetzer so präzise wie möglich versuchen, den ursprünglichen Wortlaut der Bibelautoren in dem uns verfügbaren Vokabular wiederzugeben. Redewendungen werden oft nicht übertragen, sondern wörtlich übersetzt. Obwohl klar ist, dass die Anrede „Brüder“ in der Regel auch Schwestern beinhaltet, bevorzugen diese Übersetzungen die wörtliche Wiedergabe. So bleibt es dem Studenten (oder der Studentin) überlassen, zu wissen, dass Paulus die Schwestern in der Gemeinde nicht ausschließt, wenn er sie kollektiv ermahnt oder ermutigt.</p>



<p>Die funktionale Äquivalenz beschreibt wiederum eine Übersetzungsweise, die nicht unbedingt interpretiert, aber den klaren Sinn des Ursprungstextes in heute verständlichen Worten wiedergibt. Ein Schlüsselgedanke hierbei ist: „<em>Wenn Jesus/Paulus/Johannes zweitausend Jahre später im heutigen Deutsch gesprochen hätte, welche Worte hätte er höchstwahrscheinlich genutzt, um genau dieselbe Aussage zu tätigen?</em>“</p>



<p>Ein gutes Beispiel für den Unterschied zwischen wörtlicher Wiedergabe und funktionaler Äquivalenz ist Lukas 9,44a:&nbsp;</p>



<p><strong>Wörtlich</strong><br><em>Laßt diese Worte in eure Ohren dringen:</em> (Schlachter 2000)<br><em>Fasst ihr diese Worte in eure Ohren! </em>(CSV)</p>



<p><strong>Funktional</strong><br>NeÜ: <em>Merkt euch gut, was ich jetzt sage:</em>&nbsp;(NeÜ)</p>



<p>Die Vor- und Nachteile sind simpel erklärt: Wer kein Griechisch kann, wird in einer <em>wörtlichen</em> Übersetzung oft gut erfassen, was der griechische Text sagt, ohne die Sprache lernen zu müssen. Andererseits bietet die <em>funktionale </em>Übersetzung theoretisch den Vorteil, den Sinn des griechischen Texts wiederzugeben, ohne die Sprache lernen zu müssen. Dies setzt eine hohe Qualität dieser Wiedergabe sowie ein gutes entsprechendes Verständnis des Übersetzers voraus, führt aber selbst im besten Fall stellenweise zu Limitierungen.</p>



<p>Eine dieser Limitierungen ist der Verlust von sprachlichen Mitteln, z. B. der Doppeldeutigkeit, die gerade Paulus so auszeichnet. Während die wörtlichen Übersetzungen konsistent <em>sarx</em> mit <em>Fleisch</em> übersetzen, so werden wir in einer etwas freieren Übersetzung wie der NeÜ deutende Übersetzungen wiederfinden (die durchaus ihrem jeweiligen Sinn entsprechen): <em>Körper</em>, <em>menschliche Natur</em>, <em>selbstsüchtige Maßstäbe</em>… dies hilft den unerfahrenen Leser, nicht das moderne Verständnis des physischen Fleisches in jeden einzelnen Fall hineinzulesen. Gleichzeitig wird er schnell an seine Grenzen kommen, die Bibel und die Sprache der jeweiligen Autoren wirklich zu <em>studieren</em>.</p>



<p>Eine&nbsp;<em>Paraphrase / freie Übersetzung </em>hat wiederum ein ganz anderes Problem. Während man sich etwa bei der NeÜ bemüht, den Sinn irgendwie wiederzugeben (was auch hier nicht immer klappt!), scheitern freie Übersetzungen wie die HfA (Hoffnung für Alle) nicht selten kläglich. Nehmen wir als Beispiel 1. Korinther 11,10:</p>



<p><strong>CSV</strong>: <em>Darum soll die Frau eine Macht auf dem Haupt haben um der Engel willen.</em></p>



<p><strong>NeÜ</strong>:<em>&nbsp;Deshalb soll die Frau ‹das Zeichen für› ihre Vollmacht über dem Kopf haben, wegen der Engel, ‹die darauf achten›.</em></p>



<p><strong>HfA</strong>:&nbsp;<em>Deshalb soll sie im Gottesdienst eine Kopfbedeckung tragen als Zeichen dafür, dass sie dem Mann untersteht. Auch wegen der Engel, die über Gottes Ordnungen wachen, sollte sie dies tun.</em></p>



<p>Während die <strong>NeÜ</strong> in Sprache und Satzbau eine gewisse Freiheit aufweist, bleibt der Sinn erhalten, ohne zu viel zu interpretieren. Die <strong>HfA</strong> allerdings nimmt das griechische Wort&nbsp;<em>exousia </em>(Vollmacht) gänzlich raus und nutzt das genaue Gegenteil – sie interpretiert, dass die Vollmacht, von der hier die Rede ist, die des Mannes ist. Unabhängig von der richtigen Auslegung (diese mag durchaus vertretbar sein), sollte hier klar sein, dass die HfA als Grundlage gänzlich unbrauchbar ist, um diese schwierige und kontroverse Passage zu diskutieren.</p>



<p>Für weitere Beispielpassagen, in denen Bibelübersetzung eine große Rolle spielt, empfehle ich <a href="https://www.youtube.com/watch?v=lyMCjZp4Bn4">dieses Video von Crosstalk</a> sehr.<br></p>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-lange-rede-kurzer-sinn-75">Lange Rede, kurzer Sinn</h3>



<p>Um die Frage nun also zu beantworten, was <em>besser</em> ist, gefällt mir, was Mark on Words auf jedes Thumbnail seiner Bibelübersetzungs-Reviews schreibt: „For certain people in certain circumstances“ (<em>für bestimmte Menschen zu bestimmten Umständen</em>) sind viele Bibelübersetzungen als „die beste“ qualifiziert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="757" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:757/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image.png" alt="" class="wp-image-1191" style="aspect-ratio:1.352717717288852;width:721px;height:auto" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:757/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:222/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:568/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1320/h:976/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1353/h:1000/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image.png 1353w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1353/h:1000/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/03/image.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>



<p>Der entscheidende Punkt ist: Wofür nutze ich eine Übersetzung? Wenn es die tägliche Lesung ist und ich durch große Abschnitte gehe, ohne mich zu vertiefen, so kann eine freiere Übersetzung genau das Richtige für mich sein. Da keine Übersetzung perfekt ist, ist es nicht möglich, hier eine Rangliste zu erstellen. </p>



<p>Die eigentliche Frage, die man sich also stellen sollte, ist: Wie gehe ich mit unperfekten Übersetzungen um? Die kurze und simple Antwort ist: Lerne die Sprachen. Werde <em>selbst</em>&nbsp;der Übersetzer der selben Texte, anhand derer die 75 anderen schon gearbeitet haben! Nur so wirst du wirklich Zuversicht haben, wo welche Übersetzung brilliert und wo sie Denkfehler aufweist. Noch besser: Du wirst völlig unabhängig von ihnen!</p>



<p>Für alle, die sich nicht berufen fühlen, die toten Sprachen der Bibel zu lernen: Eine wörtliche Übersetzung wie die CSV Hückeswagen oder die Stück für Stück erscheinende EsraBibel des EBTC wird <em>immer</em>&nbsp;das beste Werkzeug für ein tiefes Bibelstudium sein. Sobald du über die erste Phase des Bibelstudiums hinausgehst, also Lesen und grob verstehen, und einzelne Passagen, Verse oder Wörter analysieren möchtest, solltest du <em>unbedingt</em>&nbsp;auf eine wörtliche Übersetzung setzen.&nbsp;</p>



<p>Auch hier sollen die freieren Übersetzungen aber nicht ihren Platz verlieren: In unserem Hauskreis lesen wir zwar primär aus der CSV oder EsraBibel, aber jeder ist eingeladen, seine bevorzugte Bibel mitzubringen. Es kann uns dann helfen, Unterschiede festzustellen und anhand derer über die Bedeutung der Originalsprache zu gehen und zu verstehen, warum die Bibel an mancher Stelle gar nicht so leicht in einer anderen Sprache wiederzugeben ist.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-textgrundlagen-vorsicht-bei-schlachter-luther21-82">Textgrundlagen – Vorsicht bei Schlachter &amp; Luther21</h2>



<p>Ein Punkt, den ich in dieser Betrachtung nicht unerwähnt lassen kann, ist: Auf welcher Textgrundlage basiert eine Übersetzung?</p>



<p>Wer sich nun fragt, was ich damit meine, da die Grundlage doch ganz klar der hebräische, aramäische und griechische Urtext des Alten und Neuen Testaments ist, muss wissen: Es gibt bis heute keine hundertprozentige Einigkeit darüber, was genau diesen Text ausmacht, und keinen zu erwartenden Zeitpunkt diesseits des Himmels, an dem sich das ändern wird. Damit meine ich nicht die Frage, welche Bücher zum biblischen Kanon gehören, sondern die wörtliche Wiedergabe dessen, was die ursprünglichen etwa 40 Autoren über 1.600 Jahre hinweg verfasst haben.&nbsp;</p>



<p>Über 500 Jahre ist es nun her, dass Luther das Neue Testament veröffentlichte. Sein Text basiert auf dem&nbsp;<em>Novum Testamentum omne</em> seines Zeitgenossen Erasmus – das erste vollständige griechische Neue Testament, nachdem über ein Jahrtausend lang die Latin Vulgate (die lateinische Bibelübersetzung, die lange der Standard der römisch-katholischen Kirche war) dominierte. Die Schlachter basiert ungefähr auf den nicht viel später entstandenen Textus Receptus, der große Ähnlichkeit aufweist.</p>



<p>Dies war mehrere Jahrhunderte bevor tausende antike Manuskripte des Neuen Testaments entdeckt wurden – ein währender Prozess, der weiterhin zur Aktualisierung feiner Nuancen und der Reevaluation dessen führt, was wir als inspirierte Schrift halten. Diese&nbsp;<em>Nuancen</em> sind nie bis sehr selten theologisch ausschlaggebend, aber der Unterschied zwischen der heutigen Textkritik, auf dessen Werk die meisten Übersetzungen sich stützen, und dem Textus Receptus, der nun Jahrhunderte zurückliegt, ist spürbar. Somit sind etwa die Neuen Testamente der Schlachter- und der Lutherübersetzung insgesamt etwa 2.500 Wörter länger als die der restlichen Übersetzungen.</p>



<p>Dass die Luther21 der reformatorischen Tradition ihres Namensgebers folgt, ist nicht verwunderlich, und wir können den Herausgebern kaum etwas vorwerfen. Warum die Genfer Bibelgesellschaft, die die Schlachter-2000-Bibel herausgibt, von Franz Eugen Schlachters ursprünglicher Entscheidung, der modernen textkritischen Grundlage zu folgen, abgewichen ist, bleibt mir ein Mysterium.</p>



<p>Hier sind zwei Beispiele, die theologisch signifikanten Einfluss haben und zeigen, dass Textgrundlage eine durchaus kritische Entscheidung ist:</p>



<p><strong>Offenbarung 5,9-10</strong></p>



<p>Man vergleiche einmal den Text der CSV (oder so gut wie jeder anderen Übersetzung) mit der Schlachter – ich markiere die entscheidenden Unterschiede:</p>



<p><strong>CSV</strong>: <em>Und sie singen ein neues Lied: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und <strong>hast</strong> für Gott <strong>erkauft</strong>, durch dein Blut, aus jedem Stamm und <small>jeder</small> Sprache und <small>jedem</small> Volk und <small>jeder</small> Nation, und hast <strong>sie</strong> unserem Gott zu einem Königtum und zu Priestern <strong>gemacht</strong>, und <strong>sie werden</strong> über die Erde <strong>herrschen</strong>!</em></p>



<p><strong>Schlachter 2000</strong>: <em>Und sie sangen ein neues Lied, indem sie sprachen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und <strong>hast uns</strong> für Gott <strong>erkauft</strong> mit deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen, und hast <strong>uns</strong> zu Königen und Priestern <strong>gemacht</strong> für unseren Gott, und <strong>wir werden herrschen</strong> auf Erden.</em></p>



<p>Hierbei handelt es sich um eine der Schlüsselpassagen für den klassischen Dispensationalismus, der eine strenge Trennung zwischen Israel und der Gemeinde vorsieht. Prominente Vertreter wie Thomas Ice, Mark Hitchcock oder Tim LaHaye stützen sich heute noch darauf. Die&nbsp;<em>wir</em>, die <em>erkauft</em>&nbsp;wurden und <em>zu Königen und Priestern gemacht worden</em> sind, sollen für die entrückte Gemeinde stehen, während Israel sich in der Trübsal befindet. Für diese Auslegung ist zwingend eine Übersetzung erforderlich, die auf Jahrhunderte alte Texte zurückgeht. Es sei hinzuzufügen, dass es zu dieser Zeit für die Offenbarung nicht einmal vollständige Originalmanuskripte gab, anhand derer man überhaupt übersetzen konnte! Es ist ein aus Kommentaren zusammengepuzzelter Text und zeigt deshalb besonders viele Unterschiede zu modernen Bibeln auf. Wenn du dich nun als Gemeinde exklusiv durch den Schlachtertext arbeitest, stößt du immer wieder auf solch unzuverlässige Stellen, besonders in den letzten Kapiteln der Offenbarung.</p>



<p><strong>1Joh 5,7-8 – Das <em>Comma Johanneum</em></strong></p>



<p>Auch wenn die Dreieinigkeit Gottes anderweitig klar in der Bibel identifizierbar ist, so ist dieser Text in der Schlachter-Bibel leider <em>nicht</em>&nbsp;zuverlässig, so eindeutig und schön er diese herrliche Lehre auch darlegen mag:</p>



<p><strong>Schlachter 2000</strong>: <em>Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins; und drei sind es, die Zeugnis ablegen auf der Erde: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei stimmen überein.</em></p>



<p><strong>CSV</strong>:&nbsp;<em>Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind einstimmig.</em></p>



<p>Besondere Vorsicht ist also bei diesen Übersetzungen geboten. Wer sie fürs Bibelstudium oder zur Predigtvorbereitung nutzt, sollte sie immer mit einer textkritischen Übersetzung gegenprüfen. Alternativ kann man auch auf der Webseite <a href="https://kjvparallelbible.org/">KJV Parallel Bible</a>&nbsp;schnell den Unterschied zwischen TR (Textus Receptus) und CT (dem <em>Critical Text</em>) sehen. Die Unterschiede sind über das NT hinweg tausendfach –&nbsp;es sei aber erwähnt, dass es sich i. d. R. nur um kleine Details handelt, die den Sinn des Textes nicht ändern.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-welche-ist-es-nun-99">Welche ist es nun?</h2>



<p>Meine Antwort auf die Frage im Titel lautet deutlich, auch wenn sie etwas unbefriedigend sein mag: Es gibt keine <em>beste</em> Bibel. Es lohnt sich immer, bessere Übersetzungen zu vergleichen und sich nicht auf eine zu beschränken. Wenn es aber um die Frage geht, welche die Standardübersetzung sein sollte, auf die man für das Bibelstudium zurückgreift, dann habe ich eine klare Antwort: Die CSV-Bibel ist das Nächste, was wir in der deutschen Sprache an einer perfekten Übersetzung haben. Der Vergleich mit der „Konkurrenz“ macht dies deutlich:</p>



<p>Ich würde grundsätzlich die Finger von HfA und anderen besonders freien Übersetzungen lassen, die dem Leser jede Arbeit sparen, über Wortwahl, Satzbau, Redewendungen oder gar Bedeutung der Worte der ursprünglichen Autoren nachzudenken. Und auch wenn alles, was zur Kategorie der funktionalen Äquivalenz gehört, äußerst hilfreich zum Vergleichen sein kann, würde ich nie zu einer solchen Übersetzung als Standard raten, sobald man über das reine Lesen des Textes hinausgeht.</p>



<p>Meine größte Empfehlung innerhalb dieser Kategorie ist die NGÜ, da sie viele hilfreiche Fußnoten beifügt, um schnell am Urtext zu sein, wenn sie abweicht. Die NeÜ ist oft besonders eigen, aber flüssig lesbar. Die Einheitsübersetzung und die Herder-Bibel sind römische-katholische Veröffentlichungen und dadruch sichtbar geprägt (abgesehen von der Berücksichtigung der Apokryphen).</p>



<p>Bei den Wort-für-Wort-Übersetzungen wird es besonders übersichtlich:</p>



<p>Kopf an Kopf stehen oft die berühmten CSV und Schlachter 2000 – zumindest was die Präzision und Sprache angeht. Oben habe ich begründet, dass ich die Schlachterbibel aufgrund der lange veralteten Textgrundlage nur als Vergleichsbibel oder mit entsprechender Vorsicht im Studium empfehlen kann. Die CSV brilliert durch Präzision und wird immer wieder in feinsten Details angepasst. Die <a href="https://www.csv-bibel.de/start">Online-Bibel der CSV</a> beinhaltet die aktuellste Version. Der theologische Hintergrund der Übersetzer (Brüderbewegung) wird nirgendwo sichtbar, die Übersetzung ist spürbar objektiv – eine willkommene Nebenwirkung der hohen Präzision und Ehrfurcht vor Gottes Wort.</p>



<p>Die Luther21 leidet unter dem selben Problem wie die Schlachter 2000. Wer Luthers Sprache besonders schätzt, kann vielleicht noch auf die Lutherbibel 1984 zurückgreifen, die bereits auf dem kritischen Urtext basiert, allerdings nicht mehr den neuesten Stand dieser Textkritik widerspiegelt. An dieser Stelle kann ich die inszenierte, vollständige <a href="https://shop.ebtc.org/products/die-grosse-horbibel-mp3-cd?srsltid=AfmBOoqUUToUTuQgpZVZquTebYv_hIgr3cX7F0Az1k8oUo98FCkoJNa3">Größe Hörbibel</a> empfehlen, die Xhes und ich dieses Jahr nutzen, um uns durch die Bibel zu hören. Sie basiert auf der Lutherbibel 1984.</p>



<p>Die Menge-Bibel ist nicht sonderlich bekannt, aber ebenfalls eine hervorragende Übersetzung. Hermann Menge war ein Altphilologe, der im letzten Jahrhundert lebte und diese Übersetzung über Jahrzehnte ganz alleine verfasste. Er schätze wissenschaftliche Genauigkeit und setzte deshalb bereits auf einen frühen, kritischen Text. Die Menge 2020 ehrt diese Präzision und basiert auf einem noch aktuelleren Stand der Textkritik. Ein großer Nachteil ist eher praktischer Natur: Diese Bibel gibt es nicht als kostenlose Onlineversion und auch nicht in meiner bevorzugten Bibelsoftware, deshalb nutzen wir sie in unserem Hauskreis nicht.</p>



<p>Zuletzt würde ich von älteren Bibeln absehen, die bereits einige Runden der neuesten Erkenntnisse der Textkritik verpasst haben, in der sich fleißige, meist christliche Experten von Manuskript zu Manuskript durcharbeiten. Je <em>neuer</em>&nbsp;unsere Übersetzung, desto <em>näher</em>&nbsp;sind wir am ursprünglichen antiken Text. Die modernen Zürcher- und Lutherbibeln werden leider längst nicht mehr von bibeltreuen Christen herausgegeben, was ihre Einleitungen durch bibelkritische Hinweise, die das Fundament der Bibel selbst hinterfragen, deutlich machen. Die älteren Versionen sind dafür aber eben… alt, und somit nicht mehr ideal für das Bibelstudium geeignet.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-fazit-108">Fazit</h2>



<p>Wir sehen, dass eine ordentliche Prüfung unserer verfügbaren Übersetzungen zeigt, dass die Welt an wirklich vergleichbar soliden Übersetzungen gar nicht so groß ist, wie sie erst scheint.</p>



<p>Meine persönliche Empfehlung lautet: Nutze die CSV-Bibel als die primäre Studienbibel. Wenn du nur lesen möchtest, ohne tief einzutauchen, brilliert die Menge 2020 durch ihre Kombination von sprachlicher Genauigkeit, Melodie und Schönheit. Für das intensive Studium sei dir im Grunde&nbsp;<em>alles</em>&nbsp;erlaubt, solange du primär eine wörtliche Übersetzung verwendest.</p>



<p>Um immer weniger auf fehlbares, menschliches Übersetzungswerk vertrauen zu müssen und mehr Zuversicht zu bekommen, dass man <em>das Wort der Wahrheit recht teilt</em> (2. Timotheus 2,15), kommt man nicht darum herum, die toten Sprachen des Neuen und Alten Testaments zu lernen: Griechisch, Hebräisch und Aramäisch.</p>



<p>Ich hoffe, dass diese Übersicht und Infos dir helfen, zukünftig bessere Entscheidungen darüber zu treffen, welche Bibel du in die Hand nimmst – und welche gerne anfangen dürfen, Staub zu sammeln.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-weiterfuhrende-ressourcen-112">Weiterführende Ressourcen</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="http://youtube.com/watch?v=lyMCjZp4Bn4" target="_blank" rel="noopener" title="">Dieses Video</a> von Crosstalk führt durch ein paar Beispielpassagen, anhand derer erklärt wird, warum die Wahl der Übersetzung wichtig ist.</li>



<li><a href="https://www.goodreads.com/book/show/244514092-the-history-of-english-bible-translations" target="_blank" rel="noopener" title="The History of English Bible Translations">The History of English Bible Translations</a> ist ein Ende 2025 erschienenes Buch von Joshua Barzon, das objektiv durch die Geschichte von Bibelübersetzung im englischensprachigen Kontext führt.</li>
</ul><p>The post <a href="https://joelbarthel.de/welche-bibeluebersetzung-ist-die-beste/">Welche Bibelübersetzung ist die beste?</a> first appeared on <a href="https://joelbarthel.de">Joel Barthel</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Joah: Gott ist Bruder</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mail@joelbarthel.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Oct 2025 20:14:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wortstudie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anlässlich der gestrigen Kindersegnung unseres kleinen Joah, hier die ungefähren Worte, die ich im Gottesdienst dazu geteilt habe. Ich erkläre, was meine Frau und mich dazu gebracht hat, uns für diesen Namen zu entscheiden. Die Bedeutung von Joah Zwei oder drei Jahre ist es her, dass unser Pastor Edmund den Sohn Gottes mit folgenden Worten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich der gestrigen Kindersegnung unseres kleinen Joah, hier die ungefähren Worte, die ich im Gottesdienst dazu geteilt habe. Ich erkläre, was meine Frau und mich dazu gebracht hat, uns für diesen Namen zu entscheiden.</p>


<div class="wp-block-aioseo-table-of-contents"><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-die-bedeutung-von-joah">Die Bedeutung von Joah</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-goel-der-leibliche-erloser">goel – der leibliche Erlöser</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-der-wahre-erloser-unser-grosser-bruder-im-himmel">Vom Schatten zur Realität: Unser Gott ist wahrhaftig Bruder</a></li></ul></li></ul></div>


<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-die-bedeutung-von-joah">Die Bedeutung von Joah</h2>



<p>Zwei oder drei Jahre ist es her, dass unser Pastor Edmund den Sohn Gottes mit folgenden Worten in seiner Predigt beschrieb: „Our big brother in Heaven“ (Unser großer Bruder im Himmel). Das störte mich! Ich verstand, dass Gott unser <em>Vater</em> ist. Jesus konnte ich problemlos als meinen <em>Herrn</em> bezeichnen. Ich verstand auch irgendwie, dass er unser Hoherpriester ist. Aber <em>Bruder</em>? Das ging mir in dem Moment zu weit&#8230;</p>



<p><strong>Joah</strong> (wörtl. <strong>Jo</strong> = Kurzform von Jahweh + <strong>A(c)h</strong> = Bruder, also „Gott (ist) Bruder“) ist kein häufiger Name im Alten Testament; er wird vier Personen zugeschrieben, die eher unbedeutsam sind. Fakt ist allerdings: Israeliten haben entschieden, wie es in Gottes Wort aufgezeichnet ist, ihre Söhne „Gott ist Bruder“ zu nennen. Wie kam ein Israelit lange vor Christus auf diese Idee? Nur folgendermaßen halte ich es für schlüssig.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-goel-der-leibliche-erloser"><em>goel</em> –&nbsp;der leibliche Erlöser</h4>



<p>Der sog. <em>goel</em> (wörtl. „Erlöser“ oder „Rächer“) war aus Sicht eines jeden Israeliten der nächststehende männliche Verwandte, der dazu verpflichtet war, <br><br><strong>a)</strong> sein Land zurückzukaufen, wenn er es aufgrund von Verarmung verkaufen musste,<br><strong>b)</strong> seine Frau zu heiraten, wenn sie zur Witwe wurde und ihr ggf. Nachkommen in seinem Namen zu ermöglichen und<br><strong>c) </strong>ihn von der Sklaverei freizukaufen, in die er sich aufgrund von Schulden verkaufen musste.</p>



<p>Anhand des Gesetzes wird diese Rolle auch „Verwandter-Löser“ (im engl. <em>kinsman-redeemer</em>) genannt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>Wenn dein Bruder verarmt und von seinem Eigentum verkauft, so soll sein Löser, sein nächster Verwandter, kommen und das Verkaufte seines Bruders lösen.</em></p>
<cite>– 3. Mose 25,25</cite></blockquote>



<p>Der bekannteste wörtliche <em>goel</em> in der Bibel ist Boas, der das Land von Ruths verstorbenem Mann zurückkauft, da er sein nächster verfügbarer Blutsverwandter ist:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em><em>Und der Blutsverwandte sprach zu Boas: Kaufe für dich! Und er zog seinen Schuh aus. Da sprach Boas zu den Ältesten und zu allem Volk: Ihr seid heute Zeugen, dass ich aus der Hand Noomis alles gekauft habe, was Elimelech, und alles, was Kiljon und Machlon gehörte; und auch Ruth, die Moabiterin, die Frau Machlons, habe ich mir zur Frau gekauft, um den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbteil zu erwecken, damit nicht der Name des Verstorbenen ausgerottet werde unter seinen Brüdern und aus dem Tor seines Ortes. Ihr seid heute Zeugen!</em></em></p>
<cite>– Ruth 4,8-10</cite></blockquote>



<p>Ich bin überzeugt, dass es diese Rolle des Erlösers war, auf die sich ein Israelit in Hinblick auf Gott stützte, wenn er seinen Sohn <em>Joah</em> nannte. Sie drückten damit sozusagen aus: <em>Gott ist (metaphorisch betrachtet) unser Bruder, der uns erlöst. </em></p>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-der-wahre-erloser-unser-grosser-bruder-im-himmel">Vom Schatten zur Realität: Unser Gott ist wahrhaftig Bruder</h3>



<p>Durch das Studium dieses Namens wurde mir aus einer neuen Dimension bewusst: Der Sohn Gottes <em>musste</em> Mensch werden! Nur so konnte er im wahrsten Sinne des Wortes als unser <em>goel</em> eintreten:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em><em>als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, geboren unter Gesetz, damit er die, <small>die</small> unter Gesetz <small>waren</small>, <strong>loskaufte</strong>, damit wir die Sohnschaft empfingen. Also bist du nicht mehr Knecht, sondern Sohn; wenn aber Sohn, <small>so</small> auch Erbe durch Gott.</em></em></p>
<cite>– Galater 4,4-5, 7</cite></blockquote>



<p>Was für ein Privileg. Und was für ein Gott, zu dem wir <em>Abba, Vater</em> rufen dürfen (Galater 4,6) – dessen Sohn sich unser Bruder nennt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em><em>Denn welche er zuvorerkannt hat, die hat er auch zuvorbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig <small>zu sein</small>, damit er <small>der</small> Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.</em></em></p>
<cite>– Römer 8,29</cite></blockquote>



<p>Da haben wir es. Christus ist wahrhaftig unser großer Bruder im Himmel – der Erstgeborene unter vielen! Und er erlöst – kein Land, keine physische Freiheit – sondern <em>seelische</em> Freiheit. Er befreit uns von den Ketten der Sünde. Wir können zusammen mit Hiob rufen: <em>Ich weiß, dass mein Erlöser lebt!</em></p>



<p>Unser Gebet ist es, dass Joahs Name eines Tages Realität wird; dass unser gemeinsamer Vater ihn zu sich zieht, und Jesus, unser treuer, großer Bruder, ihn aus der Sklaverei der Sünde erlöst. Dass wir ihn eines Tages nicht nur unseren Sohn, sondern, viel wichtiger, unseren Bruder nennen dürfen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em><em><em>Denn es geziemte ihm, um dessentwillen alle <small>Dinge</small> und durch den alle <small>Dinge</small> sind, indem er viele Söhne zur Herrlichkeit brachte, den Urheber ihrer Errettung durch Leiden vollkommen zu machen. 11 Denn sowohl der, der heiligt, als auch die, die geheiligt werden, <small>sind</small> alle von einem; um welcher Ursache willen <strong>er sich nicht schämt, sie Brüder zu nennen</strong>, 12 indem er spricht: „Ich will deinen Namen meinen Brüdern kundtun; inmitten <small>der</small> Versammlung will ich dir lobsingen.“ 13 Und wiederum: „Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen.“ Und wiederum: „Siehe, ich und die Kinder, die Gott mir gegeben hat.“ 17 Daher musste er in allem den Brüdern gleichwerden, damit er in den <small>Sachen</small> mit Gott ein barmherziger und treuer Hoherpriester werde, um die Sünden des Volkes zu sühnen;</em></em></em></p>
<cite>– Hebräer 2,10-13, 17</cite></blockquote><p>The post <a href="https://joelbarthel.de/joah-gott-ist-bruder/">Joah: Gott ist Bruder</a> first appeared on <a href="https://joelbarthel.de">Joel Barthel</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Der radikale Ruf zur Gastfreundschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mail@joelbarthel.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Jul 2025 06:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Wortstudie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://joelbarthel.de/?p=1036</guid>

					<description><![CDATA[<p>Einer der Gründe, warum ich Griechisch lernen möchte, liegt im Wortschatz der Sprache. Manche Wörter finden in der eigenen Sprache keine würdige Übersetzung. Eines dieser Wörter, die ich entdecken durfte, ist φιλοξενία (philoxenía). Übersetzt wird dieses Wort als gastfreundlich (Schlachter) oder gastfrei (Elberfelder &#38; EsraBibel). Es besteht aus philo (Liebe oder Freund) und xenos (Fremder). [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-aioseo-table-of-contents"><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-wie-definiert-die-bibel-gastfreundschaft">Wie definiert die Bibel Gastfreundschaft?</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-wer-ist-ein-gast">Wer ist ein „Gast“?</a></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-xenia-gastfreundschaft-im-antiken-griechenland">Xenia – Gastfreundschaft in der Antike</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-ein-vorbild-in-der-praxis-kein-vorbild-in-der-intention">Ein Vorbild in der Praxis, kein Vorbild in der Intention</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-christus-ist-unser-vorbild">Christus ist unser Vorbild</a></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-eine-ermutigung-zum-dienst">Praktische Anwendung: Eine Ermutigung zum Dienst</a></li></ul></div>


<p>Einer der Gründe, warum ich Griechisch lernen möchte, liegt im Wortschatz der Sprache. Manche Wörter finden in der eigenen Sprache keine würdige Übersetzung. Eines dieser Wörter, die ich entdecken durfte, ist <strong>φιλοξενία</strong> (<em>philoxenía</em>).</p>



<p>Übersetzt wird dieses Wort als <em>gastfreundlich</em> (Schlachter) oder <em>gastfrei</em> (Elberfelder &amp; EsraBibel). Es besteht aus <strong>philo</strong> (<em>Liebe</em> oder <em>Freund</em>) und <strong>xenos</strong> (<em>Fremder</em>). Wenn man es wörtlich übersetzen möchte, heißt es etwa <em>fremdenfreundlich</em>. Der Eleganz halber werde ich im weiteren Verlauf dieses Beitrags jedoch auf <em>gastfreundlich</em> setzen.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-wie-definiert-die-bibel-gastfreundschaft">Wie definiert die Bibel Gastfreundschaft?</h3>



<p>Fünf mal finden wir dieses Wort im Neuen Testament – dreimal als Adjektiv und zweimal als Nomen:</p>



<p>[Röm 12,13] an den Bedürfnissen der Heiligen nehmt teil; nach <strong>φιλοξενίαν</strong> trachtet.</p>



<p>[1. Tim 3,2] Der Aufseher nun muss untadelig sein, <small>der</small> Mann <em>einer</em> Frau, nüchtern, besonnen, bescheiden, <strong>φιλόξενον</strong>, lehrfähig;</p>



<p>[Tit 1,8] sondern <strong>φιλόξενον</strong>, das Gute liebend, besonnen, gerecht, fromm, enthaltsam,</p>



<p>[Heb 13,2] Die <strong>φιλοξενίας</strong> vergesst nicht, denn durch diese haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.</p>



<p>[1. Pet 4,9] Seid <strong>φιλόξενοι</strong> gegeneinander ohne Murren. </p>



<p>Drei klare Prinzipien werden aus diesen Versen ersichtlich:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Jeder Christ soll Geschwistern gegenüber <em>ohne Murren </em>gastfreundlich sein.</li>



<li>Wir sollen nach Gastfreundschaft <em>trachten</em>.</li>



<li>Gastfreundschaft ist eine hervorgehobene Qualifikation für Älteste.</li>



<li>Gastfreundschaft ist in erster Linie ein <em>Gebot</em>, keine individuelle <em>Gnadengabe</em>.</li>
</ol>



<p>Schön und gut, aber: <br>Ab wann gelte ich als gastfreundlich? Und wem gegenüber soll ich gastfreundlich sein?</p>



<p>Diesen Fragen möchte ich auf den Grund gehen.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-wer-ist-ein-gast">Wer ist ein „Gast“?</h4>



<p>Wenn das Wort im Griechischen wörtlich meint, wir sollen <em>fremdenliebend</em> sein, habe ich Gastfreundschaft bisher schlichtweg missverstanden.</p>



<p>Es stellt sich zuerst die Frage, wieso uns der Heilige Geist ermahnt, <em>ohne Murren</em> gastfreundlich zu sein. Warum sollte ich murren, wenn uns meine lieben Geschwister zum Mittagessen besuchen und ich sowieso gerne Zeit mit ihnen verbringe? Soll ich den anschließenden Kaffee <em>ohne Murren </em>zubereiten?</p>



<p>Ich denke, dass uns der biblische Befund ein klares Bild gibt: Die primären Empfänger unserer Gastfreundschaft sollen zwar unsere Geschwister sein („seid gastfreundlich <em>gegeneinander</em>“, „an den Bedürfnissen <em>der Heiligen</em> nehmt teil“), doch das Beispiel aus Hebräer 13,2 (&#8230; „durch diese haben einige <em>ohne ihr Wissen Engel beherbergt</em>“) geht auf Abraham und Lot in 1. Mose 18 und 19 zurück. Hier handelt es sich im wahrsten Sinne des Wortes um fremde Männer, die mit einer Form der Gastfreundschaft begegnet wurden, die uns heute hierzulande völlig <em>fremd</em> ist:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>Da eilte Abraham ins Zelt zu Sara und sprach: Nimm schnell drei Maß Feinmehl, knete und mache Kuchen! Und Abraham lief zu den Rindern und nahm ein Kalb, zart und gut, und gab es dem Knaben; und der beeilte sich, es zuzubereiten. Und er holte dicke und süße Milch und das Kalb, das er zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor; und er stand vor ihnen unter dem Baum, und sie aßen.</em></p>
<cite>– 1. Mose 18,6-8</cite></blockquote>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="924" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:924/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image.png" alt="" class="wp-image-1076" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:924/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:271/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:693/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1196/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image.png 1200w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1196/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Abraham and the Three Angels</em> | Bartolomé Esteban Murillo, ca. 1670-1674</figcaption></figure>



<p>Lot zeigt ähnliche Gastfreundschaft:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>und er sprach: Ach siehe, meine Herren! Kehrt doch ein in das Haus eures Knechtes und übernachtet und wascht euch die Füße; und ihr macht euch früh auf und geht eures Weges. Aber sie sprachen: Nein, sondern wir wollen auf dem Platz übernachten. Und er drang sehr in sie; und sie kehrten bei ihm ein und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl, und er backte ungesäuerte Kuchen, und sie aßen.</em></p>
<cite>– 1. Mose 19,2-3</cite></blockquote>



<p>Als sich die grausame Schar von Männern vor Lots Haus versammelt, um seine Gäste zu vergewaltigen, macht dieser ein Angebot, das den modernen Leser erschüttert:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>Sieh doch, ich habe zwei Töchter, die keinen Mann erkannt haben; lasst mich sie doch zu euch herausbringen, und tut ihnen, wie es gut ist in euren Augen. Nur diesen Männern tut nichts, da sie nun einmal unter den Schatten meines Daches gekommen sind.</em></p>
<cite>– 1. Mose 19,9</cite></blockquote>



<p>Das mag uns extrem erscheinen, wie so vieles in biblischen Ereignissen. Aber wir sehen, wie heilig die Gastfreundschaft unter Hebräern war. Wie sah es bei den Griechen im 1. Jahrhundert aus?</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-xenia-gastfreundschaft-im-antiken-griechenland"><em>Xenia</em> – Gastfreundschaft in der Antike</h3>



<p>Um einen tieferen Einblick in die Bedeutung griechischer Begriffe zu bekommen, kann es hilfreich sein, den kulturellen Kontext zu verstehen, den die ursprünglichen Empfänger der neutestamentlichen Briefe hatten.</p>



<p>Im antiken Griechenland, und später Rom, herrschte das Prinzip der <em>theoxenia</em>. Ein Grieche lebte in der ständigen Erwartung, er könnte einen Gott (<em>theos</em>) empfangen, wenn er einen Fremden (<em>xenos</em>) aufnimmt. Ihr berühmtester Gott trug u. a. den Titel <em>Zeus Xenios</em>, da ihm die Rolle des Beschützers von Fremden und Reisenden zuteil wurde. Zugleich war Zeus ein Rächer derer, die ihre Gäste nicht ordnungsgemäß behandelten.</p>



<p>In Ovids Werk <em>Metamorphosen</em> (1-8 n. Chr.) suchen Jupiter (Zeus) und Merkur (Hermes) in Menschengestalt erfolglos eine Herberge, bis das ärmliche Ehepaar Philemon und Baucis, ihre Identitäten nicht kennend, sie aufnimmt und mit allem bewirtet, was sie haben. Zur Belohnung wird ihre bescheidene Hütte in einen goldenen Tempel verwandelt, bevor die restliche Stadt aufgrund ihrer mangelnden Gastfreundschaft geflutet wird.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="844" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:844/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1.png" alt="" class="wp-image-1078" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:844/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:247/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:633/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1310/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1310/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1.png 1415w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1310/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Jupiter und Merkur bei Philemon und Baucis</em> | Peter Paul Rubens, ca. 1620-1625</figcaption></figure>



<p class="has-text-align-left is-style-default">Der Architekt Vitruvius <a href="https://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=urn:cts:latinLit:phi1056.phi001.perseus-eng1:6.7.4" target="_blank" rel="noopener" title="schrieb etwa 25 v. Chr.">schrieb etwa 25 v. Chr.</a> in seinem Werk <em>De Architectura</em>:</p>



<p class="has-text-align-center is-style-default">„&#8230;<em>Als die Griechen luxuriöser wurden und ihre Verhältnisse opulenter, begannen sie, Speisesäle, Kammern und Vorratsräume für ihre Gäste aus dem Ausland bereitzustellen, und am ersten Tag luden sie sie zum Abendessen ein, wobei sie ihnen am nächsten Hühner, Eier, Gemüse, Früchte und andere ländliche Erzeugnisse schickten</em>&#8230;“.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-ein-vorbild-in-der-praxis-kein-vorbild-in-der-intention">Ein Vorbild in der Praxis, kein Vorbild in der Intention</h4>



<p>Die alten Griechen, die zu Zeiten Jesu und Paulus lebten, waren also äußerst gastfreundliche Menschen. Sie nahmen Gäste auf, als wären sie Götter –&nbsp;Hebräer nahmen sie auf, als wären sie Engel (nach dem Vorbild Abrahams und Lots).</p>



<p>Schön und gut&#8230; doch  warum müssen uns Paulus und Petrus dann noch ermahnen, gastfreundlich zu sein?</p>



<p>Während der kultivierte Grieche als Gastgeber dazu angehalten war, Fremde aufzunehmen, für Speis und Trank zu sorgen, ein Bad und einen Schlafplatz bereitzustellen und beim Abschied Geschenke mitzugeben (und all das, ohne erst den Namen oder die Herkunft zu erfragen), so war auch dem Gast selbst geboten, respektvoll zu sein, seine Bleibe nicht in die Länge zu ziehen, keine Last zu sein und, falls keine Geschenke, zumindest Dankbarkeit und gute Geschichten mitzubringen.</p>



<p>Ganz entscheidend aber ist der Aspekt der gesellschaftlichen Selbstverständlichkeit, die in <em>Xenia</em> steckt. Was hattest du als Grieche schon für eine Wahl, wenn du nicht dem Zorn des Zeus verfallen oder als Atheist (im griechischen Sinne) einen schlechten Stand haben wolltest? Oder als Jude, wenn du deinen Gott nicht verleugnen wolltest?</p>



<p>Es muss also einen Grund geben, dass uns sowohl Paulus als auch Petrus zur Gastfreundschaft aufrufen.</p>



<p>In den folgenden Abschnitten möchte ich versuchen, die Frage zu beantworten, wie wir diesem Gebot als Christen im 21. Jahrhundert folgen können.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-christus-ist-unser-vorbild">Christus ist unser Vorbild</h4>



<p>Als Christen ermahnt uns Petrus, <em>ohne Murren</em> Geschwister und Fremde in unsere Häuser aufzunehmen. Nur einen Vers vorher schreibt er:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>Vor allem habt untereinander eine inbrünstige Liebe, denn <small>die</small> Liebe bedeckt eine Menge von Sünden.</em></p>
<cite>– 1. Petrus 4,8</cite></blockquote>



<p>Und diese Liebe finden wir allein in Christus. Er ist unser Vorbild. Ohne diese werden wir dieses Gebot der Gastfreundschaft nie mit dem Frieden erfüllen können, den Gott uns durch Seine Liebe geschenkt hat.</p>



<p>Jesus selbst erniedrigte sich unter die Engel, damit er uns diene, die wir einst Fremde waren. Und wenn wir auch nicht unerwartet Christus wörtlich empfangen mögen werden, wie die Jünger es in Emmaus taten (die weitaus glorreichere und <em>nicht</em> rein mythologische Gott-Mensch-Begegnung in der Gastfreundschaft), so können wir den Herrn doch ganz praktisch gastfreundlich empfangen: </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es einem der geringsten dieser meiner Brüder getan habt, habt ihr es mir getan.</em></p>
<cite>– Matthäus 25,40b</cite></blockquote>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="926" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:926/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/The_Supper_at_Emmaus_by_Rembrandt.jpg" alt="" class="wp-image-1079" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:926/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/The_Supper_at_Emmaus_by_Rembrandt.jpg 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:271/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/The_Supper_at_Emmaus_by_Rembrandt.jpg 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:695/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/The_Supper_at_Emmaus_by_Rembrandt.jpg 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1194/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/The_Supper_at_Emmaus_by_Rembrandt.jpg 1536w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1193/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/The_Supper_at_Emmaus_by_Rembrandt.jpg 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1194/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/The_Supper_at_Emmaus_by_Rembrandt.jpg 1944w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1194/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/The_Supper_at_Emmaus_by_Rembrandt.jpg 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Das Abendmahl in Emmaus</em> | Rembrandt van Rijn, 1629</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-eine-ermutigung-zum-dienst">Praktische Anwendung: Eine Ermutigung zum Dienst</h3>



<p>Ich glaube, wir grenzen <em>Dienst</em> manchmal zu sehr auf den unmittelbaren Kontext des Sonntagsgottesdienstes ein: Lobpreisdienst, Kindergottesdienst, Putzdienst, Kaffeedienst&#8230; in der Gastfreundschaft finden wir einen Dienst, den wir uneingeschränkt jeden Tag in der Woche ausüben können –&nbsp;sowohl aktiv als auch passiv – und der explizit biblisch geboten wird.</p>



<p>Um die Frage nun also zu beantworten, <em>wie</em> wir dieses Gebot im 21. Jahrhundert praktisch erfüllen können, hier ganz konkrete Ansätze:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Mach aus dem allzuoft nicht ernstzunehmenden „Lass uns mal wieder treffen“ ein „Wann hast du diese Woche Zeit, zum Abendessen zu kommen?“ Paulus sagt: <em>Trachte</em> nach Gastfreundschaft! Das Gebot ist aktiv. Das Verb steht normalerweise für <em>verfolgen </em>oder <em>nachjagen</em>.</li>



<li class="has-normal-font-size">Sorge immer dafür, dass du spontan Besuch empfangen kannst.<br>-&gt; Wenn du Ehefrau bist, beachte das in Titus 2,5 implizierte Gebot, <em>Hausfrau</em> (EsraBibel), <em>mit häuslichen Arbeiten beschäftigt</em> (CSV) zu sein.</li>



<li>Hebe die beste Speise (und den besten Kaffee!) für deine Gäste auf.</li>



<li>Bestelle keine Pizza, sondern koche!</li>



<li>Frage dich bei der Wahl oder Einrichtung deines Hauses oder deiner Wohnung: Wie kann ich hier Gästen dienen? Selbst die Griechen haben das getan – wieso dann nicht erst recht wir?</li>



<li>Priorisiere dein Leben so, dass du allzeit bereit bist, alles hinzuschmeißen, um Gäste zu empfangen. Nimm besonders deine Geschwister so auf, als wäre es Jesus selbst sein, der an deiner Tür klingelt.</li>
</ul>



<p>Ganz persönlich haben mich die Erkenntnisse dieser Wortstudie dazu gebracht, dass ich gemeinsam mit Xhesika entschieden habe, dass wir unsere Finanzen in diese Richtung lenken wollen. Vor einiger Zeit beschäftigte ich mit mit Aktien und ETFs; es ist lukrativ, sein ganzes Geld zu investieren und in allen Lebensbereichen zu sparen, um sich damit ein Vermögen aufzubauen. Als mein Vater mich dann fragte, ob ich wolle, dass unser kleiner Joah bis ins Erwachsenenalter in der günstigstmöglichen Wohnung aufwächst, wurde mir klar: Ich priorisiere nicht biblisch.</p>



<p>So ist auch meine Ermutigung an dich, lieber Leser, dir diese Frage zu stellen: Priorisierst du deine Zeit und deine Ressourcen biblisch? Mein Gebet ist es, dass dieser Beitrag die Bibelworte zur Gastfreundschaft in dir vertieft und dich genauso berührt, wie sie mich berührt haben.</p>



<p></p><p>The post <a href="https://joelbarthel.de/der-radikale-ruf-zur-gastfreundschaft/">Der radikale Ruf zur Gastfreundschaft</a> first appeared on <a href="https://joelbarthel.de">Joel Barthel</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Bibelkunde beim EBTC – Ein Erfahrungsbericht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mail@joelbarthel.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Jul 2025 19:28:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Review]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meine Frau Xhesika und ich haben soeben unser Bibelkunde-Jahr abgeschlossen.&#160;Das ist das Grundlagenjahr und somit das erste von mehreren Studiengängen, die das EBTC, Verlag und Bibelschule zugleich, anbietet. Im folgenden Beitrag möchte ich diverse Facetten dieses Studiengangs detallieren, um dich vielleicht zu überzeugen, ebenfalls Bibelkunde zu studieren. Was glaubt das EBTC? Theologisch würde ich die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Frau Xhesika und ich haben soeben unser Bibelkunde-Jahr abgeschlossen.&nbsp;Das ist das Grundlagenjahr und somit das erste von mehreren Studiengängen, die das EBTC, <a href="https://shop.ebtc.org/" target="_blank" rel="noopener" title="">Verlag</a> und <a href="https://www.ebtc.org/" target="_blank" rel="noopener" title="">Bibelschule</a> zugleich, anbietet.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="900" height="244" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:auto/h:auto/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/05/image-3.png" alt="" class="wp-image-1005" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:900/h:244/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/05/image-3.png 900w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:81/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/05/image-3.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:208/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/05/image-3.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:900/h:244/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/05/image-3.png 2x" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>



<p>Im folgenden Beitrag möchte ich diverse Facetten dieses Studiengangs detallieren, um dich vielleicht zu überzeugen, ebenfalls Bibelkunde zu studieren.</p>


<div class="wp-block-aioseo-table-of-contents"><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-was-lehrt-das-ebtc">Was glaubt das EBTC?</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-ist-bibelkunde-das-richtige-fur-mich">Ist Bibelkunde das Richtige für mich?</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-habe-ich-genug-zeit">Habe ich überhaupt genug Zeit dafür?</a></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-was-genau-macht-man-im-bibelkunde-jahr">Was genau macht man in Bibelkunde?</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-bibelkunde">1. Bibelkunde</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-prufungen">2. Prüfungen</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-praktische-theologie">3. Praktische Theologie</a></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-bibelkunde-vs-bibelkunde-express">Bibelkunde vs. Bibelkunde-Express</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-der-unterricht">Der Unterricht</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-toll-fur-ehepaare">Lohnt es sich für Ehepaare?</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-test">Die Kosten</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-fazit">Fazit</a></li></ul></div>


<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-was-lehrt-das-ebtc"><strong>Was glaubt das EBTC?</strong></h2>



<p>Theologisch würde ich die Lehre beim EBTC so zusammenfassen, dass es die Gnadenlehren lehrt und bezüglich der Geistesgaben cessationistisch und in der Endzeitlehre ganz klar dispensationalistisch ist.</p>



<p>Im Bibelkunde-Jahr kommen die eben genannten Glaubensgrundlagen selten zum Vorschein und beeinflussen den Wert des Studiums nicht maßgebend. Das <a href="https://www.ebtc.org/ueber-uns/glaubensbekenntnis" target="_blank" rel="noopener" title="">Glaubensbekenntnis des EBTC</a> ist zu lesen, wenn man sich bewirbt; aber das Studium ist nicht für Menschen bestimmter theologischer Lager limitiert – besonders nicht dieses eher allgemeine Einstiegsjahr.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-ist-bibelkunde-das-richtige-fur-mich">Ist Bibelkunde das Richtige für mich?</h2>



<p>Nicht selten habe ich mit meiner Frau diskutiert, ob dieses Studium überhaupt sinnvoll ist. Früh kam schon die Frage auf: Wieso nicht alles selbst zuhause lernen? Die Aufgabe ist doch klar: In zehn Monaten die gesamte Bibel durchlesen und dabei jedes Kapitel mit maximal sieben Worten und jedes Buch in maximal 1500 Zeichen zusammenfassen.</p>



<p>Der zum Pragmatismus neigende Mensch fängt hier nun an, sich zu sagen: <em>Ach, ich kann es ja auch auf zwölf Monate verteilen. Und was soll&#8217;s, wenn ich mal ein achtes Wort für einen Titel brauche.</em> Und im realistischen Fall sieht es dann vermutlich so aus, dass du spätestens bei 3. Mose aufhörst und die Bibel dann wieder nach Lust und Laune liest – inkonsequent, unregelmäßig und ziellos.</p>



<p>Das Motto des EBTC lautet: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-plain is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-normal-font-size" style="margin-top:var(--wp--preset--spacing--50);margin-right:var(--wp--preset--spacing--70);margin-bottom:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--70)"><em>Jünger fürs Leben zurüsten, um der Gemeinde Christi zu dienen.</em></p>
</blockquote>



<p>Erst, wenn man sich dessen bewusst ist, wird man Frieden damit haben können, dass die mit dem Studium verbundene Arbeitslast genau diesem Zweck dient. In zehn Monaten durch die Bibel zu lesen und dabei jeden Monat wieder einer engen Deadline zu folgen, schafft Disziplin und lehrt, dass es durchaus möglich ist, in jeder Lebenslage die Bibel in zehn Monaten <em>aufmerksam</em> zu lesen und damit zu arbeiten –&nbsp;und man Gott durchaus vertrauen darf, einen durch solch eine Herausforderung zu tragen!</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-habe-ich-genug-zeit">Habe ich überhaupt genug Zeit dafür?</h4>



<p>Das EBTC gibt an, dass das Studium <strong>2 bis 3 Stunden am Tag</strong> erfordert. Ich habe nie die Zeit getrackt, um diesen Durchschnitt zu überprüfen –&nbsp;aber allein durch die gesamte Bibel zu lesen kann etwa 80 bis 85 Stunden dauern. Während der Gesamtdauer des Studiums solltest du also mit durchschnittlich 30min reiner Lesezeit pro Tag rechnen. Das beinhaltet noch nicht das Zusammenfassen. Ich würde sagen, die intensivste Phase sind die ersten vier Monate –&nbsp;hier arbeitet man sich von <strong>1. Mose</strong> bis <strong>Hohelied</strong> durch.</p>



<p><strong>Tipp</strong>: Vorarbeiten ist nicht verboten. Das haben Xhesika und ich gemacht – und ich frage mich wirklich, wie jemand es anders durch die ersten vier Monate schaffen soll!</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="814" height="1024" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:814/h:1024/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/05/image-5.png" alt="" class="wp-image-1007" style="width:334px;height:auto" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:814/h:1024/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/05/image-5.png 814w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:239/h:300/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/05/image-5.png 239w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:966/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/05/image-5.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:858/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/05/image-5.png 892w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:858/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/05/image-5.png 2x" sizes="(max-width: 814px) 100vw, 814px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wer den Dezember schafft, schafft alles.</figcaption></figure>



<p>Um noch inhaltlich auf die Frage einzugehen, ob Bibelkunde das Richtige für dich ist: Wenn du bereits eine gute Gesamtübersicht der Bibel hast, kannst du dich darauf prüfen lassen und das Bibelkunde-Jahr ggf. überspringen. Manche wollen direkt mit den Kursen Biblische Seelsorge oder Auslegungspredigt beginnen –&nbsp;das ist durchaus möglich, wenn du gute Vorkenntnisse vorweisen kannst. Groß beworben wird das aber aus guten Gründen nicht – im nächsten Abschnitt führe ich aus, woraus Bibelkunde überhaupt besteht. Vorneweg: Es es ist kein rein theoretisches Studium.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-was-genau-macht-man-im-bibelkunde-jahr">Was genau macht man in Bibelkunde?</h2>



<p>Das Studium besteht aus drei Teilen:</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-bibelkunde">1. Bibelkunde</h4>



<p>Die meiste Zeit deines Studiums verbringst du im Wohnzimmer, in der Küche oder in der Bahn, während du zur Arbeit fährst. Wo auch immer du freie Minuten findest, um noch ein weiteres der manchmal dreistelligen Summe an Kapiteln (<em>oh, die Psalmen&#8230;</em>) für diesen Monat zu lesen.</p>



<p>Also noch mal zusammengefasst: Du liest jeden Monat der Reihenfolge nach verschiedene Bücher aus der Bibel und fasst dabei <strong>jedes Kapitel</strong> in <strong>max. sieben Wörtern</strong> und <strong>jedes Buch</strong> in <strong>max. 1500 Zeichen</strong> zusammen. In zehn Monaten wirst du alle 66 Bücher bzw. 1189 Kapitel durchgearbeitet haben.</p>



<p>Zum Lesen nutzt du eine der wortgetreueren Übersetzungen (Elberfelder, Schlachter, Luther oder Menge –&nbsp;HfA oder NeÜ sind nicht gewährt). </p>



<p>Ja, es ist viel und ja, wenn du wirklich <em>liest, denkst</em> und deine Zusammenfassungen nicht von einer KI generieren lässt (was natürlich verboten ist), wirst du vermutlich überfordert sein. Die Bibelkunde ist namensgebend für den Jahrgang und bildet <strong>80 %</strong> der Gesamtnote.</p>



<p>Entscheidend für deine Note ist die Bewertung deines dir zugeteilten Tutors, der dies anhand einiger Kriterien tut. An dieser Stelle ein kurzes Shoutout (und großes Dankeschön) an meinen Tutor Daniel – du musstest dir <em>sehr</em> viel Zeug durchlesen!</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-prufungen">2. Prüfungen</h4>



<p>Während deines Studiums gibt es vier Prüfungen (2x AT und 2x NT), auf die du dich vorbereiten musst. Sie bestimmen <strong>20 %</strong> deiner Endnote. Sie behandeln neun Kernfragen zu jedem Buch, z. B. Autor, Abfassung oder Thema.</p>



<p>Hand aufs Herz: Ich habe diese Prüfungen halbherzig absolviert. Es gibt Punkte, die sinnvoll sind –&nbsp;zum Beispiel der Autor oder die Schlüsselverse eines Buches. Manche Punkte finde ich äußerst arbiträr – „Wesen Gottes“&nbsp;zum Beispiel. In 2. Mose ist Gott vielleicht gnädig, barmherzig und sieben weitere Dinge –&nbsp;gleichzeitig sollst du „Schlüsselworte“ und „Schlüssellehren“ lehren, die oft Überschneidungen haben. Selbst aus Seite der Dozenten werden diese Punkte manchmal fragend vorgestellt. Für mich nicht wirklich motivierend –&nbsp;weitaus intelligentere Menschen wie meine Frau streben hier trotzdem nach der perfekten Note und quälen sich irgendwie durch!</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-praktische-theologie">3. Praktische Theologie</h4>



<p>Die praktische Theologie macht zwar nur <strong>10 %</strong> der Gesamtnote aus, ist für mich aber ein unerwartetes Highlight des Bibelkunde-Jahres. Eigentlich nicht das, wofür man sich angemeldet hat, aber dem Zweck der <em>Zurüstung der Jünger</em>&nbsp;ungemein dient. Ich blicke auf viele gesegnete Stunden zurück, in denen ich in einer überschauberen Gruppe von Männern über alle wesentlichen Themen gesprochen habe, die einen Mann betreffen: Gebet, Dienst in der Gemeinde, Finanzen, sexuelle Reinheit u. v. m.</p>



<p>Für die Frauen gibt es etwas andere Themen. Ich bin nun wirklich konservativ, aber selbst mich hat es überrascht, dass <em>sie</em> das Thema Finanzen nicht in ihrem Katalog haben.</p>



<p>In unserem Fall wurden aufgrund der Größe des Kurses Männer und Frauen jeweils in zwei verschiedene Gruppen aufgeteilt, damit diese klein bleiben und intimen Austausch fördern.</p>



<p>Zur Vorbereitung der jeweiligen Themen liest man hier in den meisten Monaten ein oder zwei Kapitel aus dem Buch <em>Ein Mann nach dem Herzen Gottes </em>von Jim George (interessanterweise nicht <em>Mann mit Profil</em>, obwohl Xhesika <em>Frau mit Profil</em> lesen musste). Ich persönlich halte es nicht für den Höhepunkt der christlichen Literatur; deutlich besser fand ich die anderen Büchlein oder Buchauszüge, die auch mal drankommen, mit J. C. Ryle als absoluten Höhepunkt. Aber das Lesen ist hier m. E. nicht der wichtigste Teil –&nbsp;es ist der Austausch mit gleichgesinnten Männern, das Teilen von Zeugnissen und die gesunde, klare Lehre der Dozenten zu sehr wichtigen Themen, über die die meisten von uns zu wenig sprechen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-bibelkunde-vs-bibelkunde-express">Bibelkunde vs. Bibelkunde-Express</h2>



<p class="has-normal-font-size">Ich würde niemals <em>prinzipiell</em> davon abraten, <a href="https://www.ebtc.org/bibelschule/bibelkunde-express-online-bibelschule" target="_blank" rel="noopener" title="">Bibelkunde-Express</a> (die kompaktere Online-Version von Bibelkunde) zu studieren. Aber eines der schönsten Aspekte der Nicht-Express-Variante ist das physische Zusammenkommen mit Geschwistern aus ganz Deutschland. Jeder der zehn Monate kulminiert nämlich in einem langen Wochenende vor Ort (entweder in Berlin, Soest, Oberberg oder Zürich), beginnend am Freitagabend mit einem Abendessen*, gefolgt von einer ersten Bibelkunde-Einheit. Dann fährst du entweder nach Hause, zu deiner Gastfamilie oder ins Hotel und machst samstags früh um 8 mit dem Gottesdienst weiter, bevor um etwa 09:15 der Unterricht fortgesetzt wird, der dann mit der praktischen Theologie von 16:00 bis 17:30 endet.</p>



<p class="has-small-font-size">*<em>Den kostbaren Mahlzeiten vor Ort könnte ich als Feinschmecker einen ganzen Abschnitt gewähren, aber das würde den Rahmen meines Beitrags sprengen.</em></p>



<p>Wir waren auch unglaublich gesegnet, Geschwister vor Ort kennenzulernen und tiefe Gespräche mit ihnen führen zu dürfen. An dieser Stelle ein Shoutout an die Schindlers, unsere Gastfamilie, die uns und weitere Stundenten Monat für Monat herzlich zuhause empfangen haben!</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-der-unterricht">Der Unterricht</h2>



<p>Ich bin nicht ganz sicher, wie der Unterricht an den anderen Standorten aussieht. Für uns in Soest kann ich aber sagen, dass kein Unterricht der Dozenten, die ich in diesen zehn Monaten kennengelernt habe, uninspiriert oder langweilig war.</p>



<p>Unser Hauptdozent war Eberhard Dahm, der das schon viele Jahre macht und somit spürbar souverän unterrichtet. Der Unterricht behandelt die verschiedenen Bibelbücher. Während andere Dozenten, die vereinzelt auch mal dran sind, großartig in 75-90min durch einzelne Bücher navigieren, lässt sich Eberhard häufig Zeit, von seiner Erfahrung als langjähriger <a href="https://www.institut-fuer-gemeindeaufbau.de/ueber-uns/eberhard-dahm" target="_blank" rel="noopener" title="">Gemeindeberater</a> zu berichten. Er ist Vater eines mittlerweilen erwachsenen, dadurch aber nicht weniger herausfordernden Sohnes namens Daniel, dessen Down-Syndrom mit viel Leid und Sorgen, aber überraschend auch Segen, verbunden ist. Diese Anekdoten sind einmalig, prägend und Eberhard damit ein großartiges Vorbild im Glauben. Junge Christen brauchen mehr Eberhards in der Gemeinde.</p>



<p>Wir hatten einen jungen Mann im Kurs, dem es offenbar gefällt, besonders schwierige Fragen zu hoch debattierten Bibeltexten zu stellen. Das mag so manchen Geschwistern ein Anstoß sein, weil man annehmen könnte, er hinterfrage die Bibel –&nbsp;aber den Kurs hat es dadurch immer wieder bereichert, dass Eberhard zeigte, dass du die Bibel irgendwann in deinem Leben so gut kennen kannst, dass du all diese Fragen selbst schon durchgekaut hast und beantworten kannst. Ganz im Sinne Petrus also:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„Seid jederzeit bereit zur Verantwortung gegen jeden, der Rechenschaft von euch fordert über die Hoffnung, <small>die</small> in euch <small>ist</small>.“</p>
<cite>– 1. Petrus 3,15b (CSV)</cite></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-toll-fur-ehepaare">Lohnt es sich für Ehepaare?</h2>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1707" height="2560" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:auto/h:auto/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/Abschluss-SOE-25-61-scaled.jpg" alt="Xhesika und ich mit den Dozenten Eberhard Dahm und Andreas Unrau" class="wp-image-1061" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:720/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/Abschluss-SOE-25-61-scaled.jpg 1707w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:200/h:300/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/Abschluss-SOE-25-61-scaled.jpg 200w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:683/h:1024/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/Abschluss-SOE-25-61-scaled.jpg 683w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:720/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/Abschluss-SOE-25-61-scaled.jpg 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:720/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/Abschluss-SOE-25-61-scaled.jpg 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:719/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/Abschluss-SOE-25-61-scaled.jpg 1365w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:720/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/Abschluss-SOE-25-61-scaled.jpg 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:720/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/Abschluss-SOE-25-61-scaled.jpg 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">Notiz an mich selbst: Prüfen, ob der Anzug sitzt, bevor man sich fotografieren lässt. © EBTC</figcaption></figure>



<p>Wie bereits erwähnt habe ich das Bibelkunde-Jahr zusammen mit meiner Frau absolviert. Ganz romantisch ging ich in dieses Studium mit der Idee, dass Xhesika und ich <em>jedes Kapitel</em> zusammen lesen würden. Das ist ein wahrer Segen. Sehr früh in unserer frischen Ehe durfte ich so mit ihr gemeinsam durch die ganze Bibel lesen; viel produktiver kann man ein erstes Jahr gemeinsam glaube ich nicht verbringen.</p>



<p>Dennoch ist klar, dass es zu zweit schwieriger ist als allein, besonders wenn man alles zusammen lesen, erarbeiten und sich gegenseitig unterstützen und korrigieren möchte! Das ist ein zusätzlicher Zeitaufwand, aber er fördert auch die geistige Anstrengung und Präzision.</p>



<p>Als unser Joah im März auf die Welt kam, nur drei Monate vor Ende des Studiums, war es für Xhesika in Bezug auf das Studium fast ein Bankrott-Erlebnis. Natürlich war ihr Kopf und Terminkalender nicht mehr ganz so frei wie noch in den wenigen Wochen, die sie durch ihren Mutterschutz zuhause verbringen konnte. Wer also in diesem Zeitraum Kinder erwartet, sollte es sich zweimal überlegen, denn immensen Druck wird es allemal bedeuten – doch das EBTC unterstützt Ehepaare, wie wir es vor und während des Bibelkunde-Jahres immer wieder von anderen Paaren hörten, und wir können es durch unsere Erfahrung nur bestätigen.</p>



<p>Um die Frage dieses Abschnitts also zu beantworten: Ja, es lohnt sich!</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„und sie werden <em>ein</em> Fleisch sein.“</p>
<cite>– 2. Mose 2,24b (CSV)</cite></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-test">Die Kosten</h2>



<p><strong>Vorneweg</strong>: Jeder EBTC-Studiengang wird standardmäßig mindestens zur Hälfte von Spendern getragen. Das finde ich großartig –&nbsp;und das dient als weitere Motivation, sein Studium ernstzunehmen. Die Kosten belaufen sich in Soest für den kommenden Jahrgang 2025/26 auf <strong>1.800,- €</strong> (Stand: Juni). Das heißt, dass Spender genau diesen Betrag tragen, um die eigentlichen 3.600,- € zu decken.</p>



<p>Die Kosten decken u. a. 10 Unterrichtswochenden mit verschiedenen Dozenten inkl. Verpflegung und ggf. Übernachtung bei einer Gastfamilie; außerdem erhält man einige für das Studium relevante Bücher.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="aioseo-fazit">Fazit</h2>



<p>Ich kann das Bibelkunde-Studium fast jedem in fast jeder Lebenslage uneingeschränkt empfehlen. Ja, auch wenn du in Vollzeit arbeitest. Oder wenn du, wie ich, zusätzlich noch einen Minijob ausübst. Oder wenn du viel in deiner Ortsgemeinde involviert bist. Oder wenn du frisch verheiratet bist oder sogar vier Kinder hast. Ich kann dir aus unserem Jahrgang berichten: Die meisten Menschen sind mit allen möglichen Dingen bereits gut beschäftigt – und doch haben wir es (fast) alle geschafft!</p>



<p>Der Herr wird dir die Kraft schenken, die du brauchst.</p>



<p></p><p>The post <a href="https://joelbarthel.de/ebtc-bibelkunde-review/">Bibelkunde beim EBTC – Ein Erfahrungsbericht</a> first appeared on <a href="https://joelbarthel.de">Joel Barthel</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Warum ich Endzeitagnostiker bin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mail@joelbarthel.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Jul 2025 19:29:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dispensationalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Endzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Offenbarung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt kein großes Thema in der Bibel, das ein tiefgründigeres Studium der gesamten Schrift erfordert als die Endzeit. Offenbarung ist das schwierigste aller Bücher. Mehr als die Hälfte der Verse also enthält direkte Parallelen zum Alten Testament.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die letzten Wochen hat mich Eschatologie, die „Lehre der letzten Dinge“ – also die Endzeit –&nbsp;erstmals sehr beschäftigt. Ich war nie bereit, mich einem der definierten Endzeitsysteme anzuschließen. Ich wusste nicht, ob ich mich auf dieser Erde noch als <em>Dispensationalist</em>, <em>Postmillenialist</em> oder <em>Amillenialist</em> bezeichnen werde. Und nun, wo ich dieses Thema endlich angehe, sieht es Tag für Tag so aus, dass meine Zuversicht weiter sinkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kompliziert, komplizierter, Endzeitlehre</h2>



<p>Hier sind sich fast alle einig: Es gibt kein großes Thema in der Bibel, das ein tiefgründigeres Studium der gesamten Schrift erfordert als die Endzeit. Offenbarung ist das schwierigste aller Bücher. Mehr als die Hälfte der Verse enthält direkte Parallelen zum Alten Testament. Die großen Reformatoren Luther, Zwingli und Calvin mussten zugeben, dass sie sich mit dessen Studium überfordert sahen. Hieronymus behauptete, das Buch enthalte „<em>genauso viele Worte wie Mysterien</em>“, und B. B. Warfield sagte: „<em>Es wurde schon immer am verschiedensten verstanden, am willkürlichsten ausgelegt und exegetisch am meisten gefoltert.</em>“</p>



<p>Selbst die überzeugtesten Vertreter jeder Endzeitlehre werden durch seine oft ambivalente Ausdrucksweise und nicht immer eindeutig erschließbare Struktur gedemütigt, und nicht wenige der begabtesten Ausleger der apokalyptischen Literatur (wie Daniel, Offenbarung oder die Ölbergrede Jesu) haben nach vielen Jahren des Studiums zeitweise ihre Meinung geändert. Einige der besten Ausleger der Offenbarung, die akribisch versuchen, die jüdische apokalyptische Sprache des 1. Jahrhunderts zu verstehen, nennen sich erst <em>Amillenialist</em> oder <em>historischer</em> <em>Prämillenialist</em> und bezeichnen sich dann als „Optimistischer Amillenialist“&nbsp;(Dr. Joel Beeke), „Neue-Schöpfung-Amillenialist“ (Thomas R. Schreiner) oder weigern sich gänzlich, von solch stark geprägten Begriffen auszugehen (D.A. Carson).</p>



<p>Manche nennen sich auch <em>Panmillenialist</em>: „It will all <em>pan</em> out in the end.“ (etwa: „Am Ende wird sich schon alles fügen.“)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Keine triviale Entscheidung</h2>



<p>Meine größte Schwierigkeit damit, mich für ein System zu „entscheiden“&nbsp;und mich fortan <em>Dispensationalist</em> oder <em>Postmillenialist</em> zu nennen, ist die Tatsache, dass ich mehrere Annahmen machen muss, die <em>individuell</em> bereits intensives Studium erfordern, das sich nicht in ein oder zwei Wochen, Monaten oder gar Jahren ausschöpfen lässt. Es betrifft große Fragen wie das Verständnis von Prophetien (welche wörtlich, welche symbolisch?), inwieweit die Kirche und Israel als zwei verschiedene Völker verstanden werden müssen, wenn Paulus in Epheser von einem „neuen Menschen“ spricht, zu dem Juden und Heiden zusammengefügt werden, die <em>gemeinsam</em> „Abrahams Same“&nbsp;sind; und wie das mit Gottes Bund mit Abraham zu verstehen ist, wenn die Bibel von einem „himmlischen Zion“&nbsp;spricht und durch Hosea offenbart, dass er „Nicht-mein-Volk“ sein Volk nennen wird; und ist dieser Bund wirklich unkonditionell?</p>



<p>Ich kenne genug Geschwister, die ich respektiere und die verschiedene sehr im Widerspruch stehende Endzeitlehren für eindeutig wahr halten. Ich sehe mich somit gezwungen, in diesem Sinne Agnostiker zu bleiben. Es gibt zwar mehr Punkte, die mich am Dispensationalismus stören als an den anderen Systemen, aber auch letztere machen mehrere Annahmen, deren teilweiser Ausfall den Zerfall des gesamten Systems bedeuten würde. Der (Teil-)Präterismus zerfällt bereits vollständig, wenn Offenbarung <em>nicht</em> vor 70 n. Chr. geschrieben wurde. </p>



<p>Wenn mein Glaube nun von so vielen voneinander abhängigen Puzzleteilen abhängt, darf ich nicht annehmen, dass bei zukünftig neuen Erkenntnissen meine Bereitschaft zur Neuausrichtung jemals größer sein wird als die entstehende kognitive Dissonanz, die mich zur Sturheit führt. Wie viel größer ist die Sorge für solche, die seit Jahrzehnten eine feste Lehre vertreten, predigen und bereits viele auf ihre Seite gezogen haben?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein nüchternes Fazit</h2>



<p>Nach nur wenigen Wochen des Vergleichens der verschiedenen Endzeitlehren ist mir bewusst geworden, warum sich so viele begnadete Bibelausleger als <em>vorsichtig</em> amillenialistisch oder premillenialistisch bezeichnen. Dennoch gibt es äußerst überzeugte Vertreter jeweiliger Endzeitlehren wie John MacArthur, der behauptet, er habe die „beste Eschatologie“&nbsp;von allen –&nbsp;überhaupt sehe ich, dass sowohl Dispensationalisten als auch Postmillenialisten tendenziell sehr überzeugt von dem wirken, was sie glauben. Vielleicht, weil beide Systeme das praktische Leben so stark beeinflussen: Der optimistische Postmillenialist meint, der Missionsbefehl stehe im prophetischen Zusammenhang damit, die Welt werde bis zur Wiederkunft Jesu weitgehend christianisiert werden. Der pessimistische Dispensationalist wartet sehnlichst auf Jesu bevorstehende Entrückung der Heiligen, weil der moralische Abfall in der Welt zunimmt und wir nun in den <em>aller</em>letzten Tagen leben.</p>



<p>Es gab auch für mich einige Momente in diesen letzten Wochen, an denen ich fast überzeugt war, der Teil-Präterismus müsse absolut stimmen. Wer in dieser Zeit mit mir über dieses Thema gesprochen hat (am meisten vergeben muss mir wohl meine Frau), wird dies gespürt haben. Doch je tiefer man reingeht, desto verwurzelter wird das Ganze, und man stellt fest – es geht hier um weitaus wichtigere Themen: Die Beziehung zwischen Gottes neuem und altem Bund, Israel und die Gemeinde, das Königreich Jesu und vieles mehr. Das demütigt mich, und bis ich hier nicht tiefgreifendere Erkenntnisse erlangt habe, will ich es nicht wagen, mir ein Urteil zu bilden und mich einem System anzuschließen.</p>



<p>Mein Appell an dich, lieber Leser, ist an dieser Stelle nur eines: Wenn du von der Endzeitlehre, an der du festhältst, <em>völlig</em> überzeugt bist, dann hoffe ich, dass du es <em>biblisch </em>bist. Und wenn du <em>völlig</em> und <em>biblisch</em> überzeugt bist –&nbsp;und auch noch recht hast – dann danke ich dir, wenn du für mich betest, dass Gott mich zur rechten Erkenntnis der letzten Dinge führt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>Seid jederzeit bereit zur Verantwortung gegen jeden, der Rechenschaft von euch fordert über die Hoffnung, <small>die</small> in euch <small>ist</small>.</em></p>
<cite>– 1. Pet 3,15b</cite></blockquote>



<p></p><p>The post <a href="https://joelbarthel.de/warum-ich-endzeitagnostiker-bin/">Warum ich Endzeitagnostiker bin</a> first appeared on <a href="https://joelbarthel.de">Joel Barthel</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Johannes Hartl &#038; Gebetshaus Augsburg – Eine protestantische Analyse</title>
		<link>https://joelbarthel.de/hartl-und-gebetshaus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mail@joelbarthel.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Feb 2025 09:08:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Irrlehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Katholizismus]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
		<category><![CDATA[hartl]]></category>
		<category><![CDATA[katholizismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://joelbarthel.de/?p=1</guid>

					<description><![CDATA[<p>Dr. Johannes Hartl ist vermutlich der beliebteste und respektierteste römisch-katholische Lehrer im deutschsprachigen Raum. Was ihn auszeichnet, ist, dass er seine Anhänger nicht nur dort findet, wo er herkommt, sondern auch in freikirchlichen Kreisen. Doch wie kann das sein, wenn sich die römisch-katholische Lehre so sehr von der ursprünglichen biblischen Lehre unterscheidet, die schlussendlich zur berühmtesten Glaubensreformation der Geschichte führte?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Leser,</p>



<p>folgender Artikel wurde ursprünglich Ende 2022 verfasst und nun leicht überarbeitet.</p>



<p>Ich kontaktierte das Büro des Gebetshaus Augsburg mit der Einladung, ihn zu sichten, bevor ich ihn eventuell veröffentliche. Die Rückmeldung, die ich erhielt, setzte sich nicht mit expliziten Punkten auseinander, doch ich wurde auf ein Statement von Dr. Hartl hingewiesen, das mit folgenden Worten endet:</p>



<p class="has-text-align-center">„(&#8230;) <em>Kritik an meinen Positionen sind immer erlaubt, oft sicher berechtigt; am zielführendsten ist sie, wenn sie sich an meinen Inhalten der letzten 5 Jahre orientiert, denn auch meine thematischen Aussagen entwickeln sich mit der Zeit.</em>“</p>



<p>Nach dieser Regel wäre in diesem Artikel nur meine Kritik zu Hartls Mystik „zielführend“ (und nur der Teil davon, in dem ich aus seinen Vortrag von 2022 zitiere).</p>



<p>Mir ist auch bewusst, dass es in den letzten 2 1/2 Jahren neue Entwicklungen zu Dr. Hartl gab, über die ich berichten <em>könnte</em> –&nbsp;es tut mir fast schon weh, die UNUM24-Konferenz nicht einmal zu erwähnen. Der rote und schlichte Faden in diesem Artikel soll jedoch sein, dass das, was Hartl als Lehrer disqualifiziert, seine weiterhin bestehende Assoziierung mit der römisch-katholischen Kirche ist. Die damit verbundenen und hier ausführlich ausgeführten Probleme sind zeitlos.</p>



<p>Ich wünsche dir Gottes Segen und viel Spaß beim Lesen!</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-default"/>


<div class="wp-block-aioseo-table-of-contents"><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-vorwort">Vorwort</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-wer-ist-dr-johannes-hartl">Wer ist Dr. Johannes Hartl?</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-durch-und-durch-bekennender-und-missionierender-katholik-mission-manifest">Mission Manifest</a></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-auch-hartls-werke-sind-der-katholischen-lehre-treu">Auch Hartls Werke 
sind der katholischen Lehre treu</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-die-katholische-kirche-ist-die-einzig-wahre-kirche">Die Bedeutung der katholischen Kirche</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-taufe">Taufe</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-kindertaufe">Kindertaufe</a></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-verdrehung-von-sola-scriptura-katholisch-als-fremdsprache-buch">Verdrehung von Sola Scriptura</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-mystik">Mystik</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-was-ist-mystik">Was ist Mystik?</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-hartls-mystische-lehre">Hartls mystische Lehre</a></li></ul></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-gebetshaus-augsburg">Gebetshaus Augsburg</a><ul><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-zeugnisse">Zeugnisse</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-inspiration-fur-das-gebetshaus-der-papst-ihop-und-die-mystik">Inspiration für das Gebetshaus: 
Der Papst, IHOP und die Mystik</a></li></ul></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-ein-fazit-zu-dr-hartl-und-warum-okumene-unmoglich-ist">Ein Fazit zu Dr. Hartl – 
und warum Ökumene unmöglich ist.</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-schlusswort">Schlusswort</a></li><li><a class="aioseo-toc-item" href="#aioseo-sonstige-quellen">Sonstige Quellen</a></li></ul></div>


<h2 class="wp-block-heading has-text-align-center has-large-font-size" id="aioseo-vorwort"><strong>Vorwort</strong></h2>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-medium-font-size">„<em>Unterscheiden, was ist wahr und was ist falsch, ist nicht böse, ist nicht gemein, ist nicht menschenverachtend, ist nicht intolerant, sondern ist ein Akt der Liebe.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><em>Wir sollen keine Person verurteilen, aber wir sollen sehr wohl über Gedanken und Lehre richten. Wir sollen, wir müssen, Du sollst, Du musst. Wenn Du mündig in Jesus bist, wenn Du ’ne Bibel hast, kannst Du nicht sagen, es gibt unterschiedliche… jeder darf so ein bisschen seins… Natürlich ist jeder frei, sich seine eigenen Lügen zusammenzubasteln, aber Du bist nicht frei, so zu tun, als wären die alle wahr</em>“.</p>
<cite>– <strong><a href="https://gebetshaus.org/medien/podcasts/?type=222&amp;tx_ytmediathek_mediathek%5Bcolor%5D=primary&amp;tx_ytmediathek_mediathek%5Bentry%5D=369&amp;cHash=73317145f22609180f8407d840c4cd82" target="_blank" rel="noopener" title="">Dr. Johannes Hartl</a></strong></cite></blockquote>



<p>Dr. Johannes Hartl ist vermutlich der beliebteste und respektierteste römisch-katholische Lehrer im deutschsprachigen Raum. Was ihn auszeichnet, ist, dass er seine Anhänger nicht nur dort findet, wo er herkommt, sondern auch in freikirchlichen Kreisen. Doch wie kann das sein, wenn sich die römisch-katholische Lehre so sehr von der ursprünglichen biblischen Lehre unterscheidet, die schlussendlich zur berühmtesten Glaubensreformation der Geschichte führte?</p>



<p>Zweifellos ist Hartl ein starker Verteidiger christlicher Werte, wie die Heiligkeit der Ehe und der Familie (er spricht deutlich zu Themen wie Homosexualität, Abtreibung und Pornographie). Dafür verdient er durchaus Lob. Auch ist er in der Lage, Elemente des Evangeliums stark und überzeugend zu predigen.</p>



<p>Michael Kotsch <a href="https://bibelbund.de/2017/06/werbung-fuer-charismatik-und-roemisch-katholische-kirche/#fn2-6260">schreibt</a> ebenfalls zu seinem Lob: </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„<em>Über zahlreiche Aussagen Hartls kann sich ein konservativ orientierter Christ nur freuen. Ganz ohne bibelkritische Relativierungen stellt er sich hinter die absolute Glaubwürdigkeit der Heiligen Schrift, gerade in den heiklen ethischen Fragen wie Homosexualität oder Scheidung. Die Vereinheitlichungsversuche der Weltreligionen kritisiert Hartl ebenso klar wie die ideologischen Konzepte des Gender Mainstreamings. Erfrischend und unverkrampft stellt er sich zur Jungfrauengeburt, zu den Wundern Jesu und zur Realität der ewigen Verdammnis.</em>“</p>
</blockquote>



<p>In dieser Auseinandersetzung wird geschildert, wie Hartls religiöser Background aussieht – und wie dieser gefährlich schleichend in den Vordergrund rückt. Das entscheidende Wort ist <em>schleichend</em>: Hartls Predigten sind meist unverwechselbar mit denen eines Nicht-Katholiken. So sehr, dass viele derer, die ihm folgen, gar nicht wissen, welcher Kirche er überhaupt angehört – und somit Opfer einer langsamen, vorsichtigen Verführung zu römisch-katholischen Lehren werden. Sicher werden die meisten von ihnen nie überzeugte Anhänger des Papstes, doch werden sie im besten Fall oftmals Verfechter der Ökumene und verlieren das Verständnis dafür, warum ein bibeltreuer Christ sich von dem Papsttum und dessen Nachfolgern nicht verführen lassen sollte.</p>



<p>Ich habe einige Punkte zusammengefasst, die zeigen sollen, dass Hartl jeden aller reformatorischen Grundsätze ablehnt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sola Fide (Allein durch Glauben)</li>



<li>Sola Gratia (Allein durch Gnade)</li>



<li>Sola Scriptura (Allein die Schrift)</li>



<li>Solus Christus (Allein Christus)</li>



<li>Soli Deo Gloria (Allein dem Herrn sei die Ehre)</li>
</ul>



<p>…und oben drauf gefährliche, Jahrhunderte alte katholisch-mystische Lehren als harmlos und gar <strong>essentiell</strong> für ein erfülltes, christliches Leben vermittelt.</p>



<p class="has-text-align-left">Um Hartls Entfernung vom Evangelium festzustellen, sollte es reichen, zu wissen, dass er sich voll und ganz zur römisch-katholischen Kirche bekennt. Um zu zeigen, warum das so ist, fokussiere ich mich ganz bewusst nur auf die <strong>aktuellen</strong> Lehren, die aus Rom kommen. Somit ist die Auseinandersetzung, die folgt, nicht nur Hartl betreffend –sondern eine Übersicht darüber, warum der Glaube der über eine Milliarden Anhänger der römisch-katholischen Kirche welweit nicht mit der Schrift vereinbar ist.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><br><strong>Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind! An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln? Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.&nbsp;Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht?&nbsp;Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!</strong></p>
<cite>– Matthäus 7,19-20, 22-24</cite></blockquote>



<h1 class="wp-block-heading has-text-align-center has-large-font-size" id="aioseo-wer-ist-dr-johannes-hartl"><strong>Wer ist Dr. Johannes Hartl?</strong></h1>



<p>Hartl beschreibt sich als „Philosoph, Theologe Speaker und Gründer“ und als einen der „einflussreichsten Vermittler zwischen christlicher Spiritualität, Philosophie und Psychologie im deutschsprachigen Raum.“ (<a href="https://johanneshartl.org/wp-content/uploads/2021/07/jh-vita.pdf" target="_blank" rel="noopener" title="">Vita</a>) Er studierte fünf Jahre lang katholische Theologie, Germanistik und Philosophie. </p>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-durch-und-durch-bekennender-und-missionierender-katholik-mission-manifest">Mission Manifest</h4>



<p>Hartl ist Mitautor von <a href="https://shop.gebetshaus.org/products/buch-mission-manifest?_pos=1&amp;_sid=f87a08d63&amp;_ss=r" target="_blank" rel="noopener" title="">„Mission Manifest“</a>, worin er u.a. dazu aufruft, den Katechismen der katholischen Kirche zu folgen.</p>



<p>These 7 besagt: </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>&#8222;Wir müssen die Inhalte des Glaubens neu entdecken … Wir haben sie durch Gottes Offenbarung empfangen, finden sie gefasst im Urdokument der Heiligen Schrift und lebendig überliefert <strong>im Verstehen der Kirche, wie es der Katechismus lehrt</strong>.&#8220;</em> </p>
<cite>– <a href="https://www.missionmanifest.online/#thesen" target="_blank" rel="noopener" title="">Mission Manifest</a></cite></blockquote>



<p><em>&#8222;Das &#8222;Mission Manifest&#8220; stehe &#8222;ganz in der Vision von Papst Franziskus&#8220; der unter Mission ein &#8222;werbendes Hinausgehen&#8220; verstehe, sagte Pater Wallner.&#8220; </em>(<a href="https://www.katholisch.at/aktuelles/2018/05/09/initiatoren-stellen-papst-franziskus-ihr-mission-manifest-vor" target="_blank" rel="noopener" title="">katholisch.at</a>)</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="682" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:682/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/01/Pasted-image-20221129081003.png" alt="" class="wp-image-655" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:682/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/01/Pasted-image-20221129081003.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:200/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/01/Pasted-image-20221129081003.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:511/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/01/Pasted-image-20221129081003.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1536/h:1023/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/01/Pasted-image-20221129081003.png 1536w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1621/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/01/Pasted-image-20221129081003.png 1772w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1621/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/01/Pasted-image-20221129081003.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dr. Johannes Hartl &amp; Papst Franziskus mit „Mission Manifest“.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="758" height="556" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:auto/h:auto/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/Treffen_mit_Papst-web_180509_mission.jpg" alt="" class="wp-image-895" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:758/h:556/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/Treffen_mit_Papst-web_180509_mission.jpg 758w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:220/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/Treffen_mit_Papst-web_180509_mission.jpg 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:758/h:556/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/Treffen_mit_Papst-web_180509_mission.jpg 2x" sizes="(max-width: 758px) 100vw, 758px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dr. Hartl und Co-Autoren lassen „Mission Manifest“ von Papst Franziskus segnen.</figcaption></figure>



<p>Zu den Co-Autoren von Mission Manifest gehören Karl Wallner (röm.-katholischer Priester) und Bernhard Meuser, einer der bekanntesten Vertreter der sog. „Neuevangelisierung“, vorangetrieben durch die von ihm initiierte deutsche Ausgabe des katholischen Jugendkatechismus „YouCat“. Hierzu schrieb Papst Benedikt XVI. (Ratzinger) <a href="http://vatican.va/content/benedict-xvi/de/letters/2011/documents/hf_ben-xvi_let_20110202_youcat.html↗" target="_blank" rel="noopener" title="">ein Vorwort</a>:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-style-default has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-normal-font-size"><em>„So bitte ich Euch: Studiert den Katechismus mit Leidenschaft und Ausdauer! Opfert Lebenszeit dafür! Studiert ihn in der Stille Eurer Zimmer, lest ihn zu zweit, wenn Ihr befreundet seid, bildet Lerngruppen und Netzwerke, tauscht Euch im Internet aus. Bleibt auf jede Weise über Euren Glauben im Gespräch!</em></p>



<p class="has-normal-font-size"><em>Ihr müßt wissen, was Ihr glaubt. Ihr müßt Euren Glauben so präzise kennen wie ein IT-Spezialist das Betriebssystem eines Computers. Ihr müßt ihn verstehen wie ein guter Musiker sein Stück. Ja, Ihr müßt im Glauben noch viel tiefer verwurzelt sein als die Generation Eurer Eltern, um den Herausforderungen und Versuchungen dieser Zeit mit Kraft und Entschiedenheit entgegentreten zu können.“</em></p>
</blockquote>
</blockquote>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h1 class="wp-block-heading has-text-align-center has-x-large-font-size" id="aioseo-auch-hartls-werke-sind-der-katholischen-lehre-treu">Auch Hartls Werke <br>sind der katholischen Lehre treu</h1>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-die-katholische-kirche-ist-die-einzig-wahre-kirche">Die Bedeutung der katholischen Kirche</h4>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-default has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><strong>Viviane Herzog (jesus.ch)</strong>:<strong><br></strong><em>„Gibt es für dich neben dieser persönlichen Beziehung zu Jesus noch etwas anderes, das wir beachten müssen, um voll Glauben zu leben?“</em><br><br><strong>Dr. Hartl</strong>:<br>„<em>Ja, das ist der Glaube der Kirche. Als Christ bin ich Teil der Kirche und damit Teil eines Glaubens, der eine viel längere Geschichte hat als mein persönlicher Glaube oder meine persönliche Jesus-Beziehung. Dieser <strong>Glaube der Kirche</strong> ist <strong>geprüft und verlässlich</strong>. Im persönlichen Bibelstudium kann es auch einmal passieren, dass eine Stelle missverstanden oder falsch interpretiert wird. <strong>Der Glaube der Kirche gibt</strong> hier <strong>Richtung und Sicherheit</strong>.</em>“</p>
<cite>– <a href="https://www.jesus.ch/themen/kirche_und_co/christliches_gemeindeleben/gebet/283311-voll_glauben_trotz_zweifeln_krisen_und_kritik.html" target="_blank" rel="noopener" title="">Hartl im Interview mit jesus.ch</a></cite></blockquote>



<p>Hier kommt klar zum Vorschein, dass Hartl sich auf die festgelegte Lehre der Kirche stützt und sie für absolut „verlässlich“ und sicher hält. Dies ist nicht einfach seine persönliche Meinung, sondern ganz im Einvernehmen mit der katholischen Lehre, der Hartl als bekennender Teil dieser Kirche nicht widersprechen kann.</p>



<p>In seinem Vortrag „Ökumene“ beschreibt Hartl das <em>Dominus Iesus</em>, ein im Jahre 2000 erschienenes vatikanisches Dokument, das die Alleinheit der römisch-katholischen Kirche betont. Andere Kirchen werden als „christliche Gemeinschaften“ bezeichnet, die der katholischen Kirche „hingeordnet“ sind, sich aber nicht als Kirche bezeichnen können. Lediglich durch die dort durchgeführten Sakramente (besonders die Taufe) entsteht dort „Teil-Gemeinschaft“ mit der wahren, katholischen Kirche.</p>



<p>Statt dies zu dementieren, lässt Hartl seine Meinung aus: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center is-style-plain has-normal-font-size">„<em>Ich will jetzt nicht meine persönliche Meinung zu dem Punkt vertiefen, ob das sinnvoll war, das so zu formulieren; ob das der Einheit gedient hat, ob das weise war, und welche Beweggründe genau dahinter standen</em>“.</p>
</blockquote>



<p>Der Vatikan lehrt hierzu:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-default has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>„Die Aufgabe aber, das geschriebene oder überlieferte Wort Gottes authentisch auszulegen, ist allein dem lebendigen Lehramt der Kirche“ — das heißt den Bischöfen in Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri, dem Bischof von Rom — ,,anvertraut, dessen Vollmacht im Namen Jesu Christi ausgeübt wird (DV 10).“</em></p>
<cite>– KKK (Katechismus der Katholischen Kirche) 85</cite></blockquote>



<p>Hartl stimmt dem zu: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-default has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><em>„Die Bischöfe und das Lehramt sind auch weiterhin für die richtige Interpretation der Bibel zuständig“ (&#8230;) „es gibt weitere Bereiche, die wir ohne die Tradition der Kirche, allein aus der Bibel nicht belegen könnten“.</em></p>
<cite>– „Katholisch als Fremdsprache“, S. 58 und 60</cite></blockquote>



<p>Er beruft sich auf Tradition, statt auf die Schrift, um die Dreifaltigkeit abschließend definieren zu können:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-style-default has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„<em>So gibt es in China eine „Jesus-only“-Bewegung, die die Lehre von der Dreifaltigkeit ablehnt. Die Tradition der Kirche, das heißt die ersten Konzilien kamen zu der Erkenntnis, dass Gott dreifaltig ist.</em>&#8222;</p>
</blockquote>



<p>Hartl betont in seiner Beschreibung von Ökumene zwar deutlich, dass Christen konfessionsübergreifend Jesus erfahren können; doch die Kirche, der er angehört, sieht sich selbst als die einzig wahre Kirche, und andere Christen als in „Teil-Kommunion“ lebende Christen, deren Errettung nur gewährt sein kann, wenn sie in ihrer Lebzeit nicht überzeugend davon erfahren, dass die katholische Kirche essentiell ist, um sie zu retten:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-default has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><br>„<em>(…) Im Glauben müssen wir festhalten, dass außerhalb der apostolischen, römischen Kirche niemand gerettet werden kann; sie ist die einzige Arche des Heils und jeder, der nicht in sie eintritt, muss in der Flut untergehen. (…)</em>“</p>
<cite>– NEUNER-ROOS NR. 367</cite></blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-default has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><br>„<em>Darum können jene Menschen nicht gerettet werden, die um die katholische Kirche und ihre von Gott durch Christus gestiftete Heilsnotwendigkeit wissen, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht ausharren wollen</em>“.</p>
<cite>– NEUNER-ROOS NR. 373</cite></blockquote>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-taufe"><strong>Taufe</strong></h4>



<p>Die Taufe, die ein äußeres, öffentliches Bekenntnis und Symbol der persönlichen Entscheidung für ein Leben unter der Herrschaft von Jesus Christus und die Wiedergeburt darstellt, <em>ist</em> in der Lehre der römisch-katholischen Kirche die Wiedergeburt: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-default has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><em>„Die heilige Taufe ist die Grundlage des ganzen christlichen Lebens, das Eingangstor zum Leben im Geiste (vitæ spiritualis ianua) und zu den anderen Sakramenten. Durch die Taufe werden wir von der Sünde befreit und als Söhne Gottes wiedergeboren; wir werden Glieder Christi, in die Kirche eingefügt und an ihrer Sendung beteiligt: „Die Taufe ist das Sakrament der Wiedergeburt durch das Wasser im Wort“ (Catech. R. 2,2,5).“</em></p>
<cite>– KKK 1213</cite></blockquote>



<p>Da die Taufe das erste und wichtigste der sieben Sakramente der katholischen Kirche darstellt, ist man damit „initiiert“ und kann offiziell Gemeinschaft mit ebendieser Kirche und ihren Anhängern haben; ganz egal, ob dies gleich nach der Geburt passiert und welchen Glaubensstand man besitzt. Ab dem Moment darf man als Nicht-Katholik Teil der ökumenischen Bewegung sein – beziehungsweise hat man gar keine Wahl mehr. Hartl beschreibt in seinem Vortrag <em>Ökumene</em>: </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><em>„Wenn du auf den Namen Jesu Christi, auf den dreifaltigen Gott getauft wurdest, bist du Teil dieser einen Kirche. (…) Grundsätzlich ist durch die Taufe eine Zugehörigkeit zu der einen Kirche Jesu Christi vorhanden.“</em> </p>
</blockquote>



<p>Auch hier lehrt er gemäß dem Katechismus: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-default has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„<em>Ordentliche Spender der Taufe sind der Bischof und der Priester und, in der lateinischen Kirche, auch der Diakon. Im Notfall kann jeder Mensch, sogar ein ungetaufter, die Taufe spenden, falls er die notwendige Absicht hat: Er muß das tun wollen, was die Kirche bei der Taufe tut, und die trinitarische Taufformel verwenden. Die Kirche sieht den Grund für diese Möglichkeit im allumfassenden Heilswillen Gottes und in der Heilsnotwendigkeit der Taufe.</em>“</p>
<cite>– KKK 1256</cite></blockquote>



<p>Es zählt also nicht mein Glaube oder mein Bekenntnis des Glaubens, sondern die physische Taufe. </p>



<h5 class="wp-block-heading" id="aioseo-kindertaufe"><strong>Kindertaufe</strong> </h5>



<p>Die Kindertaufe ist etwas, was nicht nur in der katholischen Kirche praktiziert wird. Als Babys getaufte Erwachsene können auch ohne Wiedertaufe in Gemeinschaft mit Christus leben und ihrer Errettung gewiss sein – diese beruht nämlich nicht auf ihre physische Taufe im Wasser, sondern auf die Geistestaufe, die durch Gottes Hand geschieht, nicht durch Menschenhand: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><strong>Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu einem Geist.</strong> –&nbsp;1. Korinther 12,13</p>
<cite>– 1 Korinther 12,13</cite></blockquote>



<p>Zu einem ernstzunehmenden Problem wird die Frage, ob man Babys taufen lassen könne oder nicht, erst, wenn diese Taufe <em>heilsrelevant</em> wird. Genau dies lehrt die katholische Kirche (siehe oben). Gerade, dass dieses Werk zur Wiedergeburt eines Christen führt, macht die Kindertaufe so attraktiv: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-default has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><em>„Wer sagt, die kleinen Kinder dürfe man nach Empfang der Taufe nicht zu den Gläubigen zählen, weil sie ja noch nicht tatsächlich glaubten, und sie müssten deshalb, wenn sie zu den Jahren der Unterscheidung kämen, wieder getauft werden, oder es sei besser, ihre Taufe zu unterlassen, als sie ohne eigenen Glaubensakt zu taufen nur aufgrund des Glaubens der Kirche, anathema sit (der sei verflucht).“</em></p>
<cite>– NEUNER-ROOS NR. 544</cite></blockquote>



<p>Hartl möchte sicher nicht verflucht sein. Deshalb <em>muss</em> er, auch nach seinem 5-jährigen Theologiestudium, zur Kindertaufe stehen, egal wie schwach die Argumentation am Ende ausfällt: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center is-style-default has-normal-font-size"><em>„Für die Kindertaufe spricht, dass die Praxis der Kindertaufe schon sehr alt ist. Sie lässt sich in die apostolische Zeit oder zumindest bis fast dahin zurückverfolgen. (…) Hat Jesus da eine Altersgrenze gesetzt und bei der Taufe gefragt: „Bist du schon acht Jahre alt?“ Der biblisch Befund ist nicht eindeutig. (…)“</em></p>
</blockquote>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-verdrehung-von-sola-scriptura-katholisch-als-fremdsprache-buch"><strong>Verdrehung von Sola Scriptur</strong>a</h4>



<p>Hartl widerspricht sich. Er sagt, er und die (katholische) Kirche glaubten an den reformatorischen Grundsatz von Sola Scriptura&#8230;</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><em>„Dennoch ist und bleibt die Heilige Schrift der Massstab für alles: „In den Heiligen Schriften zusammen mit der Heiligen Überlieferung sah die Kirche immer und sieht sie die höchste Richtschnur ihres Glaubens (…) Wie die christliche Religion selbst, so muss jede kirchliche Verkündigung sich von der Heiligen Schrift nähren und sich an ihr orientieren“ (Dogmatische Konstitution über die Göttliche Offenbarung Nr. 21). Hier zeigt sich, dass „Sola Scriptura“ sehr katholisch ist.“</em> </p>
<cite>– Katholisch als Fremdsprache, S. 63</cite></blockquote>



<p> …doch er widerlegt sich selbst: </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><em>„Wer katholischen Christen sagt: Zeigt mir, wo das mit Maria und der Marienverehrung in der Bibel steht?“ Kann als als Antwort hören: „Es muss nicht in der Bibel stehen. Der Heilige Geist hat uns dies nach und nach gezeigt.“</em> </p>
<cite>– Katholisch als Fremdsprache, S. 53</cite></blockquote>



<p>Den Widerspruch weiter verstärkend, zitiert Hartl auf Seite 62 die Katechismen: </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>„Die Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift sind eng miteinander verbunden und haben aneinander Anteil. Demselben göttlichen Quell entspringend, fließen beide gewissermaßen in eins zusammen und streben demselben Ziel zu (DV 9).</em>“</p>
<cite>– KKK 80</cite></blockquote>



<p>Und um jeglichen Zweifel an dieser These endgültig zu verwerfen, muss ich nur zwei Punkte weiter in den KKK springen: </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><em>„So ergibt sich, daß die Kirche“, der die Weitergabe und Auslegung der Offenbarung anvertraut ist, ,,ihre Gewißheit über alles Geoffenbarte <strong>nicht aus der Heiligen Schrift allein</strong> schöpft. Daher sind beide mit dem gleichen Gefühl der Dankbarkeit und der gleichen Ehrfurcht anzunehmen und zu verehren (DV 9).“</em></p>
<cite>– KKK 82</cite></blockquote>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading has-text-align-left" id="aioseo-mystik">Mystik</h3>



<h5 class="wp-block-heading" id="aioseo-was-ist-mystik"><strong>Was ist Mystik?</strong></h5>



<p>Bevor wir Hartls Mystik unter die Lupe nehmen, müssen wir verstehen, was Mystik eigentlich ist:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size">„Der Begriff kann sich … auf das <strong>Mysterium</strong> der <strong>Eucharistie</strong> im <strong>römischen</strong> <strong>Katholizismus</strong> sowie auf so genannte <strong>verborgene</strong> <strong>Bedeutungen</strong> der Heiligen Schrift beziehen, wie z. B. im Gnostizismus. (…) Obwohl es wahr ist, dass Christen Gott erfahren, neigt die christliche Mystik dazu, das Erfahrungswissen zu überhöhen und im Geheimnisvollen zu schwelgen, indem sie sich auf die Mystik konzentriert, um <strong>geistlich</strong> zu <strong>wachsen</strong>. Das biblische Christentum konzentriert sich auf die Erkenntnis Gottes durch sein Wort (die Bibel) und die Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist durch das Gebet. Mystik ist eher eine individuelle, subjektive Praxis, während das biblische Christentum sowohl eine individuelle Beziehung zu Gott ist als auch eine, die notwendigerweise in Gemeinschaft gelebt wird. (…)</p>



<p class="has-text-align-center has-normal-font-size">Mystik ist in vielen Religionen zu finden. (…) Sich Gott zu nähern ist nichts Geheimnisvolles oder Elitäres, sondern umfasst Dinge wie das regelmäßige Gebet, das Studium von Gottes Wort, die Anbetung Gottes und die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen. Unsere Bemühungen verblassen im Vergleich zu dem Werk, das Gott selbst in uns tut. In der Tat sind unsere Bemühungen eher eine Reaktion auf Sein Werk als etwas, das in uns selbst seinen Ursprung hat.</p>
<cite>– <a href="https://www.gotquestions.org/Deutsch/Christliche-Mystik.html" target="_blank" rel="noopener" title="">GotQuestions</a></cite></blockquote>



<p>Stark mit der Mystik verbunden sind u.a. sog. „kontemplative Gebete“, „Soaking“ oder das Durchdringen „innerer Labyrinthe“. </p>



<p>Zu den berühmteren Mystikern in der Geschichte gehören mitunter:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Gregor von Nyssa</li>



<li>Johannes vom Kreuz</li>



<li>Thomas von Kempen</li>



<li>Theresa von Ávila (Heilige Theresa)</li>



<li>Jeanne Guyon</li>



<li>George Fox</li>



<li>Thomas Merton</li>



<li>Henri Nouwen</li>



<li>Brennan Manning</li>
</ul>



<p>In den gleich folgenden Vortragsausschnitten und späteren Abschnitten werden wir sehen, dass Hartl einige dieser Namen lobt, und offenbar viel Lehre von ihnen gezogen hat. Grundsätzlich scheint es einen starken Fokus darauf zu geben, Gott zu „erfahren“. Die in der katholischen Kirche verehrte Nonne Theresa von Avila etwa beschrieb, wie sie die Liebe Gottes mit „<em>Schmerzen und Vergnügen</em>“ erfüllte und die „<em>Fähigkeiten des Geistes durch eine geistlose Vereinigung mit Gott absorbiert</em>“ wurden. Es gibt Berichte darüber, wie sie während der Eucharistie levitierte. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="992" height="837" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:auto/h:auto/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/image-8.png" alt="" class="wp-image-905" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:992/h:837/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/image-8.png 992w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:253/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/image-8.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:648/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/image-8.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:992/h:837/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/image-8.png 2x" sizes="(max-width: 992px) 100vw, 992px" /><figcaption class="wp-element-caption">Theresas Levitation dargestellt von Adriaen Collaert, 1613.</figcaption></figure>



<p>Sie empfahl, was sie selbst praktizierte: Das natürliche Verlangen des Körpers zu unterdrücken, um in geistliche Ekstase zu verfallen. Um den Geist zu purifizieren, solle man seinen Körper „<em>unterdrücken, quälen oder davon fliehen</em>“. Dies passiert in erster Linie, indem man sich in ein Kloster zurückzieht, wo man von Schmerz, Stille, der Unterdrückung sexueller Begierde und Einsamkeit begleitet ist. Dies solle dazu führen, sich auf die Seele konzentrieren zu können. Das entspricht der gnostischen Lehre, die im ersten Jahrhundert enstanden ist und darauf aufbaut, dass die Seele gut und Materie schlecht sei. Anhänger behaupten, eine „höhere Erkenntnis“ der Wahrheit zu besitzen. Sie sehen sich oftmals als <em>besonders</em> spirituell im Vergleich zu „normalen“ Christen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:768/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/image-10.png" alt="" class="wp-image-907" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:768/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/image-10.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:225/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/image-10.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:576/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/image-10.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1440/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/image-10.png 1536w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1320/h:990/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/image-10.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1440/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/image-10.png 1600w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1440/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/image-10.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die „Verzückung der Heiligen Theresa“ von Giovanni Lorenzo Bernini, 1645-1652.</figcaption></figure>



<blockquote class="wp-block-quote has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><strong>Laßt nicht zu, daß euch irgend jemand um den Kampfpreis bringt, indem er sich in Demut und Verehrung von Engeln gefällt und sich in Sachen einläßt, die er nicht gesehen hat, wobei er ohne Grund aufgeblasen ist von seiner fleischlichen Gesinnung, (…) Wenn ihr nun mit Christus den Grundsätzen der Welt gestorben seid, weshalb laßt ihr euch Satzungen auferlegen, als ob ihr noch in der Welt lebtet?&nbsp;»Rühre das nicht an, koste jenes nicht, betaste dies nicht!«&nbsp;– was doch alles durch den Gebrauch der Vernichtung anheimfällt – Gebote nach den Weisungen und Lehren der Menschen,&nbsp;die freilich einen Schein von Weisheit haben in selbstgewähltem Gottesdienst und Demut und Kasteiung des Leibes, und doch wertlos sind und zur Befriedigung des Fleisches dienen.</strong></p>
<cite>– Kolosser 2,18,20-23</cite></blockquote>



<h5 class="wp-block-heading" id="aioseo-hartls-mystische-lehre"><strong>Hartls mystische Lehre</strong></h5>



<p>Hartl beschreibt in seinem Vortrag <a href="https://youtu.be/tp7B0MwHH7o" target="_blank" rel="noopener" title="">Von den Mystikern lernen</a> Christen, die keine Mystik praktizieren (welche er als „<em>fast erotisch</em>“&nbsp;bezeichnet), als „<em>vom Zwieback</em>“ Lebende: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>„Ich glaube, dass es dringend wichtig ist, diese Schätze (der Mystik) neu zu entdecken. Das ist das Fest, das ist das Restaurant, zu dem wir eingeladen sind, und du solltest dich nicht länger mit dem Schiffszwieback begnügen –&nbsp;auch dann nicht, wenn du sagst &#8222;Ich bin schon ganz lange ganz gläubig und ich bete viel oder geh in die Kirche, alles mögliche; zu viele von uns leben vom Zwieback.&#8220;</em> </p>
</blockquote>



<p>Hartl zitiert Lukas 17:21: </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>…<strong>noch wird man sagen: Siehe hier! Oder: Siehe dort! Denn siehe, das Reich Gottes ist in Eurem Inneren.</strong></p>
</blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><em>&#8222;Das Reich Gottes findet in Deinem Inneren statt. (…) Wir leben in einer Zeit der Verschwörung des Außen. (…) Es gibt so starke Kräfte, die uns ins Außen ziehen. (…) Und es ist wie als würden die Mystiker rufen … da möchte in dir etwas stattfinden, da möchte in dir etwas Gestalt annehmen.&#8220;</em> (…)</p>
</blockquote>



<p>Neben Bernhard von Clairvaux spricht Hartl über Teresa, die er <em>ganz, ganz, ganz gerne</em> hat:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><br><em>&#8222;Eine Mystikerin die mehr über dieses &#8222;innen&#8220; wahrscheinlich nachgedacht hat als alle anderen ist eine, die ich auch ganz, ganz, ganz gerne habe, sie heißt <strong>Teresa von Avila</strong> (…) Ihre zentrale Einsicht ist, dass das Herz des Menschen so etwas ist wie eine Burg, die ringförmig um ein Zentrum herum angeordnet ist. (…) Sie spricht von sieben Wohnungen. Und sie sagt die allermeisten Menschen halten sich die meiste Zeit ihres Lebens total im Außen auf … ihren jüngeren Schwestern gibt sie den Rat: &#8222;Der erste Schritt ist erstmal: Hör mal auf, dich über andere zu übereifern, und bleib mal bei dir selbst&#8220;. … &#8222;Im innersten der Seele, da ist nicht irgendwie lauter Dreck und Mist und wir sind ja so böse, und so arm… sie sagt &#8222;nein, hier drinnen ist der lichteste und hellste und schönste von diesen Räumen; tatsächlich ist er so hell, dass er wie ein Kristall auch alle anderen Räume erleuchtet&#8220;. Sie sagt &#8222;wenn jemand sehen würde, wie überwältigend schön dieser Ort im Inneren ist, würde er wie verstaunend vergehen&#8220;. Teresa denkt natürlich vom Evangelium her, sie denkt nicht pantheistisch, sie denkt nicht jeder Mensch ist ein kleiner Gott. Das wäre ein großes Missverständnis. … Sie sagt &#8222;hätte ich doch früher rausgefunden, was für ein großer König in meinem Herzen wohnt, ich hätte ihn dort nicht so oft alleingelassen.&#8220; Das Problem ist nicht, dass Gott schwer zu finden ist. Du bist schwer zu finden. Das Problem ist nicht, dass Gott nicht da wär, der ist da, der wartet auf dich – aber wo bist du? Wo bin ich? In meinen Gedanken, in meinen Beschäftigungen, irgendwo da draußen… er wartet auf dich, im &#8222;Innen&#8220;.</em> (…)<br><em>&#8222;Ich hab nach meinem Abitur einige Zeit in einem Kloster in Jerusalem verbracht. Und für mich eine der lehrreichsten Schulen war, ich bin dort einem Abt, also dem Vater dieses Klosters begegnet, der mich total beeindruckt hat. (…) Der hat mir den Auftrag gegeben, mich ruhig hinzusetzen, auf so einem Knieschemel, und eine Stunde lang nur meinen Körper wahrzunehmen. Und ich wäre fast ausgeflippt, ich habe gesagt: Was soll das? (…) Mich hat das total genervt. Und mich hat&#8217;s zwei Wochen lang genervt. (…) Aber ich hab erstmal gecheckt, dass ich überhaupt nicht bei mir bin. Weil du hast ja nicht nur einen Körper, du bist ja ein Körper. Und wenn du deinen Körper, dein Leib nicht wahrnimmst, dann nimmst du dich selber auch nicht wahr –&nbsp;deine Gefühle auch nicht wahr. (…) &#8222;</em></p>
</blockquote>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h1 class="wp-block-heading has-text-align-center" id="aioseo-gebetshaus-augsburg">Gebetshaus Augsburg</h1>



<p>Das Gebetshaus wurde unter der Leitung von Hartl 2005 von einer Gruppe junger Katholiken gegründet.</p>



<p>Der Buchshop verkauft größtenteils Hartls Bücher, inkl. Mission Manifest, Katholisch als Fremdsprache und seine Bücher über katholische Mystik. Ausnahmen anderer Autoren wie Danny Silk &amp; Bill Johnson (Bethel Church). Die Bibel gibt es in einer einzigen Übersetzung, der katholische Einheitsübersetzung. </p>



<p>Es handelt sich beim Gebetshaus um eine katholische Institution seit seiner Gründung:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size">„<em>Das Gebetshaus e.V., mit Sitz in Augsburg, ist im Jahr 2005 als eine private <strong>Initiative von</strong> jungen <strong>Katholiken</strong> <strong>gemäß</strong> dem <strong>Dekret über das Apostolat der Laien „Apostolicam Actuositatem“ (nr. 18) des Zweiten Vatikanischen Konzils und gemäß cann. 215-216 des Kodex des kanonischen Rechtes</strong> entstanden. Im Laufe der Zeit kamen auch junge Menschen aus der evangelischen Kirche und aus den Freikirchen hinzu. Als nun gemischte Zusammensetzung von Personen verschiedener Konfessionen (katholisch, evangelisch, freikirchlich) bemüht sich das Gebetshaus e.V., ein „Experiment“ des geistlichen <strong>Ökumenismus</strong> zu sein. Geleitet wird dies von Dr. Johannes Hartl. (…)</em></p>



<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>Aufgrund der immer größer werdenden Zahl der Teilnehmer am Leben und an den Initiativen des Gebetshauses e.V. sahen sich die Verantwortlichen des Bistums Augsburg veranlasst, <strong>Intention, Zielsetzung</strong>, und vor allem auch die <strong>theologischen Grundlagen des Gebetshauses</strong> eingehend zu prüfen. Dies geschah in einem längeren Prozess, dabei wurden auch zahlreiche Personen befragt. Als Ergebnis dieser Prüfung wurde festgestellt, dass im Gebetshaus <strong>nichts gelehrt und verkündet</strong> wird, <strong>was im Gegensatz zur Lehre der katholischen Kirche steht</strong>. Allein dies war auch der Auftrag und Gegenstand der Prüfung. Der Bischof von Augsburg hat aufgrund dieses Ergebnisses der Untersuchung und im Einvernehmen mit Herrn Dr. Johannes Hartl entschieden, das (den) <strong>Gebetshaus e.V. in Zukunft seitens der Diözese zu begleiten</strong>. Für diese Aufgabe wurde als <strong>Bischöflicher Beauftragter Msgr. Dr. Alessandro Perego</strong> bestellt.</em>“</p>
<cite>– <a href="https://bistum-augsburg.de/content/download/155535/1817837/file/Gebetshaus-Mitteilung.pdf" target="_blank" rel="noopener" title="">Mitteilung des Bistums Augsburg</a>, 2017 (PDF)</cite></blockquote>



<p>Der hier erwähnte „Canon 216“ lautet folgendermaßen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„<em>Da alle Gläubigen an der Sendung der Kirche teilhaben, haben sie das Recht, auch durch eigene Unternehmungen je nach ihrem Stand und ihrer Stellung eine apostolische Tätigkeit in Gang zu setzen oder zu unterhalten; keine Unternehmung darf sich jedoch ohne Zustimmung der zuständigen kirchlichen Autorität katholisch nennen</em>“.</p>
</blockquote>



<p>Das Gebetshaus bietet laut einer mittlerweile verworfenen Sektion des <a href="https://web.archive.org/web/20170606221944/https://gebetshaus.org/about/faq-fragen-das-gebetshaus" target="_blank" rel="noopener" title="">FAQ</a> auf seiner Webseite auch Schulungen in der katholischen Lehre. Es legt „<em>Wert auf eine fundierte Einführung in die biblischen Grundwahrheiten im Licht der katholischen Tradition.“</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="288" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:288/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-23-um-08.27.33.png" alt="" class="wp-image-910" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:288/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-23-um-08.27.33.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:84/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-23-um-08.27.33.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:216/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-23-um-08.27.33.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1320/h:371/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-23-um-08.27.33.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1360/h:382/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-23-um-08.27.33.png 1360w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1360/h:382/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-23-um-08.27.33.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>



<p>Dies entspricht den Katechismen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><em>„(…) Einem Sinnspruch der Väter zufolge ist „die Heilige Schrift eher ins Herz der Kirche als auf Pergament geschrieben“. Die Kirche bewahrt ja in ihrer Überlieferung das lebendige Gedächtnis des Gotteswortes, und der Heilige Geist gibt ihr die geistliche Auslegung der Schrift,,,… nach dem geistlichen Sinn, den der Geist der Kirche schenkt“ (Origenes, hom. in Lev. 5,5).“</em></p>
<cite>– KKK 113</cite></blockquote>



<p>Noch deutlicher ausgedrückt: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-default has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><em>„Ihr (der heiligen Mutter der Kirche) steht das Urteil über den wahren Sinn und die Erklärung der heiligen Schriften zu. Niemand darf also gegen diesen Sinn oder gegen die einstimmige Väterlehre die Heilige Schrift erklären.“</em></p>
<cite>– NEUNER-ROOS NR. 96</cite></blockquote>



<p>Im Bereich „Unterstützen“ werden die Kriterien zur Mitarbeit genannt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size">„<em>Bereitschaft, verbindlich bestimmte Gebetsschichten zu übernehmen und ökumenische Offenheit (das bedeutet: für uns ist es OK, wenn Sie evangelisch, orthodox, evangelikal, baptistisch oder was auch immer sind, so lange es für Sie OK ist, dass <strong>Mitarbeiter und Leiter des Gebetshauses zu einem großen Teil charismatische Katholiken</strong> sind).“</em></p>
</blockquote>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-zeugnisse"><strong>Zeugnisse</strong></h4>



<p class="has-normal-font-size">Auf der Webseite des Gebetshauses wurden einst Zeugnisse veröffentlicht. In <a href="https://web.archive.org/web/20161110210722/https://gebetshaus.org/augsburg/zeugnisse/vers-hnung-mit-dem-katholischen/">einem davon</a> berichtet jemand von seiner Versöhnung mit dem Katholizismus:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>„Im Mai 2010 war Johannes Hartl in meiner Heimatgemeinde (einer Pfingstgemeinde) als Prediger zu Gast und hat über „ein Herz wie David“ gesprochen. Ich war beeindruckt, (in meiner Arroganz) dass so was tief gehendes von einem Katholiken kommen kann, wo „die“ doch immer nur Irrlehren verbreiten.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>Ein paar Monate später, im September ging ich zum ersten Mal zu einem der offenen Abende der Initiative Gebetshaus in der Zwölf Apostel Kirche. Ich wollte Johannes Hartl mal „abklopfen“ und sehen ob das nur eine Ausnahme war, was ich im Gottesdienst meiner Gemeinde von ihm gehört hatte. Was dann geschah, war unerklärlich. Man muss dazu wissen, dass Gott so freundlich ist, selbst arroganten Pfingstlern wie mir einen Blick in die unsichtbare Welt zu gewähren und durch seinen heiligen Geist zu mir zu sprechen.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>Als ich auf die zwölf Apostelkirche zuging entdeckte ich zuerst ein paar bekannte Gesichter, die mir signalisierten, dass ich hier so verkehrt nicht sein konnte. Aber dann fing der Heilige Geist an zu wirken und ich konnte sehen, wie Salböl die Stufen hinauf in die Kirche herunterfloss und die Sehnsucht der Kinder Gottes IHN anzubeten förmlich aus dem Gebäude schwappte.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>Auf dem Weg die Treppen hinauf hatte ich das Gefühl, ich laufe auf einem Ölteppich.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>In der Kirche angekommen, sprach der Heilige Geist zu mir: „Nimm Weihwasser und bekreuzige dich, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“</em></p>



<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>Ich habe keinen katholischen Hintergrund und weiß bis heute nicht genau, wozu das gut sein soll, aber ich tue es seitdem mit wachsender Freude immer wenn ich die Kirche betrete. In dem Moment, wo ich das tat, kam ein Gebet über meine Lippen, das ich so nicht geplant hatte. Es war einfach da: „Vater, dies ist Dein Haus. Deine heilige Wohnung ist hier und deine Gegenwart ist deutlich spürbar. Dies ist dein Haus und ich sage zu allem was hier geschieht Ja und Amen.“ (…)</em></p>



<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>Ich entdecke in der katholischen Tradition (dem wenigen was ich davon mitbekomme) Elemente an Geheimnis und Heiligkeit, die etwas in meinem Geist zum Klingen bringen, das mir bisher verborgen war.“</em></p>
</blockquote>



<p>In einem <a href="https://web.archive.org/web/20160322045511/https://gebetshaus.org/augsburg/zeugnisse/befreit-zur-freude-am-glauben">weiteren Zeugnis</a> berichtet Eva-Maria B:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><em>„Nach mehr als 13 Jahren bin ich nun kürzlich wieder in die katholische Kirche zurückgekehrt und glücklich darüber. (…) Durch eucharistische Anbetung und das Rosenkranzgebet hat aber auch die katholische Kirche besondere, wunderbare, alte Schätze, die es meiner Meinung nach neu zu entdecken gilt (…) Rosenkranzgebet ist in meinen Augen eine herrliche Möglichkeit, Maria zu vertrauen“.</em></p>
</blockquote>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-inspiration-fur-das-gebetshaus-der-papst-ihop-und-die-mystik"><strong>Inspiration für das Gebetshaus: </strong><br><strong>Der Papst, IHOP und die Mystik</strong></h4>



<p>Einer der <a href="https://web.archive.org/web/20070711093442/http://www.gebetshaus.org/index.php?pid=1&amp;id=2&amp;n=3&amp;PHPSESSID=3bac40acb692cc0caf78f29a1017e1da">ersten Artikel</a>, der auf der Webseite des Gebetshauses erschienen ist (2006), ist ein Zitat von Papst Benedikt XVI., in dem er seine Anhänger dazu aufruft, Gebetshäuser („Schulen des Gebets“) zu bilden: </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><em>„Deshalb ist es eine Grundaufgabe der Pastoral, beten zu lehren und es selber immer mehr zu lernen. Schulen des Gebets, Gebetskreise, gibt es heutzutage; man sieht, daß Menschen das wollen. Viele suchen Meditation irgendwo anders, weil sie die spirituelle Dimension im Christentum nicht zu finden glauben. Wir müssen ihnen wieder zeigen, daß es diese spirituelle Dimension nicht nur gibt, sondern daß sie die Quelle von allem ist. (…) Dazu müssen wir vermehrt solche Schulen des Gebetes, des Miteinander-Betens, bilden, wo man das persönliche Beten in all seinen Dimensionen lernen kann: als schweigendes Hinhören auf Gott, als Hineinhören in sein Wort, in sein Schweigen, in sein Tun in der Geschichte und an mir&#8220;</em>.</p>
</blockquote>



<p>2007 <a href="https://web.archive.org/web/20070711093717/http://www.gebetshaus.org/index.php?pid=1&amp;id=2&amp;n=12&amp;PHPSESSID=3bac40acb692cc0caf78f29a1017e1da">berichtet</a> Hartl von seinen Erfahrungen im „Original“-Gebetshaus IHOP (International House of Prayer) in Kansas und lobt dessen sehr katholische Büchersammlung – und die Kloster-Ähnlichkeit. Alle sieben katholischen Autoren, die er nennt, sind Mystiker:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><em>„Es ist schwer, eine Freikirche zu finden, die so katholisch ist, wie IHOP. Um genauzusein: manchmal katholischer als die Katholiken. Ein paar Beispiele. In der Klasse der Bibelschule, die ich einen Tag besuche, gibt eine Schülerin Zeugnis (ja, es ist normal: am Anfang gibt es Zeugnisse!). Sie habe etwas von dem Stoff der letzten Woche verstanden, als sie heute morgen in der Messe war. Ja, in der Messe. Sie erklärt: von Zeit zu Zeit, wenn ich in meiner mystisch-christologischen Stimmung bin, gehe ich in eine katholische Eucharistiefeier. Die Gesten, die Symbolik und all das, die Art und Weise wie der Körper am Gebet beteiligt wird, das zeigt ihr etwas von dem, was Gebet eigentlich ist. Diese Schülerin ist nicht katholisch. Aber mich als Katholiken freut das.</em> <em>Betritt man den IHOP-Buchladen, so erinnert er an manchen Stellen an die Dombuchhandlung. Man findet dort die gesammelten Werke von <strong>Johannes vom Kreuz</strong>. Daneben <strong>Therese von Lisieux</strong>. Natürlich auch Augustinus. <strong>Teresa von Avila</strong> darf nicht fehlen, <strong>Bruder Lorenz von der Auferstehung</strong>, <strong>Wilhelm von St. Thierry</strong>, <strong>Thomas von Kempen</strong>, aber auch jede Menge Bücher aktueller katholischer Autoren (<strong>Henri Nouwen</strong> &#8211; unter Anderem mit einer Betrachtung über den Zölibat!). Doch das ist noch nicht soooo verwunderlich. Wirklich wild wird es, als ich auf den &#8222;Schnäppchentisch&#8220; blicke. Da liegen zwei Stapel von <strong>Adolphe Tanquerrey</strong>. Das knapp 1000-Seiten starke Werk kostet nur 10 US$. Was ist das? Das ist eine der bekanntesten vorkonziliaren Einführungen in die mystisch-aszetische Theologie. Ein Klassiker im Noviziat strenger Klöster. Es geht darum um Buße, Todsünden und den Kampf dagegen, die Tugenden, die Wirkungen der Sakramente, die Rolle der Jungfrau Maria im Gnadenleben und die Stufen der Abtötung. Dieses Buch wird in keinem katholischen Verlag mehr auf Deutsch aufgelegt (nur in einem Lefebvre-nahen!!) . Es war in den 20er Jahren echt bekannt. Doch heute gilt es als vorkonziliar, altmodisch, gesetzlich. Ich konnte es nur in einem Antiquariat erwerben. Oder auf englisch in einer Freikirche in den USA…</em> <em>Doch eigentlich sind es nicht die Bücher, die IHOP ein bisschen nach katholisch riechend machen. Eigentlich ist es die Tatsache, dass die Gebetshaus-Idee ziemlich alt ist. &#8222;We have had these prayer houses for centuries. We call them monasteries&#8220;, sag ich einem IHOPer und lache. Aber es stimmt: IHOP mit seinen zweistündlich wechselnden, Psalmensingenden Teams, gleicht einfach schon sehr dem Kloster von Cluny mit seinem immerwährenden Stundengebet in verschiedenen Chören. Die Idee, sich von der Welt zu distanzieren und einen Ort den beständigen Gebets zu schaffen, war eine der zentralen Ideen der Klöster &#8211; und ist es noch heute in manchen Klöstern. Letztendlich geht es nie darum, das Rad neu zu erfinden. Es geht darum, für das Alte neue Formen zu finden und dadurch neu zu dem durchzudringen, was die Heiligen vieler Generationen inspiriert hat: die Gegenwart Gottes, der im Lobpreis seines Volkes wohnt.</em>“ </p>
</blockquote>



<p><strong>Was ist eigentlich IHOP?</strong></p>



<p>Beim Durchstöbern der frühesten Artikel auf der Webseite des Gebetshauses wird klar: Die größte Inspiration scheint das sogenannte <em>International House of Prayer</em> (IHOP) in Kansas zu sein, dessen Leitung Mike Bickle trägt*: </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><em>„Der Herbst kommt, die Tage werden kürzer… Damit die kühlen Abende sinnvoll genutzt werden können, haben wir unter &#8222;Ressourcen&#8220; eine Sammlung zentraler Lehren auf MP3 zum Runterladen. Thematisch kreisen diese Lehren alle um Gebetshaus-Themen: Fürbitte, Intimität und Kontenplation, Lobpreis… Die hier versammelte Auswahl von Lehren ist unsere persönliche Best-Of-Liste aus Hunderten von IHOP-Lehren. Ein ganz besonderer Herbst-Tip: &#8222;The power of a focused life&#8220; von Mike Bickle in einer brandneuen Übersetzung (gesprochen von Johannes Hartl) &#8211; mit vielen genialen Tips zu Zeitplanung und Bibelstudium! Also: runterladen und dem Player damit vollladen!“</em></p>
<cite>– <a href="https://web.archive.org/web/20070711093524/http://www.gebetshaus.org/index.php?pid=1&amp;id=2&amp;n=2&amp;PHPSESSID=3bac40acb692cc0caf78f29a1017e1da">gebetshaus.org</a>, 2006</cite></blockquote>



<p class="has-small-font-size">*Nachtrag: Mike Bickle ist durch das Bekanntwerden von Kindesmissbrauch nicht mehr im Dienst. </p>



<p>Auch heute wird auf der Webseite des Gebetshauses offen deklariert, dass IHOP bei der eigenen Gründung prägend war.</p>



<p>Mike Bickle ist einer der bekanntesten und einflussreichsten Anhänger der Neuapostolischen Reformation (NAR) und beschreibt sich selbst als einen der neuen von Jesus erwählten Apostel, die eine Schar an „Vorläufern/Wegebereitern“&nbsp;(in seinem Fall: Junge Menschen) einsetzen, die die Wiederkunft Jesu vorbereiten sollen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h1 class="wp-block-heading has-x-large-font-size" id="aioseo-ein-fazit-zu-dr-hartl-und-warum-okumene-unmoglich-ist"><strong>Ein Fazit zu Dr. Hartl – </strong><br><strong>und warum Ökumene unmöglich ist</strong>.</h1>



<p>Auch 500 Jahre nach der Reformation hat sich wenig geändert. Die Katechismen der römisch-katholischen Kirche reflektieren noch immer das, was Luther zur Reformation und zur Kritik des Papst- und Mönchtums, Klosterlebens, den Machtmissbräuchen und zahlreichen Irrlehren führte. Kurz nach derr Reformation verstärkte der Vatikan sogar mit seinem nächsten ökumenischen Konzil jegliche Haltungen gegen das Evangelium und definierte viele <em>anathema</em>-Grundsätze, die sich leicht zusammenfassen lassen: <strong>Wer glaubt, er sei durch Gnade allein gerettet, sei verflucht</strong>. Dieses <strong>verflucht</strong> (anathema), was in der blutigen Geschichte der römisch-katholischen Kirche einst mit schwerer Verfolgung und einer Todesstrafe begleitet war, wird heute gern abgeschwächt verwendet – doch findet nach wie vor seinen Platz in den Katechismen und zeigt auf, welch ein „Evangelium“ in der Kirche herrscht.</p>



<p>Hartl hat seinem Ziel der Ökumene entsprechend eine sichtbare Vorsicht entwickelt, was sein Bezug zu ebendieser Kirche angeht –&nbsp;doch dass er der katholischen Autorität in irgendeiner Sache widerspricht, ist seiner Lehre in keinem Fall zu entnehmen, und dies wurde durch die Überprüfung des Gebetshauses seitens des Bistums Augsburg bestätigt: <em>Das Gebetshaus ist durch und durch katholisch</em>.</p>



<p>Egal, als wie „offen“ sich das Gebetshaus für Christen anderer Konfessionen ausgeben mag: Das Evangelium, wie wir es aus protestantischer Sicht kennen, wird dort keine Heimat finden. Und darin liegt der Gräuel der katholischen Kirche, der noch größer ist als viele seiner weiteren Probleme: Die Verführung in ein anderes Evangelium.</p>



<p>Wie sieht es nun mit den reformatorischen Grundsätzen aus, die ich zu Beginn des Artikels erwähnt habe? Ist es nun wirklich klar, dass Hartl sie in Gänze ablehnt? Ein erneuter Blick auf <em>Mission Manifest</em> genügt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size"><em>„Die reformatorischen Soli sind in ihrem absoluten Anspruch abzulehnen: So hat die Reformation vier grundlegende Lehrsätze mit einem jeweiligen sola oder solus formuliert: sola scriptura, sola gratia, sola fide und solus Christus. Allein die Schrift, allein durch Gnade, allein durch Glaube und Christus als einziger Mittler. (…) Katholiken können ihnen nämlich nicht bedingungslos zustimmen. (…) Wertet man die vier Sola der Reformation als dogmatische Lehrsätze und unterstreicht ihren Absolutheitsanspruch, werden sie für Katholiken schnell untragbar. (…) Katholische Theologen erkennen in den Sola eine überzogene Engführung. Es sind eben doch auch noch Werke, durch die der Mensch mit der Gnade Gottes kooperiert. Es ist eben doch auch die Tradition, die mir die Schrift erst vermittelt.“</em></p>
<cite>– Johannes Hartl, Mission Manifest</cite></blockquote>



<p>Da <em>Mission Manifest</em> aber 2018 erschienen ist und somit mittlerweile satte sieben Jahre alt ist, ist dieses Zitat wohl kaum zielführend.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h1 class="wp-block-heading has-text-align-center has-x-large-font-size" id="aioseo-schlusswort"><strong>Schlusswort</strong></h1>



<p class="has-normal-font-size">Ich möchte unserem längst erlösten Bruder Paulus das letzte Wort geben:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center"><strong>„<em>Mich wundert, daß ihr euch so schnell abwenden laßt von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium,&nbsp;während es doch kein anderes gibt; nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium von Christus verdrehen wollen.</em></strong></p>



<p class="has-text-align-center"><strong><em>Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht! Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wiederum: Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium verkündigt als das, welches ihr empfangen habt, der sei verflucht (anathema)!&nbsp;Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus.</em>“</strong></p>
<cite>– Galater 1,6-9</cite></blockquote>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide"/>



<h1 class="wp-block-heading has-text-align-center has-x-large-font-size" id="aioseo-sonstige-quellen">Sonstige Quellen</h1>



<p>Alle Zitate von Dr. Hartl ohne beigefügte Quellenangabe entspringen aus seinem Buch <em>Katholisch als Fremdsprache</em>.</p>



<p>Hartwig Henkels <a href="https://www.hand-in-hand.org/wp-content/uploads/2020/07/Hartwig_Henkel_Eine_Antwort_auf_das_Buch_Katholisch_als_Fremdsprache.pdf" target="_blank" rel="noopener" title="">Antwort auf dieses Buch</a> dient als Grundlage einiger Punkte, und Buch-Zitate stammen direkt aus dieser PDF.</p>



<p>Zwei Artikel von Michael Kotsch dienen ebenso als Grundlage einiger Zitate: „<a href="https://bibelbund.de/2017/06/werbung-fuer-charismatik-und-roemisch-katholische-kirche/#fn2-6260">Werbung für Charismatik und römisch-katholische Kirche“</a> und <a href="https://bibelbund.de/2018/11/johannes-hartl-und-das-mission-manifest/#rf77-7804">Johannes Hartl und das „Mission Manifest“</a>.</p>



<p>Hartls Vortrag <em>Ökumene</em> zitiere ich hier stellenweise, und die Original-MP3 steht mir zur Verfügung, stelle sie aber nicht online, da sie das Gebetshaus selbst entfernt hat.</p><p>The post <a href="https://joelbarthel.de/hartl-und-gebetshaus/">Johannes Hartl & Gebetshaus Augsburg – Eine protestantische Analyse</a> first appeared on <a href="https://joelbarthel.de">Joel Barthel</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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