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	<title>Praxis &#8211; Joel Barthel</title>
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	<description>Theologie. Apologetik. Freude am Wort.</description>
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		<title>Schamhaftigkeit &#038; Bikinis – Was sagt Gott zu Kleidung?</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2026 04:39:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dies ist der emotional geladenste Artikel, den ich in absehbarer Zeit schreiben werde. Er behandelt eine praktische, oft individualistisch statt biblisch behandelte Frage: Interessiert es Gott, was ich trage? Ich kann vorneweg sagen, dass kein Fazit folgt, das eine strenge Checkliste für eine „christliche Kleiderordnung“ bestimmen wird. Sehr wohl werde ich aber viele Leser bei [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Dies ist der emotional geladenste Artikel, den ich in absehbarer Zeit schreiben werde. Er behandelt eine praktische, oft individualistisch statt biblisch behandelte Frage:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Interessiert es Gott, was ich trage?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann vorneweg sagen, dass kein Fazit folgt, das eine strenge Checkliste für eine „christliche Kleiderordnung“ bestimmen wird. Sehr wohl werde ich aber viele Leser bei einer ganz fundamentalen Frage herausfordern – eine Frage, an der sich besonders westliche Leser stoßen, da sie sich selten in irgendeiner Tiefe mit ihr beschäftigt haben:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was, biblisch gesehen, ist Nacktheit eigentlich?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum ich weiß, dass diese Frage ignoriert wird? Ich sehe Nacktheit jeden Sommer aufs Neue, und das erfordert nicht einmal den Blick in die dunklen Portale des Internets. Ich sehe sie in unseren Innenstädten; auf meinem Weg zur Arbeit, wenn ich in der Bahn sitze; wenn ich in den Supermarkt gehe&#8230; und leider an vielen Sonntagen in der Kirche, besonders jetzt im Sommer. Ich sehe zuweilen in sozialen Medien, wie sich selbst Frauen von Pastoren trotz ihrer Vorbildfunktion nach dem Minimalprinzip kleiden.</p>



<div class="wp-block-rank-math-toc-block" id="rank-math-toc"><h2>Inhaltsverzeichnis</h2><nav><ul><li class=""><a href="#die-schopfung-des-menschen">Die Schöpfung des Menschen</a><ul><li class=""><a href="#kuttoneth-כֻּתֹּנֶת-das-armelkleid">Kleidung und Nacktheit aus biblischer Sicht</a><ul><li class=""><a href="#der-erste-und-letzte-modedesigner">Der erste und letzte Modedesigner</a></li></ul></li></ul></li><li class=""><a href="#die-entstehung-des-bikinis">Die Entkleidung der Moderne</a><ul><li class=""><a href="#die-entstehung-des-bikinis-1">Die Entwicklung der Bademode</a><ul><li class=""><a href="#die-explosive-einfuhrung-des-bikinis">Die explosive Einführung des Bikinis</a></li></ul></li></ul></li><li class=""><a href="#schamhaftigkeit-sittsamkeit-1-timotheus-2-8-10">Schamhaftigkeit &amp; Sittsamkeit – 1. Timotheus 2,8-10</a><ul><li class=""><a href="#und-die-manner">Was ist mit Männern?</a></li></ul></li><li class=""><a href="#wir-haben-uns-der-welt-hingegeben">Fazit: Wir haben uns entblößt</a></li><li class=""><a href="#aioseo-nicht-das-wetter-bestimmt-deinen-dresscode-sondern-die-bibel-5-1">Weiterführende Ressourcen</a></li></ul></nav></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn du diesen Beitrag liest, gehe ich davon aus, dass du Christ(in) bist. Ich gehe auch davon aus, dass du entschieden hast, dein Leben unter dem Willen unseres Herrn Jesus Christus zu stellen und ernstzunehmen, was Gottes Maßstab für einen heiligen Wandel ist. Du weißt, dass du seinem Anspruch nie gerecht werden kannst und sehnst dich Tag für Tag nach der Gnade unseres Retters, der sein Leben für deine Sünden gab. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig weißt du, dass du den Geist Gottes in dir trägst, der dir Gottes Wort offenbart und dich der Sünde überführt. Ich brauche also keine rhetorische Überzeugungskraft, sondern darf gewiss auf das Werk des selben Geistes vertrauen, den wir in uns tragen, dich zu verändern, wenn du neu darüber nachdenkst, was Er uns in Seinem Wort zu dieser alltäglich relevanten Frage zu sagen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich treffe eine Annahme, die ich keinen Christen je hinterfragen hörte: <em>Wir sind als Christen berufen, nicht nackt herumzulaufen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Folgen wir diesem Prinzip? Dieser Frage möchte ich in diesem Beitrag so gründlich wie möglich auf exegetische Weise auf den Grund gehen – also darauf basierend, was uns die Bibel vollumfänglich darüber berichtet. Es folgt eine entsprechende Abhandlung und ein bisschen Geschichtsunterricht.<br></p>



<h2 id="die-schopfung-des-menschen" class="wp-block-heading">Die Schöpfung des Menschen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Interessant ist folgender Punkt: Es braucht kein direktes Gebot, weder im Alten noch im Neuen Testament, um uns in dem oben genannten Grundsatz zu vereinen, dass wir als Christen – sogar als Menschen (auch wenn die FKK-Kultur dies zu hinterfragen vermag) – nicht nackt herumlaufen sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir leiten unsere natürliche Aversion aus dem Schöpfungsbericht ab. Gottes Wort macht deutlich, dass Nacktheit mit Scham verbunden ist, und dass die Scham eine Folge des Sündenfalls ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor Adam und Eva sündigten, lebten sie in perfekter Gemeinschaft mit dem Herrn. Und sie waren nackt.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht.<br></strong>1. Mose 2,25</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ihrer in 3,6 beschriebenen Rebellion ist das erste, was uns die Bibel offenbart:</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackt waren; und sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. <br></strong>1. Mose 3,7</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau dieses Bild der <strong>Feigenblätter </strong>ist es, das uns durch Gemälde und Filme normalerweise in Erinnerung bleibt.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:683/h:1024/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/image-1.png" alt="" class="wp-image-1155" style="width:290px;height:auto" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:683/h:1024/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/image-1.png 683w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:200/h:300/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/image-1.png 200w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:720/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/image-1.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:720/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/image-1.png 800w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:720/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/image-1.png 2x" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Le péché originel</em> (950-955 n. Chr.)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Schnell gerät ein nicht zu unterschätzendes Detail aus den Augen: Gott hatte einen besseren Plan, um ihre Scham zu bedecken.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>Und Gott der HERR machte Adam und seiner Frau </strong><br><strong>Kleider aus Fell und bekleidete sie.<br></strong>1. Mose 3,21</p>



<p class="wp-block-paragraph">Adam und Eva <em>bedeckten</em> sich mit Feigenblättern, aus denen sie sich Schurze machten, die gerade mal ihre Genitalien versteckten. Gott war es aber, der sie vollumfänglich <em>bekleidete</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die primäre, christuszentrierte Anwendung dieses Textes nicht vergessend (Gott musste schließlich ein Tier opfern, um in seiner Gnade diese Kleidung zu ermöglichen), darf nicht übersehen werden, wie signifikant es ist, dass Adams und Evas Versuch, ihre Scham zu bedecken, praktisch nicht ausreichte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gott selbst trat als der erste Modedesigner der Geschichte ein. Sollte es für uns in dieser Diskussion nicht von Interesse sein, dass Gott eine sehr bestimmte Vorstellung davon hatte, was es für <em>Ihn</em> heißt, unsere Scham ausreichend zu bedecken?</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="853" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:853/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/Cole_Thomas_Expulsion_from_the_Garden_of_Eden_1828.png" alt="" class="wp-image-1156" style="aspect-ratio:1.2004712593786817;width:605px;height:auto" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:853/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/Cole_Thomas_Expulsion_from_the_Garden_of_Eden_1828.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:250/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/Cole_Thomas_Expulsion_from_the_Garden_of_Eden_1828.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:640/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/Cole_Thomas_Expulsion_from_the_Garden_of_Eden_1828.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1296/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/Cole_Thomas_Expulsion_from_the_Garden_of_Eden_1828.png 1536w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1296/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/Cole_Thomas_Expulsion_from_the_Garden_of_Eden_1828.png 2048w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1296/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/Cole_Thomas_Expulsion_from_the_Garden_of_Eden_1828.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1296/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/Cole_Thomas_Expulsion_from_the_Garden_of_Eden_1828.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ausschnitt aus <em>Expulsion from the Garden of Eden</em> (1828) von Thomas Cole</figcaption></figure>



<h3 id="kuttoneth-כֻּתֹּנֶת-das-armelkleid" class="wp-block-heading">Kleidung und Nacktheit aus biblischer Sicht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die <strong>Kleider</strong>, von denen in 1. Mose 3,21 die Rede ist, gehen auf das hebräische Wort <em>kuttoneth</em> zurück. Das <em>kuttoneth</em> ist ein Kleidungsstück, das unterschiedliche Längen haben kann, aber immer mindestens die Schultern und Knie bedeckt. Bekannt ist es auch durch das spätere Priestergewand.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das Wort gymnos</em>, „nackt“, beschreibt in der Bibel normalerweise nicht völlige Nacktheit, wie wir es im modernen Sprachgebrauch verstehen. Häufig bezieht es sich auf jemanden, der sein äußeres Gewand abgenommen hat und nur noch das untere Gewand trägt (die antike Form von Unterwäsche). Auch wenn dieses nach heutigen Standards die größten Teile des Körpers bedeckte, so war es deutlich enger anliegend und machte die Körperform sichtbarer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das BDAG-Lexikon definiert dieses Wort deshalb neben „nackt“ nach modernem Verständnis auch als „unangemessen, schlecht bekleidet“ und „leicht bekleidet“ oder „ohne äußeres Gewand“ sein. Diese Definitionen helfen, so manche Passagen besser zu verstehen:</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>ich war Fremdling, und ihr nahmt mich nicht auf; <mark style="background-color:#fcb900" class="has-inline-color">nackt</mark>, und ihr bekleidetet mich nicht; krank und im Gefängnis, und ihr besuchtet mich nicht. </strong>[44] <strong>Dann werden auch <em>sie</em> antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig oder durstig oder als Fremdling oder <mark style="background-color:#fcb900" class="has-inline-color">nackt</mark> oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient?</strong> <br>Matthäus 25,43-44</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>Wenn aber ein Bruder oder eine Schwester <mark style="background-color:#fcb900" class="has-inline-color">nackt</mark> ist und der täglichen Nahrung entbehrt, </strong>[16] <strong>jemand von euch spricht aber zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht das für den Leib Notwendige – was nützt es?</strong> <br>Jakobus 2,15-16</p>



<p class="wp-block-paragraph">Interessant ist auch folgende Passage, als Jesus nach seiner Auferstehung am Ufer stand, bevor Petrus erkannte, wer er ist:</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>Da sagt jener Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr. Simon Petrus nun, als er hörte, dass es der Herr sei, gürtete das Oberkleid um – denn er war <mark style="background-color:#fcb900" class="has-inline-color">nicht bekleidet</mark> (<em>gymnos</em>) – und warf sich in den See. </strong><br>Johannes 21,7</p>



<p class="wp-block-paragraph">Petrus war nicht <em>nackt</em> im modernen Verständnis – aber sehr wohl im biblischen! Er sah es als notwendig an, dem Herrn nicht in seinem Untergewand zu begegnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Manche Passagen sind wiederum ambivalent. Dies offenbart, dass das Wort Gottes zwischen vollständiger und <em>teilweiser</em> Nacktheit längst nicht so stark unterscheidet wie die meisten von uns. Würden wir diese Passagen heute verfassen, wären wir längst nicht so ambivalent wie die Autoren des Neuen Testaments.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig wird deutlich, dass das Tragen eines langen Kleidungsstücks offenbar nicht reichte, um als bekleidet zu gelten, während heute besonders zu Sommerzeiten schon viel weniger, und oftmals weitaus enger anliegender, Stoff als <em>Kleidung</em> qualifiziert wird.</p>



<h4 id="der-erste-und-letzte-modedesigner" class="wp-block-heading">Der erste und letzte Modedesigner</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger ambivalent ist das weiße <em>Gewand</em>, gr. <em>stolé</em>, das die verherrlichten Heiligen in Offenbarung 6,11 und 7,9 erhalten werden, mit dem sie vor dem Thron und vor dem Lamm stehen. Dieses per Definition <em>lange, fließende Gewand</em> dient als griechisches Äquivalent des <em>kuttoneth</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sehen also, dass Gott Sein Volk seit Beginn der Menschheitsgeschichte kleidet, als Bedeckung unserer Scham, über die fest definierte Bekleidung der Hohepriester zu Mose Zeiten als auch zur endgültigen Verherrlichung.</p>


  
  
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<h2 id="die-entstehung-des-bikinis" class="wp-block-heading">Die Entkleidung der Moderne</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vor wenigen Jahren traf ich zum letzten Mal die Entscheidung, öffentlich schwimmen zu gehen. Ein paar nepalesische Brüder luden mich zum See ein. Was wir nicht wussten: Einige Meter neben dem Familienstrand gab es einen FKK-Bereich. Mein Bruder Som wagte es, sich einer alten Dame, die dort völlig entblößt war, zu nähern und sie zu fragen: „<em>Schämen Sie sich nicht?</em>“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies brachte mich später zum Grübeln. Ich landete in Gedanken wieder bei Adam und Eva: Sie unternahmen ihren lächerlichen Versuch, sich zu kleiden, indem sie gerade so ihre Genitalien bedeckten. Ist das etwa der Grund, warum ich mich an öffentlichen Bädern nie wohlfühlte? Was ist denn ein Bikini, wenn nicht das <em>Gerade-so-Bedecken</em> unserer intimsten Bereiche? Und müsste man konsequent dieser Frau nicht die selbe Frage stellen, wenn sie ein Bikini tragen würde?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich erinnere mich an ein paar Mädchen in meiner damaligen Schulklasse, die zufällig immer zum Schwimmunterricht ihre Periode hatten. Ob es wohl nicht jedem von ihnen passte, so viel Haut vor männlichen Mitschülern und Lehrern zu zeigen? Sollte es denn sein, dass Klassenkameraden in diesem beschämenden Zustand voreinander auftreten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgerechnet in Herne, der Stadt, in der ich damals lebte, sorgte ein Gymnasium für <a href="https://www.spiegel.de/panorama/herne-gymnasium-kauft-burkinis-fuer-muslimische-schuelerinnen-wir-haben-nachgefragt-a-00000000-0003-0001-0000-000002495263" target="_blank" rel="noopener">Schlagzeilen</a>, als dieses 20 sog. „Burkinis“ anschaffte, da so viele muslimische Schülerinnen den eigentlich verpflichtenden Schwimmunterricht schwänzten. Die Empörung war groß, auch in meinem christlichen Umfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile bin ich viel empörter über eine ganz andere Tatsache: Dass viele Christen ausgerechnet die muslimische Kleiderordnung als solch großen Schandfleck des Islams betrachten. So haben doch Muslime, mit allen ihren leider tiefgründigen geistlichen Fehlern, und in all ihrer Inkompatibilität mit unserem Glauben durch ihr fehlendes Fundament, gerade in diesem Punkt ein zumindest <em>äußerlich</em> biblischeres Auftreten als viele Christen! Sie haben eine klare Definition von Sittsamkeit und Schamhaftigkeit. Auf welcher biblischen Grundlage äußern wir unsere Kritik?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort kann ich geben: Wir haben jeglichen Versuch, biblische Kleiderordnung zu verstehen, durch westlichen Individualismus und eine weltlich geprägte Definition von Freiheit ersetzt – eine Definition, die nicht entfernter von der <em>biblischen</em> sein könnte. Das betrifft nicht nur die Art, wie wir uns kleiden.<br></p>



<h3 id="die-entstehung-des-bikinis-1" class="wp-block-heading">Die Entwicklung der Bademode</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bikini ist ein sehr hilfreicher Indikator, wie wir als Christen historisch mit Kleidung umgegangen sind. Warum? Er schöpft gewissermaßen das Extreme aus, um unserer Betrachtung zu dienen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele lassen noch mit sich reden, wenn es darum geht, was wir sonntags zum Gottesdienst tragen. Das Prinzip, das sie dann nur vergessen: Der Gottesdienst eines Christen sollte sich nicht auf vier Wände und wenige Stunden der Versammlung in der Woche beschränken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn es um den Strand oder das Freibad geht, besonders sobald wir von Sommertemperaturen sprechen, sehen viele von uns einen Freifahrtschein in die Zügellosigkeit. Irgendwie gelten nun keine Regeln mehr. Wir werden den Heiden so ähnlich, dass uns an diesen Orten praktisch nichts mehr von ihnen unterscheidet. Unsere Frauen sammeln die selben Blicke, sei es zum Vergleich der anderen Frauen oder die Wollust der Männer. Und die Männer tun meist genauso wenig, sich hier abzusondern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wirft die notwendige Frage auf: Wie haben sich Christen an öffentlichen Badeplätzen historisch verhalten? Jeff Pollard, Autor von <em>Christian Modesty and the Public Undressing of America</em>, liefert einen hilfreichen Rückblick:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Fall des Römischen Reiches waren die dort beliebten Badeaktivitäten gesellschaftlich kaum noch ein Thema. Erst im 18. Jahrhundert kam es in englischen und französischen öffentlichen Bädern zurück.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="557" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:557/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image.png" alt="" class="wp-image-1283" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:557/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:163/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:418/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1260/h:685/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image.png 1260w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1260/h:685/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">„Public Bathing at Bath, or Stewing Alive“ von Isaac Cruikshank, 1825</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im frühen 19. Jahrhundert brach der neue Trend in die USA ein. Alle Wasseraktivitäten wurden zwischen beiden Geschlechtern getrennt: Männer und Frauen schwammen entweder in separaten Bereichen oder zu verschiedenen Uhrzeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unsere Kultur entsprang im Allgemeinen einem biblischen Weltbild, das das Bedecken des Körpers beinhaltete“, so Pollard. Dank diesem Weltbild entsprach die Badeuniform derselben Philosophie wie die Straßenuniform.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute würden wir dieses Bild mit dem Islam verbinden. Vor nur etwas mehr als 100 Jahren nannte man dies Christentum.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="800" height="561" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:auto/h:auto/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-2.png" alt="" class="wp-image-1308" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:800/h:561/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-2.png 800w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:210/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-2.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:539/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-2.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:800/h:561/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-2.png 2x" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eine Badekarre im viktoranischen England, die das Trennen beider Geschlechter ermöglichte</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="817" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:817/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-1.png" alt="" class="wp-image-1284" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:817/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-1-scaled.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:239/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-1-scaled.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:613/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-1-scaled.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1354/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-1-scaled.png 1536w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1353/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-1-scaled.png 2048w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1320/h:1053/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-1-scaled.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1353/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-1-scaled.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">Urlauber in Santa Monica, Kalifornien, ca. 1890</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="930" height="732" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:auto/h:auto/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-3.png" alt="" class="wp-image-1309" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:930/h:732/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-3.png 930w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:236/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-3.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:604/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-3.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:930/h:732/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2026/05/image-3.png 2x" sizes="(max-width: 930px) 100vw, 930px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein ganz normaler Tag in Atlantic City, ca. 1908</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund offensichtlicher Limitierungen im Schwimmerlebnis trat die säkuläre Modewelt ein. Pollard zeigt auf, wie früh die Unterwäsche-Industrie bereits in der Gestaltung von Badebekleidung involviert war. Seit über einem Jahrhundert entkleidet die Modewelt die Frau Stück für Stück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den 1900er-Jahren begann man, die Arme der Frau zu entkleiden. Was heute harmlos klingt, war vor 120 Jahren noch ein gewagter Schritt – die Schultern und Arme einer Frau waren in der Öffentlichkeit standardmäßig bedeckt, wie obige Bilder noch zeigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 20er entfernten stückweise die Bedeckung der Beine und des Rückens. „Eine Frau, die heute einen sogenannten ‚züchtigen‘ Badeanzug trägt, wäre 1922 verhaftet worden.“ (Pollard)</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den 30ern entstand der erste zweiteilige Badeanzug, was erstmals den heute bekannten Ausschnitt einführte. Dies war so neu, dass die eigenen Showroom-Models des Designers „über die beispiellose Entblößung des nackten Bauches so entsetzt waren, dass sie sich weigerten, ihn anzuziehen.“</p>



<h4 id="die-explosive-einfuhrung-des-bikinis" class="wp-block-heading">Die explosive Einführung des Bikinis</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In den 40ern entstand ganz offiziell der Bikini. Der Modedesigner Louis Réard fand kein Model, das sein Produkt freiwillig tragen würde. Erst in einem Pariser Striplokal fand er sein frewilliges Opfer, Micheline Bernardini. Benannt wurde der Bikini nach dem <em>Bikini Atoll</em>, der Ort des Atombombentests der Vereinigten Staaten, der vier Tage vor Réards <em>Enthüllung</em> stattfand. Den Namen fand er passend, da er korrekt prophezeite, dass dieses „Kleidungsstück“ eine explosive Wirkung auf die Gesellschaft und die sexuellen Gemüter der Männer haben würde. So vermarktete er ihn sogar als „anatomische Bombe“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bringt an dieser Stelle wenig, den Verlauf den 40er-Jahre bis heute zu verfolgen. Was klar ist: Die systematische gesellschaftliche Konditionierung durch Fernsehen, Kino und Magazine war erfolgreich. Der Bikini wurde immer kleiner; heute sind bereits Tangas an Stränden und in öffentlichen Familienbädern keine Seltenheit. Ich bezweifle, dass Eva mit ihrer selbstgemachten Schürze aus Feigenblättern <em>weniger</em> bedeckte, als die meisten Frauen auf Stränden heute.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kaum anders ist es beim modernen einteiligen Badeanzug – dieser liegt durch moderne, synthetische Stoffe nicht nur mittlerweile viel enger an, sondern entwickelte sich zum immer knapperen Modell, das heute bekannt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der gottgewollte Zweck von Kleidung, also zu <em>bedecken</em>, ist im Badeanzugkatalog nicht mehr auffindbar. Das Ziel ist es, den Körper so schön wie möglich darzustellen. Die Kleidung versteckt nichts, sondern soll zeigen, was da ist – oder das „Bedeckte“ gerade so der Fantasie zu überlassen, dass neben Sex kaum noch ein Gedanke übrig bleibt, wenn man dich anguckt.<br></p>



<h2 id="schamhaftigkeit-sittsamkeit-1-timotheus-2-8-10" class="wp-block-heading">Schamhaftigkeit &amp; Sittsamkeit – 1. Timotheus 2,8-10</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Paulus gebietet mit klaren Worten:</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>Ich will nun, dass die Männer an jedem Ort beten, indem sie heilige Hände aufheben, ohne Zorn und zweifelnde Überlegung. </strong>[9]<strong> Ebenso auch, dass <small>die</small> Frauen sich in bescheidenem Äußeren mit Schamhaftigkeit und Sittsamkeit schmücken, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarer Kleidung, </strong>[10] <strong>sondern – was Frauen geziemt, die sich zur Gottesfurcht bekennen – durch gute Werke. </strong><br>1. Timotheus 2,8-10</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier nutzt Paulus die Worte <strong>Schamhaftigkeit und Sittsamkeit</strong>. Diese werden sichtbar im <em>bescheidenen Äußeren</em>. Entsprechend sollen die Frauen sich <strong>schmücken</strong>. Dieses Wort ist <em>kosmeo</em>, woher wir den <em>Kosmos</em> und <em>Kosmetik</em> haben. Es heißt hier so viel wie „sich durch Dekoration attraktiv machen, sich schmücken, zieren“ (BDAG). Bestärkt wird es durch <em>kosmios</em> (hier: <strong>bescheiden</strong>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Paulus verbietet es Frauen nicht, nach Schönheit zu trachten. Dieser natürliche Wunsch einer Frau wird unter die Leitung des Heiligen Geistes gebracht. Der Kontext anhand des Vokabulars (<strong>Haarflechten</strong>, <strong>Gold</strong>, <strong>Perlen</strong>, <strong>kostbarer Kleidung</strong>) deutet auf ein luxuriöses Äußeres als Antithese zu den guten Werken als Folge des Bekenntnisses zur <strong>Gottesfurcht</strong>. Viele Ausleger sind sich einig, dass Paulus hier ein kulturelles Phänomen aufgreift: Er beschreibe die Uniform einer Kurtisane, einer adligen Prostituierten. Diese Kleidung spiegelt neben ihrer Opulenz die sexuelle Verfügbarkeit einer Frau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der mögliche kulturelle Hintergrund ist nicht entscheidend, sondern ein konsistentes Bild im Alten Testament. Hosea etwa greift immer wieder ein opulentes Auftreten in Zusammenhang mit Ehebruch auf, in diesem Kontext seitens Israel und Gott gegenüber:</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>Und ich werde an ihr die Tage der Baalim heimsuchen, an denen sie ihnen räucherte und sich mit ihren Ohrringen und ihrem Halsgeschmeide schmückte und ihren Liebhabern nachging; mich aber hat sie vergessen, spricht der HERR.</strong> <br>Hosea 2,15</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um den Text auf heute zu übertragen, ist es wichtig, zu verstehen, auf welches <em>Prinzip</em> Paulus deutet, um den Sinn dieses Textes nicht zu vergessen. Die moderne Hure kleidet sich nicht wie die des 1. Jahrhunderts. So wäre es besonders an so einer Stelle fatal, den Weg des Biblizisten zu gehen, der nun meint, kein <strong>Gold</strong> oder <strong>Perlen</strong> mehr tragen zu dürfen, oder seine Haare ungeflechtet lassen zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Überhaupt würden wir den Sinn verpassen, wenn wir Paulus Gebot gesetzlich verstehen. Man erinnere sich: Es ist gerade die Antithese der inneren Herzenshaltung, die für ihn zählt; die <strong>Gottesfurcht</strong> und die <strong>guten Werke</strong>. Aus diesen heraus entscheidet die Tochter Gottes und Sklavin Christi, wie sie sich Tag für Tag kleidet. Und dabei soll ihr natürliches Verlangen nach Schönheit nicht unterdrückt werden.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>Die Anmut ist Trug, und die Schönheit Eitelkeit; eine Frau, die den HERRN fürchtet, <em>sie</em> wird gepriesen werden. <br></strong>Sprüche 31,30</p>



<p class="wp-block-paragraph">Paul Washer <a href="https://youtu.be/2O6JqqQCJQ8?si=qbWDDYKjuFzyuLAJ&amp;t=1537" target="_blank" rel="noopener">zitiert passenderweise seine Ehefrau</a>: „<em>Wenn deine Kleidung ein Rahmen für dein Gesicht ist, aus dem die Herrlichkeit Gottes strahlen soll, dann ist sie angemessen, wenn sie die Aufmerksamkeit auf dein Gesicht lenkt. Wenn deine Kleidung die Aufmerksamkeit auf deinen Körper lenkt, um seine Formen zu betonen und ihn auffallen zu lassen, dann ist sie sinnlich.</em>“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass unser von Gott verändertes Herz der bestimmende Faktor unserer Kleiderwahl sein soll, und dass letztere sehr wohl entscheidend ist (entgegen der Meinung, er würde hier lediglich aufs Innere und nicht auf Kleidung schauen), wird auch durch Paulus&#8216; Nutzung des Wortes <strong>Äußeren</strong> (<em>katastolé</em>) deutlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der <strong>Schamhaftigkeit</strong> (<em>aidos</em>) erwähnt Paulus die <strong>Sittsamkeit</strong> (<em>sophrosune</em>), die in englischen Übersetzungen auch mit <em>Nüchternheit</em> oder <em>Selbstkontrolle</em> übersetzt wird. Der Gebrauch dieser Vokabel zeugt häufig von sexueller Zurückhaltung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <em>Äußere</em> betrachtend, scheint sich also ein seidener Faden durch Paulus Worte zu ziehen: Eine Frau, die zu Gottes Familie gehört, hat sich nicht so zu kleiden, dass ihr Körper sexuelle Gedanken hervorruft. Man soll sie loben, ja, sogar für ihre Schönheit bewundern können. Wenn ihr Äußeres aber die Wollust anderer Männer hervorruft (und die eigene bezeugt), ist ihre Gottesfurcht zu hinterfragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um zu verstehen, was denn wirklich diesen Effekt hat, und so manche Frau wird sich gerne ignorant geben (man möge ihr jedoch vergeben, denn wir leben in einer wirklich sexualisierten und dekadenten Zeit, sodass wir selbst in der Kirche die verrücktesten Dinge normalisiert haben), sollte eine Tatsache hier nicht außer Acht gelassen werden: Paulus sieht sich in der Lage, Frauen zu sagen, wie sie sich kleiden sollen. Der moderne Mann, und sei er Gemeindehirte, traut sich das so oft nicht mehr! Und kaum tut es noch die Schwester, um eine andere liebend zu ermahnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn am Ende, so der Zeitgeist, ist Kleidung doch ein höchstpersönliches und individuelles Thema. „Ich will damit doch niemanden verführen.“ „Ich fühle mich wohl darin.“ „Es ist nicht meine Schuld, dass Männer sich nicht zurückhalten können.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sind moderner und liberaler, als wir oft annehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Petrus ermahnt die Frauen mit ähnlichen Worten:</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>Ebenso ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter, damit, wenn auch einige dem Wort nicht gehorchen, sie durch den Wandel der Frauen ohne Wort gewonnen werden mögen, 2 indem sie euren in Furcht reinen Wandel angeschaut haben; 3&nbsp;deren Schmuck nicht der äußere sei durch Flechten&nbsp;der&nbsp;Haare und Umhängen von Goldschmuck oder Anziehen von Kleidern,&nbsp;4 sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unvergänglichen&nbsp;<small>Schmuck</small>&nbsp;des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist. 5 Denn so schmückten sich einst auch die heiligen Frauen, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren eigenen Männern unterordneten: 6 wie Sara dem Abraham gehorchte und ihn Herr nannte, deren Kinder ihr geworden seid, wenn ihr Gutes tut und keinerlei Schrecken fürchtet.<br></strong>1. Petrus 3,1-6</p>



<p class="wp-block-paragraph">Petrus bringt die Kleidung in den direkten Zusammenahng mit Unterordnung und den <strong>in Furcht reinen Wandel </strong>der Frau. Auch er ist stark antithetisch: Der <strong>Schmuck </strong>(<em>kosmeo</em>) der Frau sei nicht <strong>der äußere</strong>, <strong>sondern der verborgene Mensch des Herzens</strong> <strong>in dem unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <strong>Schmuck</strong> selbst ist die Unterordnung, was er in Vers 6 durch den Vergleich mit Saras Gehorsam Abraham gegenüber verdeutlicht. Und auch hier ist ihr <strong>Wandel</strong> untrennbar von dem, wie sie sich äußerlich präsentiert. Während der Zeitgeist also sagt, dass wir jemandes Herz nicht an seinem Äußeren beurteilen können, sagt Petrus hier genau das Gegenteil. Der Schein trügt nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abschließend sei der entscheidende Punkt erwähnt, ohne den wir nicht einmal die halbe Wahrheit erkennen: Die <strong>Furcht </strong>und Anbetung Gottes dienen als Ausgangspunkt unserer Entscheidung, wie wir uns kleiden. Bevor Petrus Saras Unterordnung gegenüber Abraham erwähnt, geht es um den <strong>sanften und stillen Geist</strong>, <strong>der vor Gott sehr kostbar ist</strong>.</p>



<h4 id="und-die-manner" class="wp-block-heading">Was ist mit Männern?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Es sei in Paulus&#8216; Ermahnung herauszustellen, dass sein Brief an Timotheus verschiedene gruppenspezifische Warnungen enthält. Er greift über den gesamten Brief hinweg bestimmte Gruppen auf, die von besonderen Versuchungen betroffen sind, wie den Zorn unter Männern, wenn sie sich zum Gebet versammeln (Vers 8) oder den Hochmut der Reichen (6,17-18). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbstverständlich können Arme höchmütig sein und Frauen zornig Diskussionen führen, die Gebetsversammlungen trüben. Genauso können sich Männer schamlos <em>ent</em>kleiden und ihre Körper zur Schau stellen; Gott bekleidete immerhin nicht nur Eva, sondern auch Adam. Doch die männliche Versuchung ist hier von Natur aus bei weitem nicht dieselbe wie bei den Frauen. Der Puritaner Richard Baxter beschrieb Frauen in diesem Kontext als „Candles among gunpowder“ („Kerzen in der Nähe von Schießpulver“); die Versuchung eines Mannes, durch die visuelle Kraft einer Frau in Sünde zu geraten, wird durch bewusst oder unbewusst unweise gewählte Kleidung übermäßig erhöht, wie es im umgekehrten Fall kaum stattfindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Umkehrschluss darf nicht unerwähnt bleiben, dass auch die <em>äußere</em> Schönheit einer Frau im Kontext der Ehe nicht zwecklos bleibt. Sprüche 5, der Segenswunsch eines Vaters an seinen Sohn, erläutert sowohl die Gefahr der Verführung der <em>fremden</em> Frau, dessen Füße in den Tod hinabsteigen und dessen Schritte am Scheol haften (Vers 5), als auch den Segen der <em>Frau deiner Jugend</em> &#8230; <em>ihre Brüste mögen dich berauschen zu aller Zeit, taumle stets in ihrer Liebe</em> (Vers 19). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die berauschende Kraft des Körpers der Frau ist ein Fluch in der Öffentlichkeit, und sie kann zur <em>Fremden</em> für viele Männer werden. Richtig eingesetzt hat sie aber einen wunderbaren Zweck in dem heiligen Bund ihrer Ehe.</p>



<h2 id="wir-haben-uns-der-welt-hingegeben" class="wp-block-heading">Fazit: Wir haben uns entblößt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie zuvor bereits angedeutet, war die visuelle Macht des weiblichen Körpers und die natürliche Schwäche des Mannes etwa in bestimmten Zeiten des viktorianischen Englands und den USA des frühen 19. Jahrhunderts kein Geheimnis. Ein biblisches Weltbild war die gesellschaftliche Norm, und dieses diktierte auf ganz organische Weise die Kleiderordnung, sei es auf der Arbeit, auf der Straße oder sogar im öffentlichen Schwimmbad sowie am Familienstrand. Nicht das Wetter bestimmte unsere Kleiderwahl, sondern ein Selbstverständnis der Schamhaftigkeit und des Respekts – des Selbst und der Mitmenschen, geordnet unter dem Willen Gottes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die weltliche Modeindustrie hat es geschafft, Leggings, Bikinis, Miniröcke, Hotpants, Minikleider und Dekolletés zu normalisieren. Dieser Schritt mag für die Welt verständlich sein, die verloren ist und Gott nicht sucht. Der Eintritt in die Kirche und die Köpfe der Heiligen, die Christi Repräsentanten auf dieser Erde sind, erfordert jedoch ein radikales Umdenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um nun auf die ursprüngliche Frage, auf die dieser Beitrag baut, zurückzugehen: Wir haben zu wenig von Paulus und Petrus in der Gemeinde, die bereit sind, klare Worte zu den Frauen zu reden; wir haben zu wenig ältere Frauen, die den jüngeren beibringen, was sich geziemt; und wir haben der Welt viel zu viel Raum gegeben, unseren Maßstab zu definieren, sodass viele von uns überhaupt gar keine Definition mehr von biblischen Fundamenten wie die Schamhaftigkeit oder Sittsamkeit besitzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was hält uns ab, zurückzukehren zu einer biblischen Grundlage bei unserer täglichen Entscheidung, wie wir uns kleiden?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bete zum Herrn, dass er durch diesen Beitrag Herzen verändert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="800" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:800/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/image-from-rawpixel-id-13028591-original.jpg" alt="" class="wp-image-1174" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:800/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/image-from-rawpixel-id-13028591-original-scaled.jpg 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:234/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/image-from-rawpixel-id-13028591-original-scaled.jpg 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:600/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/image-from-rawpixel-id-13028591-original-scaled.jpg 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1382/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/image-from-rawpixel-id-13028591-original-scaled.jpg 1536w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1383/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/image-from-rawpixel-id-13028591-original-scaled.jpg 2048w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1320/h:1031/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/image-from-rawpixel-id-13028591-original-scaled.jpg 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1383/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/09/image-from-rawpixel-id-13028591-original-scaled.jpg 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>



<h2 id="aioseo-nicht-das-wetter-bestimmt-deinen-dresscode-sondern-die-bibel-5-1" class="wp-block-heading">Weiterführende Ressourcen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viel mehr könnte zur Schamhaftigkeit und Sittsamkeit aus biblischer Sicht geschrieben werden, doch weitaus erfahrenere Geschwister haben dies schon vor mir getan:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Jeff Pollards Buch&nbsp;<em>Christian Modesty and the Public Undressing of America</em>&nbsp;(<a href="https://www.goodreads.com/book/show/13820714" target="_blank" rel="noopener">Goodreads</a>) empfehle ich Ryan Fullertons&nbsp;<a href="https://youtu.be/vs5BdU17mH0?si=0JS2F4jfV3SiGTFC" target="_blank" rel="noopener">Predigt</a>&nbsp;mit dem Titel „Modesty: A Biblical Approach“. Für Frauen empfiehlt sich der kurze Ratgeber&nbsp;<em>Interessiert es Gott, was ich trage</em>? von Nancy DeMoss Wolgemuth.</p>
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		<title>Der radikale Ruf zur Gastfreundschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mail@joelbarthel.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Jul 2025 06:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Wortstudie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einer der Gründe, warum ich Griechisch lernen möchte, liegt im Wortschatz der Sprache. Manche Wörter finden in der eigenen Sprache keine würdige Übersetzung. Eines dieser Wörter, die ich entdecken durfte, ist φιλοξενία (philoxenía). Übersetzt wird dieses Wort als gastfreundlich (Schlachter) oder gastfrei (Elberfelder &#38; EsraBibel). Es besteht aus philo (Liebe oder Freund) und xenos (Fremder). [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-aioseo-table-of-contents"><ul><li><a href="#aioseo-wie-definiert-die-bibel-gastfreundschaft">Wie definiert die Bibel Gastfreundschaft?</a><ul><li><a href="#aioseo-wer-ist-ein-gast">Wer ist ein &#x201E;Gast&#x201C;?</a></li></ul></li><li><a href="#aioseo-xenia-gastfreundschaft-im-antiken-griechenland">Xenia &#x2013; Gastfreundschaft in der Antike</a><ul><li><a href="#aioseo-ein-vorbild-in-der-praxis-kein-vorbild-in-der-intention">Ein Vorbild in der Praxis, kein Vorbild in der Intention</a></li><li><a href="#aioseo-christus-ist-unser-vorbild">Christus ist unser Vorbild</a></li></ul></li><li><a href="#aioseo-eine-ermutigung-zum-dienst">Praktische Anwendung: Eine Ermutigung zum Dienst</a></li></ul></div>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der Gründe, warum ich Griechisch lernen möchte, liegt im Wortschatz der Sprache. Manche Wörter finden in der eigenen Sprache keine würdige Übersetzung. Eines dieser Wörter, die ich entdecken durfte, ist <strong>φιλοξενία</strong> (<em>philoxenía</em>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Übersetzt wird dieses Wort als <em>gastfreundlich</em> (Schlachter) oder <em>gastfrei</em> (Elberfelder &amp; EsraBibel). Es besteht aus <strong>philo</strong> (<em>Liebe</em> oder <em>Freund</em>) und <strong>xenos</strong> (<em>Fremder</em>). Wenn man es wörtlich übersetzen möchte, heißt es etwa <em>fremdenfreundlich</em>. Der Eleganz halber werde ich im weiteren Verlauf dieses Beitrags jedoch auf <em>gastfreundlich</em> setzen.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-wie-definiert-die-bibel-gastfreundschaft">Wie definiert die Bibel Gastfreundschaft?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Fünf mal finden wir dieses Wort im Neuen Testament – dreimal als Adjektiv und zweimal als Nomen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">[Röm 12,13] an den Bedürfnissen der Heiligen nehmt teil; nach <strong>φιλοξενίαν</strong> trachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">[1. Tim 3,2] Der Aufseher nun muss untadelig sein, <small>der</small> Mann <em>einer</em> Frau, nüchtern, besonnen, bescheiden, <strong>φιλόξενον</strong>, lehrfähig;</p>



<p class="wp-block-paragraph">[Tit 1,8] sondern <strong>φιλόξενον</strong>, das Gute liebend, besonnen, gerecht, fromm, enthaltsam,</p>



<p class="wp-block-paragraph">[Heb 13,2] Die <strong>φιλοξενίας</strong> vergesst nicht, denn durch diese haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">[1. Pet 4,9] Seid <strong>φιλόξενοι</strong> gegeneinander ohne Murren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei klare Prinzipien werden aus diesen Versen ersichtlich:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Jeder Christ soll Geschwistern gegenüber <em>ohne Murren </em>gastfreundlich sein.</li>



<li>Wir sollen nach Gastfreundschaft <em>trachten</em>.</li>



<li>Gastfreundschaft ist eine hervorgehobene Qualifikation für Älteste.</li>



<li>Gastfreundschaft ist in erster Linie ein <em>Gebot</em>, keine individuelle <em>Gnadengabe</em>.</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Schön und gut, aber: <br>Ab wann gelte ich als gastfreundlich? Und wem gegenüber soll ich gastfreundlich sein?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diesen Fragen möchte ich auf den Grund gehen.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-wer-ist-ein-gast">Wer ist ein „Gast“?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn das Wort im Griechischen wörtlich meint, wir sollen <em>fremdenliebend</em> sein, habe ich Gastfreundschaft bisher schlichtweg missverstanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es stellt sich zuerst die Frage, wieso uns der Heilige Geist ermahnt, <em>ohne Murren</em> gastfreundlich zu sein. Warum sollte ich murren, wenn uns meine lieben Geschwister zum Mittagessen besuchen und ich sowieso gerne Zeit mit ihnen verbringe? Soll ich den anschließenden Kaffee <em>ohne Murren </em>zubereiten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke, dass uns der biblische Befund ein klares Bild gibt: Die primären Empfänger unserer Gastfreundschaft sollen zwar unsere Geschwister sein („seid gastfreundlich <em>gegeneinander</em>“, „an den Bedürfnissen <em>der Heiligen</em> nehmt teil“), doch das Beispiel aus Hebräer 13,2 (&#8230; „durch diese haben einige <em>ohne ihr Wissen Engel beherbergt</em>“) geht auf Abraham und Lot in 1. Mose 18 und 19 zurück. Hier handelt es sich im wahrsten Sinne des Wortes um fremde Männer, die mit einer Form der Gastfreundschaft begegnet wurden, die uns heute hierzulande völlig <em>fremd</em> ist:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size wp-block-paragraph"><em>Da eilte Abraham ins Zelt zu Sara und sprach: Nimm schnell drei Maß Feinmehl, knete und mache Kuchen! Und Abraham lief zu den Rindern und nahm ein Kalb, zart und gut, und gab es dem Knaben; und der beeilte sich, es zuzubereiten. Und er holte dicke und süße Milch und das Kalb, das er zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor; und er stand vor ihnen unter dem Baum, und sie aßen.</em></p>
<cite>– 1. Mose 18,6-8</cite></blockquote>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="924" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:924/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image.png" alt="" class="wp-image-1076" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:924/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:271/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:693/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1196/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image.png 1200w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1196/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Abraham and the Three Angels</em> | Bartolomé Esteban Murillo, ca. 1670-1674</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Lot zeigt ähnliche Gastfreundschaft:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size wp-block-paragraph"><em>und er sprach: Ach siehe, meine Herren! Kehrt doch ein in das Haus eures Knechtes und übernachtet und wascht euch die Füße; und ihr macht euch früh auf und geht eures Weges. Aber sie sprachen: Nein, sondern wir wollen auf dem Platz übernachten. Und er drang sehr in sie; und sie kehrten bei ihm ein und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl, und er backte ungesäuerte Kuchen, und sie aßen.</em></p>
<cite>– 1. Mose 19,2-3</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Als sich die grausame Schar von Männern vor Lots Haus versammelt, um seine Gäste zu vergewaltigen, macht dieser ein Angebot, das den modernen Leser erschüttert:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size wp-block-paragraph"><em>Sieh doch, ich habe zwei Töchter, die keinen Mann erkannt haben; lasst mich sie doch zu euch herausbringen, und tut ihnen, wie es gut ist in euren Augen. Nur diesen Männern tut nichts, da sie nun einmal unter den Schatten meines Daches gekommen sind.</em></p>
<cite>– 1. Mose 19,9</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Das mag uns extrem erscheinen, wie so vieles in biblischen Ereignissen. Aber wir sehen, wie heilig die Gastfreundschaft unter Hebräern war. Wie sah es bei den Griechen im 1. Jahrhundert aus?</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-xenia-gastfreundschaft-im-antiken-griechenland"><em>Xenia</em> – Gastfreundschaft in der Antike</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Um einen tieferen Einblick in die Bedeutung griechischer Begriffe zu bekommen, kann es hilfreich sein, den kulturellen Kontext zu verstehen, den die ursprünglichen Empfänger der neutestamentlichen Briefe hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im antiken Griechenland, und später Rom, herrschte das Prinzip der <em>theoxenia</em>. Ein Grieche lebte in der ständigen Erwartung, er könnte einen Gott (<em>theos</em>) empfangen, wenn er einen Fremden (<em>xenos</em>) aufnimmt. Ihr berühmtester Gott trug u. a. den Titel <em>Zeus Xenios</em>, da ihm die Rolle des Beschützers von Fremden und Reisenden zuteil wurde. Zugleich war Zeus ein Rächer derer, die ihre Gäste nicht ordnungsgemäß behandelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Ovids Werk <em>Metamorphosen</em> (1-8 n. Chr.) suchen Jupiter (Zeus) und Merkur (Hermes) in Menschengestalt erfolglos eine Herberge, bis das ärmliche Ehepaar Philemon und Baucis, ihre Identitäten nicht kennend, sie aufnimmt und mit allem bewirtet, was sie haben. Zur Belohnung wird ihre bescheidene Hütte in einen goldenen Tempel verwandelt, bevor die restliche Stadt aufgrund ihrer mangelnden Gastfreundschaft geflutet wird.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="844" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:844/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1.png" alt="" class="wp-image-1078" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:844/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1.png 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:247/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1.png 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:633/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1.png 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1310/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1.png 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1310/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1.png 1415w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1310/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1.png 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Jupiter und Merkur bei Philemon und Baucis</em> | Peter Paul Rubens, ca. 1620-1625</figcaption></figure>



<p class="has-text-align-left is-style-default wp-block-paragraph">Der Architekt Vitruvius <a href="https://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=urn:cts:latinLit:phi1056.phi001.perseus-eng1:6.7.4" target="_blank" rel="noopener" title="schrieb etwa 25 v. Chr.">schrieb etwa 25 v. Chr.</a> in seinem Werk <em>De Architectura</em>:</p>



<p class="has-text-align-center is-style-default wp-block-paragraph">„&#8230;<em>Als die Griechen luxuriöser wurden und ihre Verhältnisse opulenter, begannen sie, Speisesäle, Kammern und Vorratsräume für ihre Gäste aus dem Ausland bereitzustellen, und am ersten Tag luden sie sie zum Abendessen ein, wobei sie ihnen am nächsten Hühner, Eier, Gemüse, Früchte und andere ländliche Erzeugnisse schickten</em>&#8230;“.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-ein-vorbild-in-der-praxis-kein-vorbild-in-der-intention">Ein Vorbild in der Praxis, kein Vorbild in der Intention</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die alten Griechen, die zu Zeiten Jesu und Paulus lebten, waren also äußerst gastfreundliche Menschen. Sie nahmen Gäste auf, als wären sie Götter –&nbsp;Hebräer nahmen sie auf, als wären sie Engel (nach dem Vorbild Abrahams und Lots).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schön und gut&#8230; doch  warum müssen uns Paulus und Petrus dann noch ermahnen, gastfreundlich zu sein?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der kultivierte Grieche als Gastgeber dazu angehalten war, Fremde aufzunehmen, für Speis und Trank zu sorgen, ein Bad und einen Schlafplatz bereitzustellen und beim Abschied Geschenke mitzugeben (und all das, ohne erst den Namen oder die Herkunft zu erfragen), so war auch dem Gast selbst geboten, respektvoll zu sein, seine Bleibe nicht in die Länge zu ziehen, keine Last zu sein und, falls keine Geschenke, zumindest Dankbarkeit und gute Geschichten mitzubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz entscheidend aber ist der Aspekt der gesellschaftlichen Selbstverständlichkeit, die in <em>Xenia</em> steckt. Was hattest du als Grieche schon für eine Wahl, wenn du nicht dem Zorn des Zeus verfallen oder als Atheist (im griechischen Sinne) einen schlechten Stand haben wolltest? Oder als Jude, wenn du deinen Gott nicht verleugnen wolltest?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es muss also einen Grund geben, dass uns sowohl Paulus als auch Petrus zur Gastfreundschaft aufrufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den folgenden Abschnitten möchte ich versuchen, die Frage zu beantworten, wie wir diesem Gebot als Christen im 21. Jahrhundert folgen können.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="aioseo-christus-ist-unser-vorbild">Christus ist unser Vorbild</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Als Christen ermahnt uns Petrus, <em>ohne Murren</em> Geschwister und Fremde in unsere Häuser aufzunehmen. Nur einen Vers vorher schreibt er:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size wp-block-paragraph"><em>Vor allem habt untereinander eine inbrünstige Liebe, denn <small>die</small> Liebe bedeckt eine Menge von Sünden.</em></p>
<cite>– 1. Petrus 4,8</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Und diese Liebe finden wir allein in Christus. Er ist unser Vorbild. Ohne diese werden wir dieses Gebot der Gastfreundschaft nie mit dem Frieden erfüllen können, den Gott uns durch Seine Liebe geschenkt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jesus selbst erniedrigte sich unter die Engel, damit er uns diene, die wir einst Fremde waren. Und wenn wir auch nicht unerwartet Christus wörtlich empfangen mögen werden, wie die Jünger es in Emmaus taten (die weitaus glorreichere und <em>nicht</em> rein mythologische Gott-Mensch-Begegnung in der Gastfreundschaft), so können wir den Herrn doch ganz praktisch gastfreundlich empfangen: </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-left is-style-plain has-normal-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center has-normal-font-size wp-block-paragraph"><em>Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es einem der geringsten dieser meiner Brüder getan habt, habt ihr es mir getan.</em></p>
<cite>– Matthäus 25,40b</cite></blockquote>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="926" src="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:926/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/The_Supper_at_Emmaus_by_Rembrandt.jpg" alt="" class="wp-image-1079" srcset="https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1024/h:926/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/The_Supper_at_Emmaus_by_Rembrandt.jpg 1024w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:300/h:271/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/The_Supper_at_Emmaus_by_Rembrandt.jpg 300w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:768/h:695/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/The_Supper_at_Emmaus_by_Rembrandt.jpg 768w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1194/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/The_Supper_at_Emmaus_by_Rembrandt.jpg 1536w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1193/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/The_Supper_at_Emmaus_by_Rembrandt.jpg 1320w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1194/h:1080/q:mauto/f:best/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/The_Supper_at_Emmaus_by_Rembrandt.jpg 1944w, https://mlh8eosmci7d.i.optimole.com/cb:4Wto.873/w:1194/h:1080/q:mauto/f:best/dpr:2/https://joelbarthel.de/wp-content/uploads/2025/07/The_Supper_at_Emmaus_by_Rembrandt.jpg 2x" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Das Abendmahl in Emmaus</em> | Rembrandt van Rijn, 1629</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading" id="aioseo-eine-ermutigung-zum-dienst">Praktische Anwendung: Eine Ermutigung zum Dienst</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, wir grenzen <em>Dienst</em> manchmal zu sehr auf den unmittelbaren Kontext des Sonntagsgottesdienstes ein: Lobpreisdienst, Kindergottesdienst, Putzdienst, Kaffeedienst&#8230; in der Gastfreundschaft finden wir einen Dienst, den wir uneingeschränkt jeden Tag in der Woche ausüben können –&nbsp;sowohl aktiv als auch passiv – und der explizit biblisch geboten wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Frage nun also zu beantworten, <em>wie</em> wir dieses Gebot im 21. Jahrhundert praktisch erfüllen können, hier ganz konkrete Ansätze:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Mach aus dem allzuoft nicht ernstzunehmenden „Lass uns mal wieder treffen“ ein „Wann hast du diese Woche Zeit, zum Abendessen zu kommen?“ Paulus sagt: <em>Trachte</em> nach Gastfreundschaft! Das Gebot ist aktiv. Das Verb steht normalerweise für <em>verfolgen </em>oder <em>nachjagen</em>.</li>



<li class="has-normal-font-size">Sorge immer dafür, dass du spontan Besuch empfangen kannst.<br>-&gt; Wenn du Ehefrau bist, beachte das in Titus 2,5 implizierte Gebot, <em>Hausfrau</em> (EsraBibel), <em>mit häuslichen Arbeiten beschäftigt</em> (CSV) zu sein.</li>



<li>Hebe die beste Speise (und den besten Kaffee!) für deine Gäste auf.</li>



<li>Bestelle keine Pizza, sondern koche!</li>



<li>Frage dich bei der Wahl oder Einrichtung deines Hauses oder deiner Wohnung: Wie kann ich hier Gästen dienen? Selbst die Griechen haben das getan – wieso dann nicht erst recht wir?</li>



<li>Priorisiere dein Leben so, dass du allzeit bereit bist, alles hinzuschmeißen, um Gäste zu empfangen. Nimm besonders deine Geschwister so auf, als wäre es Jesus selbst sein, der an deiner Tür klingelt.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz persönlich haben mich die Erkenntnisse dieser Wortstudie dazu gebracht, dass ich gemeinsam mit Xhesika entschieden habe, dass wir unsere Finanzen in diese Richtung lenken wollen. Vor einiger Zeit beschäftigte ich mit mit Aktien und ETFs; es ist lukrativ, sein ganzes Geld zu investieren und in allen Lebensbereichen zu sparen, um sich damit ein Vermögen aufzubauen. Als mein Vater mich dann fragte, ob ich wolle, dass unser kleiner Joah bis ins Erwachsenenalter in der günstigstmöglichen Wohnung aufwächst, wurde mir klar: Ich priorisiere nicht biblisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So ist auch meine Ermutigung an dich, lieber Leser, dir diese Frage zu stellen: Priorisierst du deine Zeit und deine Ressourcen biblisch? Mein Gebet ist es, dass dieser Beitrag die Bibelworte zur Gastfreundschaft in dir vertieft und dich genauso berührt, wie sie mich berührt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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